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Das Wort spouse ist im Englischen eine genderneutrale Bezeichnung für den/die Ehepartner/-in.

Wie könnte ich es übersetzen, und dabei diese Neutralität bewahren?

Ehepartner ist vermutlich am nähsten, ich bin aber nicht zufrieden, besonders, da mit Ehepartnerin eine weibliche Form dieses Wortes ja existiert (und damit wieder keine Neutralität).

Alle anderen Wörter, die mir einfielen, waren noch schlimmer: Ehemann/-frau, Lebensgefährte/-in, Ehegatte/-weib.
Auch meine liebsten Online-Wörterbücher konnten mir nicht weiterhelfen (dict.cc, Leo, Pons, Open Thesaurus, Wiktionary).

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    Interessanterweise gibt es die (vermutlich) verwandten Formen Gespons und (bayerisch) Gspusi, die auch weitgehend bis ganz "Gender-neutral" daherkommen. Aber das eine ist veraltet, und das andere meint eher eine unverheiratete Beziehung - für eine Übersetzung von spouse also leider untauglich. – Matthias Jun 8 '16 at 22:07
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    Ich weiss nicht genau, warum hier so auf den "Ehe"-Partner gezielt wird. Meiner Erfahrung mit meinen englischsprechenden Kollegen nach ist zumindestens im gegenwärtigen englischen Sprachgebrauch "spouse" nicht ans Verheiratetsein gebunden. Auch der irische Kollege, der mit einem Mann zusammenlebt, sagt "Let's go for a drink tonight and bring the spouses" – tofro Jun 9 '16 at 14:49
  • Ehegatte (gender neutral); Ehegatting (feminine); Ehegatterich (maskuline, humorous) – caconyrn Jun 16 '16 at 3:31
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    @caconyrn It is Gattin, not Gatting. Surely just a typo, but learners may not know. – Ludi Dec 22 '17 at 23:29
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Ich habe die bisher unbelegte – d.h. ich habe erfolglos nach entsprechenden Studien gesucht und keine eigene durchgeführt – Theorie, dass +er, moviert zu +erin(nen) wie in Partnerin(nen), stärker mit männlichen Individuen assoziiert wird als +e(n), moviert zu +in(nen) wie in Gattin(nen). Sollte diese Hypothese zutreffen, wäre zumindest unter dem gewünschten Neutralitätsgesichtspunkt das etwas altbackene Gatte gegenüber Partner zu bevorzugen.

Von Gatten wird üblicherweise angenommen, dass sie verheiratet sind, daher ist Ehegatten meist unnötig, weil redundant. Bei Partner müsste der genaue Beziehungsstatus ggf. spezifiziert werden, wobei v.a. die Komposita Ehepartner und Lebenspartner üblich sind.

Daneben gibt es das morphologisch ähnliche Gefährte / Gefährtin, aber meistens beschränkt auf die Zusammensetzungen Lebensgefährten und Lebensabschnittsgefährten (LAG), welches nicht mehr nur flapsig gebraucht wird, aber beide legen meistens eine nicht amtlich eingetragene oder kirchlich abgesegnete Beziehung nahe.

Sowohl Gespons als auch Gemahl halte ich für zu veraltet, um ernsthaft verwendet zu werden. Zu ersterem gibt es tatsächlich keine movierte Form, weswegen es vom Sprachsystem her als geschlechtsneutral gelten dürfte, aber nicht zwingend auch im Sprachgebrauch ist. Schade eigentlich. Man könnte natürlich auch mal linguistisch bewanderte Feminist(inn)en fragen, bspw. Luise Pusch.

In Leitfäden und Empfehlungen für einen nicht sexisitischen Sprachgebrauch werden häufig substantivierte Partizipien oder Adjektive als gute Lösung angesehen, da sie zumindest im Plural keinen Rückschluss auf das Geschlecht zulassen. Tatsächlich ist bereits ein solches Wort etabliert, nämlich der/die Angetraute, die Angetrauten (aber: ein Angetrauter). Allerdings kann gerade diese Formulierung als hierarchisch verstanden werden, d.h. die untergeordnete Frau wird dem übergeordnetem Mann angetraut/anvertraut (oder andersrum) und nicht zwei gleichwertige Menschen förmlich miteinander verbunden. Verlobte ist zwar auch ein substantiviertes Partizip, bezeichnet aber den vorehelichen Zustand. Man kann zwar von meiner Verlobten sprechen, aber nicht von meiner Verheirateten oder meiner Angeheirateten.

Nur umgangssprachlich und entweder abwertend oder scherzhaft-liebevoll möglich ist außerdem Alte(r) oder Holde(r) sowie diverse Kosenamen wie Schatz.

Andererseits hängt auch viel vom Kontext, dem Medium, der Textsorte und dem Publikum ab, bspw. kann mitunter Begleitung oder sogar Anhang treffend sein. @Matthias Kommentar, dass man konkret sein sollte, wenn erwartet werden kann, dass man konkret sein könnte, ist richtig und wichtig (und entspricht bestimmt irgendeiner der Grice’schen Konversationsmaximen).

