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Die Präposition bei regiert den Dativ und gilt nicht als Wechselpräposition. (Siehe z.B. Prepositions and Postpositions auf Wikibooks.) Allerdings gibt es auch heute noch die Redewendung »Butter bei die Fische«.

Bei + Akkusativ kenne ich sonst nur aus dem Satz »[Er] satzte sich bei die Knechte« aus der Matthäuspassion.

Gibt es heute noch andere Redewendungen mit bei + Akkusativ?

(In der Frage über »[Er] satzte sich bei die Knechte« ging es eher um eine alternative Formulierung, z.B. mit zu statt bei, und den Zusammenhang mit bestimmten Dialekten.)

Update: Ist bei die Fische vielleicht ein Beispiel von einem veralteten Gebrauch von bei als Wechselpräposition? (Cf. "Ich habe die Tasche vor die Tür gestellt. Die Tasche steht jetzt vor der Tür.")

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    "Isch geh bei Aldi"; "ZU Aldi" - "Watt, schon halb sieben?" - Funktioniert nicht mehr seit der Änderung des Ladenschlusses. – tofro Jul 29 '16 at 14:25
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    Ich hätte das für Nominativ gehalten. Woraus kann man auf Akkusativ schließen? – guidot Jul 29 '16 at 14:47
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    @ChristopheStrobbe Ich rechne das Beispiel mit den Fischen in dieselbe Kategorie wie Tu mal die Oma winken - das klappt auch ganz ohne Präposition. – guidot Jul 29 '16 at 15:11
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    @ChristopheStrobbe Natürlich nicht. Wenn, dann wäre es ein Dativobjekt - zumindest mit korrektem Artikel ([…] der Oma winken. → Wem oder was?). Durch einen falschen Artikel wird es natürlich nicht zum Nominativ, sondern eben zu einem Dativobjekt mit falschem Artikel :D. – Dominik George Aug 1 '16 at 19:49
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    Ich habe "Butter bei die Fische" bislang für Mundart gehalten. Ein Textfragment aus der Matthäuspassion könnte dagegen schlicht veraltet sein. – user unknown Aug 2 '16 at 2:11
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Im Hessischen ist das Teil des Dialekts. Hier hört man öfter Dinge wie

Komm mal bei die Oma.
Ich geh mal bei die REWE.

Als Wahlhesse finde ich das aus zwei Gründen fürchterlich:

  1. "Bei" bestimmt in meinem Verständnis einen Ort und keine Richtung.
  2. Sowohl "bei" als auch "zu(r)" stehen mit Dativ.

Die Matthäuspassion wurde 1727 uraufgeführt, der Text ist vermutlich sogar älter. Zu dieser Zeit gab es noch kein einheitliches "Hochdeutsch", was es wahrscheinlich macht, dass hier eine starke Dialektfärbung vorliegt.

Bezüglich "Butter bei die Fische" schreibt Crissov in einem Kommentar zu der von Dir verlinkten Frage:

Butter bei die Fische ist eine feste Wendung mit m.W. bzgl. des Kasus nicht ganz geklärten nord-/plattdeutschen Wurzeln (dürfte original bi de Fisch sein).

Das scheint mir nicht abwegig und würde bedeuten, dass sich ein ursprünglicher Dialektausdruck verbreitet hat und - eventuell auch aufgrund von Missverständnissen - diese seltsame Grammatik erhalten hat.

Tofro zitiert in seiner Antwort auf dieselbe Frage:

Die Herren Grimm erlauben in ihrem Wörterbuch noch sowohl Akkusativ als auch Dativ, wobei der Akkusativ wohl "darauf zu" statt "in Ruhe bei" bedeutete.
Bei, die praeposition. an ist gerecht für den acc. wie den dat., nachdem es nahen oder bleiben (bewegung oder ruhe) ausdrückt. auch bei regiert beide casus, zu hingegen für nahen oder bleiben allein den dat. statt des bei der ruhe hatte die alte sprache oft den instrumentalis.

Das würde dann, auch wenn's mich schmerzt, das hessische Komm mal bei die Oma rechtfertigen...

  • Interessant. Ich hätte die genannten Beispiele gefühlsmäßig eher mit dem Dialekt aus Köln als dem aus Hessen in Verbindung gebracht. – O. R. Mapper Aug 24 '16 at 6:13
  • @O.R.Mapper Ich auch, aber man findet das verbreitet auch hier in Mittelhessen... – Thorsten Dittmar Aug 24 '16 at 7:04
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Ja,

Butter bei die Fische

ist ziemlich sicher ein Überbleibsel einer früheren Verwendung von "bei" als Wechselpräposition. Die damalige Verwendung (auch in dem Bibelzitat) entspricht dem in allen Kriterien.

  1. Verwendung mit Dativ zur Angabe einer Lage oder Bewegung in einem definierten Bereich
  2. Verwendung mit Akkusativ zur Angabe einer Bewegung auf etwas zu

Es gibt auch noch einige zusammengesetzte Verben, die diese These möglicherweise unterstützen:

Jeder muss sein Scherflein zum Gemeinwohl beisteuern

braucht ein zusätzliches "zu", um den Dativ zu rechtfertigen.

Jeder muß sein Scherflein dem Gemeinwohl beisteuern

hört sich für mich sehr komisch an.

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Sage ich selbst eher weniger. Aber:

Komm mal vorbei.

Ist normales Deutsch. Genauso wie Beischlaf

Bei ist einfach nur ein Wort, wie an, oder daneben.

Wenn ich den Satz. "Butter bei die Fische" analysiere. Dann sehe ich 2 B's hintereinander. Und ich finde "Butter bei" ist einfacher zu sprechen als "Butter an" wegen der Öffnung des Mundes beim "A".

Einfache Energiekonservierung.

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    Ich seh nicht, was "Beischlaf" (oder Beistrich oder sonst ein Wort, das mit "Bei" anfängt) mit dem Thema zu tun hat. Das Energiesparen (Wie packt man denn Energie in Konserven? In Form von Kalorien?) halte ich für Blödsinn, bis Du belegst, dass man für verschiedene Buchstaben verschieden viel Energie verbraucht. Letztlich sind Wörter, die mit dem gleichen Buchstaben anfangen, ein beliebtes Mittel in der Werbung (Alliteration), und das würde keiner machen, wenn es schwer zu sprechen wäre. – Robert Aug 23 '16 at 16:44
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Meines Wissen liegen solche "grammatische Fehlern" an dem Dialekt oder der Umgangssprache in sich.

Etwas Ähnliches passiert z. B. in Süddeutschland, wo man sagt:

Wegen dem Geld

oder

Wegen dem Wetter

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