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Das Suffix -in ist in den hochdeutschen und oberdeutschen Dialekten ein weibliches movierendes Suffix zur Bildung femininer Bezeichnungen aus anderen Substantiven.

Es findet sich besonders regelmäßig bei Ableitungen auf -er (Lehrerin, Leiterin, Perückenmacherin, Schneiderin, Spielerin usw..) sowie auch bei anderen Substantiven (Kandidatin, Köchin, Wirtin usw.). Zurückzuführen ist das Suffix -in auf eine gemeingermanische Suffixgruppe mit verschiedenen Ablautstufen; vom althochdeutschen -in, -inna; vom mittelhochdeutsch -īn, -inne, im Alemannischen fällt das -n weg (Schnideri, Mülleri, Lehreri - die Lehrerin: d’Lehreri). Niederdeutsch findet sich stattdessen ein weibliches Suffix -sche und -sch (Kööksche, Börgermeestersch).[1]

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Suffix

Sowohl Muslima als auch Muslimin stehen im Duden. Aber welche Form sollte man benutzen? Worin liegt der Unterschied? Und woher stammt das Wort Muslima, wo doch im Allgemeinen das weiblich movierende Suffix -in angewandt wird, um ein weibliches Nomen zu erstellen?

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    Du hättest auch direkt bei Wikipedia weiterlesen können: Die weibliche Form im Deutschen ist Muslimin oder Moslemin. In jüngerer Zeit wird für die weibliche Form auch der arabische Begriff Muslima verwendet. (Muslim) – chirlu Feb 2 '16 at 14:38
  • de.m.wiktionary.org/wiki/Muslima – Iris Feb 2 '16 at 14:39
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    @chirlu: Und wieso ist das keine Antwort? – user unknown Feb 3 '16 at 1:44
  • @chirlu genau das hätte ich auch ohne wikipedia gepostet! – Medi1Saif Feb 4 '16 at 14:58
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Die Endung -in ist die reguläre Endung, und die meisten Fremdwörter erhalten spätestens nach einiger Zeit die reguläre Grammatik. Die Anzahl der irregulären Wörter ist stark begrenzt, weil man sie ja auch alle einzeln lernen muss.

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Im Sinne guten, soliden Stils würde ich persönlich unbedingt

die Muslimin

sagen. Dies ist die gute und dabei auch völlig neutrale Form, von einer Frau zu sprechen, die sich dem Islam zugehörig fühlt oder als solches zu erkennen gibt.

Die Form "die Muslima" dagegen, die in letzter Zeit immer häufiger zu hören ist, ist eine Form, die aus der unreflektierten Übernahme einer Wortform anderer Sprachen rührt (Arabisch مسلمة / muslima).

Nun ist es natürlich nichts Schlimmes, Ausdrücke aus anderen Sprachen zu übernehmen. Sprache entwickelt und ändert sich laufend und ist immer Einflüssen "von außen" ausgesetzt. Jedoch geschieht dies im Falle der Muslima in der Regel eben unreflektiert und in einem Akt vorauseilenden Gehorsams: "Oh, diese Leute nennen sich selbst so; dann darf ich nichts falsch machen und muss sie auch so nennen." (Kommentator LangLangC nennt das kurz "Hyperkorrektur".)

Dort wo dies die Motivation ist, vom etablierten Wort "Muslimin" abzuweichen und "Muslima" zu sagen, würde ich von unreflektiert sprechen. Denn dass sich bestimmte Leute selbst Muslima nennen, hat ja in der Regel einen von zwei Gründen: Entweder sie sind der deutschen Sprache nicht genügend mächtig und sind sich nicht bewusst, dass es mit "Muslimin" ein etabliertes (und keineswegs pejoratives) Wort gibt.

Dies mag noch der bessere Fall sein. Im schlechteren steckt hinter der Verwendung des Wortes Muslima gar eine verdeckt-aggressive Forderung nach einer Sonderbehandlung der eigenen sozialen Gruppe, also eine politische Programmatik, hinter der man auch eine Geringschätzung der deutschen Umgebungskultur nicht immer ausschließen kann ("Ungläubige").

Doch warum sollten wir in der deutschen Sprache eine bestimmte Bevölkerungsgruppe mit sprachlichen Sonderregeln bedenken, in deren Genuß andere Bevölkerungsgruppen nicht kommen? Wenn wir Muslima sagen, müssten wir gerechterweise auch Christa und Juda sagen. Was wir aber nicht tun. Wie wir überhaupt Abstand genommen haben davon, der Privatsache Religion im öffentlichen Leben zu große Bedeutung beizumessen. Jemand kann sich gut und gerne als Jude, Christ, Buddhist oder was auch immer fühlen, wird damit aber nicht unbedingt hausieren gehen.

Ich sehe auch keine besonderen alltagspraktischen Vorteile, Muslima zu sagen, denn das Wort ist nicht kürzer oder leichter auszusprechen als Muslimin. Noch dazu sagen wir auch nicht Arabera oder Türka sondern bleiben hier schön bei Araberin und Türkin. (Na gut, das letzte war polemisch, denn Arabera und Türka würden nicht auf auf ähnlich klingenden Wortformen bzw. Selbstbezeichnungen in den Herkunftssprachen beruhen sondern wären eher eine übergriffige Suffixverwendung.)

Anmerkung noch: Natürlich kann sich jede/r nennen, wir si/e/r will, auch Christa. Meine Kritik richtet sich mehr gegen die unbedachte Übernahme solcher Wörter in Bereiche der Gesellschaft, wo bewusster Umgang mit Sprache wichtig wäre wie z.B. in den Medien.

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  • Sagst Du auch "der Muslim" oder "der Moslem"? – user unknown Mar 5 '18 at 15:26
  • Hm. "Von außen" Ich seh da die Fälle von Migranten, Konvertiten und vermeintlich auch sonst hyperkorreigierenden Sprechern (dein nix falsch machen). Solange sich keine allgemein anerkannte Negativbedeutung für -in Variante durchsetzt sehe ich -a vor allem als modisch (WP: "zunehmend"), dämlich korrekt und ein relativ häufiges Anzeichen für -isten in der Selbstbezeichnung. Letzteres beschwingt doch eher eine negative Konnotation für -a. – LаngLаngС Mar 5 '18 at 15:48
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    Ich denke, diese Antwort stellt stilistische Regeln auf, die schwer haltbar sind - Sagt man zu einer französischen Frau jetzt "Madame" oder "Madamin"? – tofro Mar 5 '18 at 16:28
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    @tofro Lustig, aber auf wackligen Füssen. "Madame" ist immerhin eine Anredeform, die über Jahrhunderte etabliert war. "Muslimin" ist überhaupt keine Anrede sondern eine Gruppenbezeichung. Oder sagst du zu deiner Nachbarin: "Hallo Muslima Öztürk?" – Christian Geiselmann Mar 5 '18 at 16:49
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    Meine iranischen Freundinnen empfinden die -u- Aussprache übrigens als unangenehm (bis…, den Rest zensier ich mal selbst) und sagen "Ich bin Moslemin" – LаngLаngС Mar 5 '18 at 17:07

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