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Ich habe beide Ausdrücke in Bezug auf etwas, das zum Jahresende eintreten soll, schon gehört.

Sind beide richtig (abhängig vom Kontext), oder ist einer davon falsch und sollte nicht benutzt werden? Gibt es eine Regel?

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    Nur zur Ergänzung: Das gilt nicht nur für das Ende eines Jahres, sondern auch die Mitte, Januar oder die Reisen dieses Jahres. – OregonGhost Oct 18 '11 at 17:13
  • @OregonGhost Ich habe versucht, das in einer ausführlicheren Antwort zu illustrieren, deren Gültigkeit nicht von der Erreichbarkeit des Zwiebelfischs abhängt. – Wolf Oct 9 '15 at 9:08
  • Eine wirklich wichtige Frage, weil z.B. in einer Rede die grammatikalisch korrekte Form "nicht gut" klingt. – Wolf Oct 9 '15 at 9:10
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Nur „dieses Jahres“ ist korrekt. Die Zwiebelfisch-Kolumne des „Spiegel“ hat dazu gleich zwei Beiträge: Zwiebelfisch-Abc: dieses Jahres/diesen Jahres und Das Verflixte dieses Jahres. Ich habe selber zur Sicherheit erst mal recherchiert, die Version „diesen Jahres“ ist ziemlich verbreitet...

  • Ich möchte auch hier hinzufügen, dass die schwache Deklination tatsächlich die üblichste Wahl ist, wenn es sich um das Pronomen "all-" handelt. z.B. "allen Ernstes" und "allen Übels", obwohl "all-" in allen anderen Fällen als Artikelwort betrachtet und benutzt wird. – Ledda Oct 9 '15 at 10:14
  • @Ledda: Es heißt aber "Die Quelle alles Guten" und nicht "Die Quelle allen Guten". – Giorgio Jan 12 at 14:56
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Auf Grund der übereinstimmenden Position zwischen Ende und Jahres wird das Demonstrativpronomen (diese,-r/s) als Adjektiv (wie z.B. letzte, -r/s) fehlinterpretiert, die Übereinstimmung im Sprechrhythmus bestärkt die Annahme, es handle sich um dieselbe grammatikalische Konstruktion.

  • Ende letzten Jahres
  • Ende diesen dieses Jahres
  • Ende nächsten Jahres

Den Unterschied erkennt man sofort, wenn man Artikel vor die Adjektive setzt:

  • Ende des letzten Jahres
  • Ende des nächsten Jahres

was vor Demonstrativpronomen nicht nur falsch ist, sondern auch falsch klingt:

  • Ende des diesen Jahres

Dieses Muster ist nicht auf Konstruktionen mit Jahr beschränkt, auch andere Zeitbezüge werden in dieser falschen Weise genutzt.

Anfang diesen QuartalsAnfang dieses Quartals

  • Anfang nächsten Quartals (Anfang des nächsten Quartals)
  • Anfang letzten Quartals (Anfang des letzten Quartals)

Ende diesen MonatsEnde dieses Monats

  • Ende nächsten Monats (Ende des nächsten Monats)
  • Ende letzten Monats (Ende des letzten Monats)

Die falsche Form betrifft alle maskulinen und neutralen Substantive, die Zeiträume ausdrücken können (Sommer, Winter, Halbjahr), weil das Genitiv-s mit dem s in dieses zu kollidieren scheint. Das kann erklären, warum mancher Sprecher sich zu dem häufiger genutzten Klangmuster aus den Konstruktionen mit nächster, kommender, letzter, voriger, vergangener hingezogen fühlt.

Bei femininen Substantiven gibt es das Problem also nicht, in jedem Fall steht eine er-Endung vor dem Wort Woche

  • Anfang letzter Woche
  • Anfang dieser Woche
  • Anfang nächster Woche

Der Grund dafür, warum man kaum über Formulierungen wie Anfang diesen Tages oder Ende diesen Tages stolpert, ist die Existenz des Wortes heute: heute Morgen, heute Abend. Und die für noch kleinere Zeiträume benutzten Substantive sind allesamt weiblich …

  • Die Beschreibung der Ursache ist korrekt und gut, aber die Bewertung als „falsch“ ist völlig daneben. – Crissov Oct 9 '15 at 9:32
  • Welches falsch meinst du? Ich denke grammatikalisch ist es schon falsch, was nicht heißt, dass die Grammatik an sich nicht auch falsch sein könnte ;-) – Wolf Oct 9 '15 at 9:38
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    Wenn ein Wort als Adjektiv verwendet wird, kann oder soll es auch so flektiert werden und genau das passiert hier. Man braucht deswegen nicht gleich ein Adjektiv diese im Sinne von aktuell oder laufend ansetzen, aber vielleicht ist irgendwann tatsächlich auch Ende des *diesen Jahres akzeptabel. – Crissov Oct 9 '15 at 10:00
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    @Crissov Genau, die Sprache ist lebendig - gottseidank! Aber Ende des diesen Jahres würde ich nicht vor 2030 erwarten ;-) – Wolf Oct 9 '15 at 10:09
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    Dein Argument gilt nur für das Artikelwort "dies-", andere wie "ein-" aber nicht. eines Jahres? Ja. Des einen oder anderen Jahres? Ja schon wieder. Es handelt sich um den Vergleich zu Adjektiveformen, das stimmt, aber im Kopf des Sprechers wird das aber auch nicht als Adjektiv betrachtet, sondern als reines Artikelwort. Ich vermute, dass man hier einfach die Beugung der Adjektiven übernimmt, da sie öfter vorkommen als Artikelwörter in diesem Fall. – Ledda Oct 9 '15 at 10:18

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