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Ich verstehe nicht, was der Dativ in diesen bekannten Konstrukten zu suchen hat:

Wie dem auch sei, …

Dem ist nicht so.

Folgende Alternativen ergäben für mich Sinn:

Wie es auch sein mag, …

Dies ist nicht so.

Diese Ausdrücke werden aber so gut wie nicht gebraucht. Wieso wird hier dem verwendet? Ich kann mir nicht vorstellen, dass es mit dem allgemeinen Vormarsch des Dativs begründet werden kann.

Die Erklärungsversuche, die ich bis jetzt gefunden habe, sind ein wenig unbefriedigend. Wer kann mir den Dativ erklären?

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Es handelt sich beim Ausdruck wie dem auch sei um eine formelhafte Wendung mit konzessiver Bedeutungskomponente. Konzessive Elemente werden im Satz vorangestellt und haben Themafunktion.

Konzessive Angabesätze, auch Einräumungssätze genannt (von lateinisch: concedere = zugestehen), sind besondere adverbiale Nebensätze mit einschränkender Bedeutung. Mit einem konzessiven Nebensatz drückt man einen Gegensatz oder einen unzureichenden Gegengrund zur Aussage des Hauptsatzes aus. Einen solchen Nebensatz leiten zum Beispiel Wörter wie obwohl, obgleich oder (seltener) obschon oder obzwar ein.

Hier ein Beispiel für einen "normalen", einleitenden Konzessivsatz:

Er mag noch so protestieren, er muss doch wie alle anderen warten.

Zur eigentlichen Frage, warum hier Dativ steht. Grammatikalisch gesehen enthält die feste Wendung wie dem auch sei folgende Elemente:

  1. dem: Demonstrativpronomen im Dativ (entspricht diesem)
  2. sei: 3. Person Singular Konjunktiv I des Verbs sein

Zu 1: Der Dativ wird hier als alter Komparationskasus (Vergleichsfall) verwendet. "Dem ist so" könnte man auflösen zu "Es ist so wie das (eben Geschilderte)". Ich vermute, dass der im Mittelhochdeutschen übliche dativische Ausdruck in festen Wendungen erhalten blieb, da er kürzer (Sprachökonomie) ist.

Zu 2: Normalerweise wird der Konjunktiv im Deutschen nur in der indirekten Rede und bei irrealen Wünschen und Bedingungssätzen verwendet. Allerdings gibt es eben oben erwähnte feste Wendungen, in denen das Verb im Konjunktiv steht. Ein anderes Beispiel findet sich in folgender Zeile des Vater-Unser-Gebets:

Dein Wille geschehe

oder auch

Komme, was wolle

Ähnliche feste, formelhafte Wendungen wie wie dem auch sei sind u. a.

Komme, was da wolle, ... (oder: Mag kommen, was da wolle, ...)

Sei dem, wie ihm wolle: ...

  • 1
    Komparationskasus also. Danke :) – John Smithers Nov 19 '11 at 16:25
  • Vielleicht kommt das "dem" aus "Wie es auch in diesem / dém (betont) Fall auch sein mag". – rogermue Jan 1 '15 at 12:36

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