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In diesen Sätzen ist nicht eindeutig was passiert:

Erich, der Dieb, und Hans sind in der Kneipe. Erich nimmt seinen Mantel und geht.

Wem gehört eigentlich der Mantel, Erich oder Hans? In einigen anderen Sprachen würde man hier verschiedene Possessivpronomen verwenden um zu markieren, wer der Besitzer ist. Kann man das im Deutschen auch oder muss man dies umschreiben, z.B. "seinen eigenen" verwenden?

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  • 1
    In diesem Beispiel ist es in der Tat nicht eindeutig, aber es gibt mehrere Optionen. Möchte man festhalten, dass es nicht sein eigener Mantel ist, kann man z. B. dessen verwenden. Man kann auch den Namen des Besitzers noch einmal wiederholen ("Erich nimmt Hans' Mantel.")
    – Ingmar
    Aug 2, 2016 at 6:46
  • @Ingmar: Warum machst Du daraus keine Antwort?
    – Wrzlprmft
    Aug 2, 2016 at 7:14
  • 1
    Wie bereits erwähnt wurde, ist schon der erste Satz sehr leicht falsch zu verstehen. Also ob Erich der Dieb ist, oder ob der Dieb eine dritte Person ist. Daher würde ich den ersten Satz, je nachdem was gemeint ist, folgendermaßen umstellen: Entweder Erich, Hans und der Dieb oder Hans und Erich, der Dieb.
    – raznagul
    Aug 2, 2016 at 7:56
  • Lassen wir uns ihn nur "Dieb-Erich" nennen ;) Oder: " Erich und Hans sind in der Kneipe. Erich, der ein Dieb ist, nimmt sienen Mantel und geht". Meine Frage geht ja aber nicht darum ob da eine dritte Person angewesen war oder nicht, sondern um die Pronomina. "Dessen" wäre ein Alternativ, geht aber wohl mit einer Hauptzatz, wie hier nicht, oder?
    – Beta
    Aug 2, 2016 at 8:11
  • 2
    Klare Sache. Der Mantel gehört natürlich dem Dieb. Zumindest am Ende der Story.
    – Em1
    Aug 2, 2016 at 8:26

2 Answers 2

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Du hast recht, der Satz ist zweideutig.

Vorher sollte aber kurz erwähnt werden, dass zumindest der erste Teilsatz (schriftlich) klar ist: Wäre der Dieb eine dritte Person, dürfte zwischen dem Dieb und und kein Komma stehen (§ 72 Rechtschreibregeln). Folglich muss Erich der Dieb sein, und wir haben es nur mit zwei Personen zu tun, was die Analyse doch deutlich erleichtert.

Ohne weiteren Kontext kann nicht entschieden werden, wessen Mantel Erich mitnimmt, wenn er geht. Seinen kann sich sowohl auf ihn, Erich, beziehen als auch auf ihn, Hans. Man kann die Zweideutigkeit durch andere oder zusätzliche Wörter auflösen, was im Beispiel aber nicht geschehen ist:

  • Erich nimmt dessen Mantel und geht.

    Hier ist klar, dass der Mantel nicht Erich gehört, also Hans gehören muss (andere Personen stehen nicht zur Auswahl).

  • Erich nimmt seinen eigenen Mantel und geht.

    Hier ist wiederum klar, dass es Erichs Mantel ist, denn es ist sein eigener.

  • Erich nimmt Hans’ Mantel und geht.

    Indem der Name des Besitzers genannt wird, ist jegliche Zweideutigkeit aufgehoben.

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Es hängt im Beispielsatz nur am Komman, dass "der Dieb" ein Einschub ist und nicht eine dritte Person, deshalb ist die Ausgangssituation bei flüchtigem Lesen schon nicht ideal. Ich ignoriere jetzt einmal Einschub. (Erich und Hans..)

"Seinen Mantel" würde ich (ohne zusätzliche Hinweise) als seinen eigenen interpretieren; sollte der von Hans gemeint sein, würde ich eher "dessen Mantel" schreiben.

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  • der Dieb ist hier ein Einschub, der sich auf Erich beziehen muss, da er durch Komma vom und getrennt ist (wobei man das mit einer weiteren Person wieder zweideutig bekommt Erich, der Dieb, Steffen und Hans. Dann wäre dessen aber nicht mehr nutzbar, da ja mehrere Besitzer zur Auswahl stünden und man müsste den Besitzer direkt benennen Hans' Mantel/Erichs Mantel/den Mantel des Diebes.. ). Ansonsten +1 für dessen als Bezug auf das Nicht-Subjekt bei zwei Personen.
    – Chieron
    Aug 2, 2016 at 7:40

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