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Ich habe eine bzw. mehrere Fragen hinsichtlich des Gebrauchs verschiedener Präpositionen. Ich brauche das nicht wirklich selbst, da Deutsch meine Muttersprache ist und ich die Präpositionen zu Wörtern einfach aus dem Alltag weiß. Meine amerikanische Freundin hat jedoch Probleme damit und ich bin mir nicht so sicher, wie man das am besten erklärt, damit sie es gut versteht.

Es geht um die lokalen Präpositionen, vor allem: "an", "in", "zu" und "bei".

Ich habe ihr bereits erklärt, dass es an einem Ort und bei einer Person heißt. Außerdem kann man in den sinnvollen Fällen anstatt "an" auch "in" benutzen.

Z. B.:

Ich besuche den Elternabend an/in der Schule.

Man kann in dem nächsten Fall kein "in" benutzen:

Ich gehe an den Strand.

"In" ist hier falsch, weil das bedeuten würde, dass man seinen Kopf in den Sand stecken würde oder so.

Nächstes Beispiel:

Wir fahren an einen See.

"In" geht nicht, weil man mit dem Auto ja nicht direkt in den See hinein fährt.

Ich gehe in den See.

Hier geht kein "an", weil man direkt in den See geht, ins Wasser.

Soweit habe ich das erklärt, dann benutzt man manchmal ja auch "zu(m)". Dazu ist mir aber einfach keine "Regel" eingefallen und auch die obere Erklärung ist ja jetzt auch keine offizielle Regel oder so.

Wie kann man das am besten schlüssig erklären?

  • Ich bin überrascht, dass ich dazu keine allgemeingültige Frage hier auf GL finde, aber es gibt zumindest einige verwandte Fragen: german.stackexchange.com/q/8479/1224# german.stackexchange.com/q/25807/1224 – Em1 Aug 19 '16 at 14:53
  • Wenn ich es mir recht überlege, ist deine Frage doch ein Duplikat zur ersteren verlinkten Frage in meinem vorherigen Kommentar? — Der Titel deiner Frage lässt übrigens eine sehr weitgefächerte Frage vermuten, was übrigens unmöglich wäre, zu beantworten. – Em1 Aug 19 '16 at 14:57
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Zunächst sollte man mal festhalten, dass Präpositionen eine Teilmenge der Adpositionen sind, allerdings sind im Deutschen die überwiegende Mehrheit aller Adpositionen Präpositionen.

Diese Arten von Adpositionen gibt es:

  • Präposition
    steht vor dem Begriff den sie regiert

    jenseits des Flusses

  • Postposition steht hinter dem Begriff den sie regiert

    der Einfachheit halber

  • Ambiposition
    kann wahlweise vor oder hinter dem Begriff stehen und wird dann auch je nach konkreter Ausprägung als Prä- oder Postposition bezeichnet

    des Kindes wegen (Postposition)
    wegen des Kindes (Präposition)

  • Zirkumposition
    besteht aus zwei Teilen, die den Begriff umklammern

    um des Friedens willen

  • Interposition
    hat zwei gleiche Wörter die sie regiert, und steht zwischen ihnen

    Stein auf Stein


Wann man welche Adposition verwenden muss, muss man Wort für Wort lernen. So wie man bei Substantiven lernen muss was ein Hirschschlögel oder ein Mumpitz ist, oder bei Verben was titrieren und missen bedeuten, muss man das auch bei allen anderen Wortarten lernen.

Und so muss man bei den Adpositionen eben einzeln lernen, wofür man sie gebrauchen kann. Bei den Adpositionen kommt noch hinzu, dass man auch lernen muss, ob sie vor oder hinter den Begriff gestellt werden müssen auf den sie sich beziehen (fast immer davor), und welchen grammatischen Fall sie verlangen.

Beispiele:

»längs der Achse«: Genitiv (Präposition)
»von seiner Geburt an«: Dativ (Zirkumposition)
»den Kindern zuliebe«: Akkusativ (Postposition)


Bewährt hat es sich, die Adpositionen in Bedeutungsgruppen einzuteilen, und die Wörter einer Gruppe zu lernen und zu üben, und sich dann der nächsten Gruppe zuzuwenden.

Bedeutungsgruppen sind:

  • lokale Adpositonen (wo? woher? wohin?)

    außerhalb der Schachtel
    aus der Türkei
    zwischen den Augen
    zwischen die Augen

  • temporale Adpositionen (wann?)

    außerhalb der Öffnungszeiten
    am Dienstag

  • kausale Adposition (warum?)

    unerachtet der Anstrengung
    bezüglich Ihrer Anfrage

  • modale Adposition (wie?)

    abzüglich der Spesen
    auf Deutsch

Natürlich habe ich nur ganz wenige Beispiele angeführt. Ich vermute, dass es mehr als 100 verschiedene Adpositionen im Deutschen gibt.

Wie man am Beispiel von außerhalb sehen kann, gibt es Adpositionen, die man auf mehrere Weisen verwenden kann, und das Beispiel »zwischen« zeigt auch, dass es Präpositionen gibt, die je nach Bedeutung unterschiedliche grammatische Fälle verlangen können:

Ilse hat zwischen den Augen ein Muttermahl. (wo? Dativ)
Der Mörder schoss ihm genau zwischen die Augen. (wohin? Akkusativ)

Aber die Grundaussage bleibt:

Man muss einzeln pro Begriff lernen, wofür er eingesetzt werden kann.

Da es so viele verschiedene Adpositionen gibt, würde es den Umfang dieser Antwort sprengen, wenn ich hier jetzt jedes einzelne Wort behandeln würde.

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