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Bekanntlich lässt man in vielen deutschen Dialekten unter anderem die Endung -n weg:*

... die junge' Bube' spiele' lasse'...

Wie heißt das Phänomen und gibt es eine entsprechende Linie oder Dialektraum?

Die Karlsruher Linie, das Alemannische und das Pfälzische haben eine Beziehung dazu, aber da finde ich keine Bezeichnung mit einer 1:1-Entsprechung.

*anscheinend unabhängig von der Wortart aber natürlich mit vielen Ausnahmen (Mann, an, neun, Schwerin, Bonbon, Orang-Utan...)

  • 1
    Unter den „Ausnahmen“ sehe ich keine; es fällt einfach nur das n nach Schwa weg, nicht nach anderen Vokalen. – chirlu May 10 '16 at 12:44
  • 1
    Es gibt Instanzen wo -n nach Konsonant wegfällt (Horn im höchstallemanischen, und nach anderen Vokalen in Wörtern wie Wein und Mann in die meisten schweizerdeutschen Mundarten). Kann sein dass da früher auch Schwa stand. Einige sagen auch i' und vo'. Andererseits sagt man im Donauschwäbischen zumindest han und gwen, die anderswo haa und gwää und so heißen. Betonung spielt vielleicht eine Rolle. Ich kenne auch nicht alle Dialekte, ganz im Gegenteil. :-) Wollte da also keine Aussage machen, ist einer anderen SE-Frage wert. – Adam Bittlingmayer May 10 '16 at 13:05
  • Und ich weiß nicht ob alle Sprecher Lehnwörter wie Lincoln oder Schenschen automatisch einschwaben. – Adam Bittlingmayer May 10 '16 at 13:14
  • Im Hessischen ist das auch oft so. – Thorsten Dittmar May 11 '16 at 12:10
  • So weit ich weiß liegt eine Grenze ungefähr da. (Südlich des Nordhessischen.) – Adam Bittlingmayer May 11 '16 at 12:55
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Im AADG des IDS sowie im Atlas zur deutschen Alltagssprache fehlt eine direkte Aussage zu dieser Frage.

Im AdA steht eine Frage zur Mehrzahl von Mädchen. Die schriftliche Wiedergabe der Aussprache ist ziemlich genau, dadurch lassen sich einige Schlüsse ziehen.

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Andere vielleicht erleuchtende Fragen: Tunnel, Zimmer, Pedal(e), Hähnchen, da drin.

Im Falle Tunnel wie in anderen Fragen finde ich aber dass die Forscher oder die Sprecher die Aussprache ohne -n manchmal normalisiert haben bzw nicht angeboten haben. (Hier definitiv auch.)

  • Ich kann der Grafik nichts für die Frage Relevates entnehmen, kannst Du erklären, was Du aus ihr abliest? – Carsten S May 14 '16 at 9:55
  • Folgende Zonen sind -n-fähig: Mädchen, Madeln, Mödzn, Diandl(a)n, Gitschn... Einige Varianten wie Meedercher kommen nur in Regionen vor wo sowieso keine große Frage ist. So leben in folgenden Zonen wahrscheinlich -n-Verweigerer: Mäd/Maad, Mäde, Mädel, Mädle, Maili, Mla, Meitschi. (Mädels sagt nichts aus.) – Adam Bittlingmayer May 14 '16 at 10:45
  • de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6lsch_(Sprache) lässt -n auch weg. Eine Insel? – Adam Bittlingmayer May 14 '16 at 10:46
  • Ich finde es fragwürdig, für die Beantwortung dieser Frage gerade den Plural eines Wortes heranzuziehen, das (a) ein Diminutiv ist (und somit anderen regionalen Varianten unterliegt) und (b) normalerweise bereits auf n endet (d.h. nicht-n-endige Wörter könnten im Plural durchaus kein n erhalten, obwohl die Karte die betreffende Region der Standardsprache zuordnet) – Chieron Jul 14 '16 at 8:30
  • Stimm ich alles zu, es erleuchtet nur wo -n vorkommt, nicht wo es definitiv nicht vorkommt. Daten die direkt auf die eigentliche Frage eingehen - beispielsweise genaue Transkriptionen mehrerer Infinitive - hätte ich sehr gerne. – Adam Bittlingmayer Jul 14 '16 at 9:20

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