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Ich möchte heute Nacht bei meiner Mutter ratzen.

Wo in Deutschland sagt man "ratzen" und haben sie dieselbe Bedeutung wie "pennen" ?

  • Ich kenne es hauptsächlich als einratzen und sonst eher in Zeitformen, die das Partizip geratzt verwenden. Es ist wohl nicht verwandt mit Ratzefummel ‚Radiergummi‘. Penner ‚Obdachloser‘, Penne ‚Schule‘ und Pennäler ‚Schüler‘ dürften hingegen mit pennen verwandt sein, welches ich am häufigsten in verpennen höre. Der online frei verfügbare Atlas zur deutschen Alltagssprache listet leider zu ‚schlafen‘ bisher keine regionale Verteilung. – Crissov Apr 6 '16 at 6:02
  • Zu Crissov's Kommentar fällt mir noch der Begriff Ratzekahl (=gänzlich leer) ein, der z.B. ausdrücken soll, dass gar nichts mehr übrig geblieben ist. – Medi1Saif Apr 6 '16 at 6:24
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    @Medi1Saif: ratzekahl kannte ich noch nicht, dafür das offenbar gleichbedeutende ratzeputz. – O. R. Mapper Apr 6 '16 at 6:32
  • Laut Wissen.de ist die Wortherkunft von "[Pennen]" wahrscheinlich jiddisch von "pannai" = "müßig" wissen.de/wortherkunft/pennen – Medi1Saif Apr 6 '16 at 6:41
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Duden online markiert das Wort in der Bedeutung fest und lange schlafen als umgangssprachlich ohne besonderen regionalen Bezug. Das entspricht auch meinem Eindruck. Regionale Einschränkungen sind dennoch naheliegend, weil das Wort laut Duden von "schlafen wie ein Ratz" abgeleitet ist, wobei Ratz hier ein altes und in Bayern und Österreich noch gebräuchliches Wort für Ratte ist, das in diesem Fall aber wohl für Siebenschläfer steht.

Von meinem Vater kenne ich den verwandten Spruch "Schlafratze, runter von der Matratze!" Hier hat sich wohl die alte Form der Ratz / die Ratze gehalten, weil sich Ratte nicht reimen würde.

  • Ich sehe das auch als ursprünglich süddeutschen/bayrischen Ausdruck, der inzwischen allgemein verbreitet ist. – tofro Apr 6 '16 at 6:14
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Über die regionale Verbreitung kann ich nichs genaues sagen, aber über den Gebrauch:

Ratzen beschreibt den unmittelbaren Vorgang des (tief) Schlafens.
Während man formal alle Tempora bilden kann, würde ich ratzen nicht für geplanten Aktivitäten benutzen, also nicht:

Ich will heute bei meiner Mutter ratzen.

Genauso wenig sehe ich eine Substantivierung das Ratzen oder Gebrauch des Partizip I der ratzende Bruder, aber das beruht auf meinem Sprachgefühl.

Pennen ist ähnlich umgangssprachlich, aber ohne die oben genannten Einschränkungen.

Bitte beachten, dass pennen eine erweiterte/übertragene Bedeutung von schlafen haben kann nämlich auch unaufmerksam sein und Geschlechtsverkehr mit jmd. haben, die ratzen nicht hat.
Regionale Jugendsprache (mindestens SW Deutschland) dagegen benutzt verratzt als abgetragen, zerrissen (Kleidung) und übertragen auch als Adjektiv für den Träger derselben.

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