Wenn möglich, sollte man zwei Menschen, die eine gleichberechtigte Beziehung miteinander führen, gemeinsam bezeichnen, also als Paar bzw. spezieller als Ehepaar oder mit dem Pluraletantum Eheleute. Wenn man die Namen oder geschlechtsbezogene Bezeichnungen wie Ehemann und Ehefrau verwendet, stellt sich nämlich häufig noch die Frage, ob man mit der gewählten Reihenfolge (Frauen zuerst im „Titanic-Prinzip“, z.B. Sehr geehrte Damen und Herren, vs. Adam und Eva) eine Bevorzugung ausdrückt oder vermittelt.

Fazit: Nein, es gibt wie im Deutschen bei fast allen personenbezeichnenden Substantiven kein eindeutig geschlechtsneutrales Äquivalent für das englische spouse, zumindest kein allgemein verständliches und gebräuchliches.

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    "dass man konkret sein sollte, wenn erwartet werden kann, dass man konkret sein könnte" - Du hast mich besser verstanden als ich selbst ;-) Aber auch sonst gebe ich hier gerne +1 – Matthias Jun 9 '16 at 9:03
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    Will denn Genderismus nicht genau das Gegenteil von konkret sein und damit möglichst alle Möglichkeiten offen lassen? – tofro Jun 9 '16 at 16:02
  • Ich habe in Bezug auf Partner und Gatte ganz das entgegengesetzte Gefühl. – Ludi Dec 22 '17 at 23:21
  • @ludi Falls meine Hypothese zu den Morphemen im Allgemeinen zutreffen sollte, können Wörter trotzdem im Sprachgebrauch noch stärker konnotiert sein. Mit anderen Worten: ich bin geneigt, dir in diesem speziellen Fall zuzustimmen. – Crissov Dec 22 '17 at 23:32
  • @Crissov oh, das stimmt natürlich. Ich wollte Ihnen die Hypothese auch nicht madig machen! Viel Glück! – Ludi Dec 22 '17 at 23:34
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"Partner" für Spouse ist an sich gut genug. "Ehepartner" ist mir fast schon ein bißchen zu spezifisch. (Und ich finde überhaupt nix dran, dass bei so einem Begriff der sprachliche Begriff u.U. ein anderes Genus als das "Geschlecht" hat - Wer mal genau hingekuckt hat, hat ziemlich sicher festgestellt, dass das irgendwie was anderes ist...)

Edit: Ich plädiere mit Absicht für das Weglassen der "Ehe", weil das eher ein kulturelles als ein sprachliches Konzept ist, das nicht ohne weiteres durch blosses Übersetzen des Wortes transferiert werden kann. Man stelle sich eine fiktive Unterhaltung zwischen einem Saudischen Prinzen, der mit 4 Frauen verheiratet ist, und einem schwulen Mann, der mit einem Mann verheiratet ist, über ihre Ehepartner (die sie beide als "spouse" bzw. "Partner" bezeichnen würden) vor. Konkret in der Sprache zu sein dürfte hier annähernd unmöglich sein, weil sich die kulturellen Konzepte der beiden so sehr unterscheiden.

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    Nein. Eine Frau kann eine "Partnerin" sein, aber auch ein "Partner". Hier sind tatsächlich die Männer von der Sprache benachteiligt, die dürfen höchstens "Partner" sein. Eigentlich habe ich genau deshalb geschrieben, dass sprachliches und tatsächliches Geschlecht nicht dasselbe sind. – tofro Jun 8 '16 at 22:14
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    "Heute abend kommt der Franz mit seinem Partner" - da werden unmißverständlich zwei Männer erwartet. – Matthias Jun 8 '16 at 22:17
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    @tofro Das geht bei Berufen oder bei Sätzen wie "Zum Sommerfest brachte jeder seinen Partner mit" - aber nicht, wenn es um eine konkrete Person geht, von der der Sprecher weiß oder mit hoher Wahrscheinlichkeit erwarten kann, dass es eine Frau ist. Abgesehen davon: soweit ich weiß, sind spouses immer verheiratet, es müsste für eine Übersetzung dann also schon der Ehepartner sein. – Matthias Jun 8 '16 at 22:41
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    @Vogel612 Meinst Du? Ich hätte kein Problem damit, den Gatten eines Mannes scherzhaft als seine "bessere Hälfte" zu bezeichnen. – Matthias Jun 8 '16 at 22:43
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    @Matthias Zu deinem Argument des "Verheiratetseins" - Es gibt inzwischen so viele Arten, auf die man "verheiratet sein" kann, dass man sie nicht mehr so einfach allgemein über Sprach- und Kulturgrenzen hinweg durch einfache Übersetzung übertragen kann. Aus diesem Grund habe ich die "Ehe" weggelassen. – tofro Jun 9 '16 at 8:26

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