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Mir ist klar, dass das „sei“ in Sätzen wie „Sei ruhig.“ ein Imperativ ist.

Allerdings taucht das Wort auch in Sätzen auf, in denen man es (zumindest umgangssprachlich) mit „wäre“ ersetzen könnte: „Er sagte, ich sei sehr aufgeweckt.“

Eine weitere Möglichkeit ist in mathematischen Beweisen. Oft fangen Sätze an mit „Sei x eine reelle Zahl“.

Welche Modi hat „sei“ in den angegebenen Fällen? Gibt es noch mehr Arten und Weisen, das Wort zu verwenden, und wenn ja, in welchem Modus?

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    Stichwort Konjunktiv. Und eine Flexionstabelle hilft: de.wiktionary.org/wiki/Flexion:sein – Em1 May 19 '16 at 14:38
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    Falls Du noch Fragen zur Benutzung des Konjunktivs hast, kannst Du diese separat fragen. Schau aber vorher, ob sie nicht vielleicht Duplikate wären, zum Konjunktiv in der Mathematik und in Kochrezepten hatten wir schon Frage. – Carsten S May 19 '16 at 16:41
  • Ähnliche Frage zum mathematischen Aspekt. – guidot Jan 7 at 7:55
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In der deutschen Sprache gibt es die drei reflektierenden Verbmodi Indikativ (Wirklichkeitsform), Konjunktiv (Möglichkeitsform) und Imperativ (Befehlsform). „sei“ kommt im Indikativ nicht vor.

Im Konjuktiv (Tempus Präsens) tritt "sei" in der 1. und 3. Person Numerus Singular auf.

„Er sagte, ich sei sehr aufgeweckt.“

„Er sagte, er sei sehr aufgeweckt.“

Im Imperativ tritt „sei“ in der 1., 2. und 3. Person Numerus Singular auf.

„Sei ruhig!“ / „Sei Du ruhig!“

„Sei er ruhig!“

„Sei ich ruhig!“

Die Imperativformen sind außer in der 2. Person Singular und Plural ( „du/ihr“ ) sowie der von der 3. Person entlehnten Höflichkeitsform („Sie“) im deutschen Sprachgebrauch sehr ungewöhnlich geworden. Deshalb wird fälschlich auch häufig gelehrt, der Imperativ existiere nur in der 2. Person (Höflichkeitsform eingeschlossen). In der Hofsprache vergangener Zeiten sind noch Sätze zu finden wie:

Entferne er sich!

Schweige er!

Sei er folgsam!

Eine etwas gebräuchlichere Form außerhalb der typischen Lehrbuchfälle, die im Gebrauch wenig als Imperativ wahrgenommen wird (es sehr wohl aber im Sinne einer Aufforderung ist!), ist z.B.:

Gehen wir ins Kino!

Beispiel für den Imperativ in der 1. Person Singular:

Soll ich heute einkaufen? Ach was! Mache ich das morgen!

Das Beispiel mathematischer Sätze: „Sei x eine reelle Zahl“, kann auch ausgedrückt werden als: „Gegeben ist: x soll eine reelle Zahl sein.“ Das steht klar im Imperativ. Es wird nicht gesagt, dass dem immer so sei oder es so sein könne. Es ist eine Definition für den konkret vorliegenden Fall.

  • Bin mir nicht sicher, ob die Verwendung in der Mathematik "klar Imperativ" ist - Könnte durchaus Konjunktiv sein ("angenommen, dass") – tofro Jan 7 at 8:32
  • Einen echten Imperativ gibt es nur in der zweiten Person. – Carsten S Jan 7 at 9:15
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    Statt "Möglichkeitsform" wäre die Darstellung als "indirekte Rede" m.E. besser. – user unknown Jan 8 at 5:25
  • @userunknown Ich denke, "Möglichkeitsform" ist in dem Kontext korrekt gewählt, weil die indirekte Rede umfassender ist als der reine Konjunktiv. Die indirekte Rede ist auch im Indikativ in Verbindung mit der Konjunktion "dass" zulässig und existiert auch noch in Form von Infinitivsätzen: "Er behauptet, es nicht gewusst zu haben." Der deutsche Terminus "Möglichkeitsform" grenzt den Konjunktiv von den weiteren Formen indirekter Rede ab. Ind./Konj.: "Er behauptet, dass er es nicht gewusst hat / habe." – Quasimodo's clone Jan 8 at 21:28
  • @Quasimodo'sclone: Es geht doch ums Sein, nicht ums Haben. :) "Er behauptet, er sei es nicht (gewesen)." – user unknown Jan 9 at 3:55
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"Sei" ist der Konjunktiv Präsens von "sein": ich sei, du seiest, er sei, wir seien, ihr seiet, sie seien.

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