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Wenn man eine Person höflich ansprechen will, sagt man entweder Frau Blabla oder Herr Blabla. Die Pluralform von Frau ist Frauen, und die von Herr ist Herren.

Wieso denn lautet die höfliche Ansprache „Sehr geehrte Damen und Herren“ und nicht „Sehr geehrte Frauen und Herren“? Hat Frau zwei Pluralformen, von denen nur Damen in diesem Kontext zulässig ist? (im Gegensatz zur Pluralform Frauen)

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    Frau und Herr sind die höflichen Anreden für eine Frau oder einen Mann. Das "Gegenwort" für Mann ist Frau, jedoch für Herr ist es nunmal Dame und nicht Frau. Warum das so ist... – Thorsten Dittmar Oct 17 '16 at 8:41
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    @ThorstenDittmar Also wieso ist die höfliche Anrede für eine Frau nicht "Dame", wenn die höfliche Anrede für einen Mann ist nicht "Mann"? – Chill2Macht Oct 17 '16 at 8:43
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    Auf Englisch heißt Frau woman. Man sagt aber Ladys and Gentlemen und dennoch spricht man eine Frau mit Miss oder Misses an... Du sagst da ja auch nicht Dear women and men or address a woman as Good morning, women Miller!. Es gibt Wörter für die Anrede (Dame, Herr) und Wörter, die die "Art der Person" bestimmen (Frau, Mann). – Thorsten Dittmar Oct 17 '16 at 8:45
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    See also gfds.de/anrede-herr-und-frau-statt-herr-und-dame – knut Oct 17 '16 at 9:22
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    @guidot No it's not the same question – Chill2Macht Oct 19 '16 at 16:00
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Früher gab es diese beiden Paare:

  • Das Weib - der Mann

    Das davon abgeleitete Gegensatzpaar weiblich - männlich ist noch heute in Verwendung.

  • Die Frau - der Herr

    Dieses Paar findet man in Anreden (»Sehr geehrte Frau Maier«, »sehr geehrter Herr Müller«)

Erst später wurde aus dem Französischen das Wort »Dame« importiert, das als edler und gehobener als das Wort »Frau« empfunden und verwendet wurde. Einen edleren Ersatz für den Herren gibt es aber nicht. Will man nun eine gemischtgeschlechtliche Gruppe erwachsener Menschen möglichst höflich anreden, so greift man zu den jeweils hochwertigsten Begriffen. Daraus ergibt sich dieses Paar:

  • die Dame - der Herr

    Das findet man nicht nur in der nachgefragten Plural-Anrede (»Meine sehr verehrten Damen und Herren«), sondern auch, wenn höflich über Einzelpersonen gesprochen wird (»Der Herr an Tisch fünf möchte zahlen«, »Die Dame mit dem grünen Mantel hat das Zimmer 42 reserviert«)

Gleichzeitig wurde das Weib abgewertet, so dass der Mann heute als Partnerin meist nicht mehr ein Weib, sondern eine Frau hat:

  • die Frau - der Mann

    »Markus und Nadine sind seit 3 Wochen verheiratet, sie sind jetzt Mann und Frau.« Dieses Gegensatzpaar wird standardmäßig auch verwendet, um Unterschiede zwischen den Geschlechtern zu thematisieren (»Männer sind vom Mars, Frauen von der Venus« - Niemand würde hier die Männer durch Herren ersetzen, oder Frauen durch Damen oder Weiber)

Die Pluralanrede »meine Damen und Herren« ist vergleichbar mit dem englischen »Ladies and Gentlemen«, verwendet also die ehrvollsten Begriffe, die angebracht sind.

Bei Einzel-Anreden werden auch im Englischen andere Begriffe verwendet (»Mr. Johnson«, »Mrs. Smith«). Im Deutschen bleib hier weiterhin das oben genannte Paar Frau-Herr in Verwendung.

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Ich zitiere von einer Webseite.

Ob die Anrede weiblicher Personen als 'Dame' diskriminierend und damit verfassungswidrig ist, beschäftigt immer wieder die Gerichte. Sowohl das OVG Lüneburg als auch das Bundesverfassungsgericht verneinten diese Frage.

Das Bundesverfassungsgericht betrieb in seiner Urteilsbegründung sogar Sprachforschung: Die Bezeichnung 'Dame' ist seit 1622 im deutschen Sprachgebrauch bekannt. Ab Mitte des 17. Jahrhunderts sank 'Dame' in der Volkssprache auf die Bedeutung 'Hofmätresse' und 'Dirne' ab. Erst seit dem 18. Jahrhunderts hat sich 'Dame' in der bürgerlichen Gesellschaft als 'Ehrentitel' eingebürgert. 'Frau' als Anrede habe sich jedoch, so die Damen bzw. Frauen und Herren Richter übereinstimmend, nicht durchgesetzt.

Also bleibt es wie gehabt bei der Anrede 'Sehr geehrte Damen und Herren'.

Ich weiß nicht ob es Deine Frage beantwortet, aber zumindest zeigt es, dass dieses Thema schon seit langem diskutiert wird.

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Du hast recht, die alltägliche Anrede ist Herr Mayr und Frau Mayr. Doch das klingt viel einfacher als es ist.

In keinem Kontext außerhalb der Anrede sind Herr und Frau gleichgestellt. Üblicherweise ist das Antonym von Frau nicht Herr sondern Mann. Dabei bezeichnet Mann ein Exemplar der Spezies Homo sapiens, dessen Karyogramm als 46 XY angenommen werden kann, und Frau ein Exemplar derselben Spezies, dessen Karyogramm als 46 XX angenommen werden kann (so die möglichst biologische und möglichst diskriminationsfreie Definition). Das lässt sich an den folgenden Gegensatzpaaren sehen:

  • Gott schuf den Menschen nach seinem Bild, er schuf Mann und Frau. (1. Mose 1:27; Gute-Nachricht-Übersetzung)

  • Erzieher wird oft als Frauenberuf, Kfz-Mechaniker als Männerberuf wahrgenommen.

  • Die Männerumkleide ist den Gang runter und dann rechts, die Frauenumkleide den Gang runter und dann links.

Mann oder Männer hier durch Herr oder Herren zu ersetzen würde seltsam wirken.


Das übliche Antonym zu Herr ist wie oben angedeutet auch nicht Frau sondern Dame. Diese beiden Wörter waren Ehrenbezeichnungen, die unter den »klassischen« Adelstiteln wie Fürst oder Graf standen. Aus einer selbsterniedrigenden Position heraus – in alten Zeiten als Diener, heutzutage als Kellner oder Servicemitarbeiter – würde man ausschließlich Herr oder Dame benutzen. Wenn man dieses Gegensatzpaar in der oben erwähnten Bedeutung Mann/Frau benützt, wirkt es gehoben oder besonders höflich.

  • Was darf ich dem Herrn zu trinken bringen? Und der Dame?

  • Jawohl, mein Herr/meine Dame!

  • Die Herrenrunde findet im grünen Salon statt, die Damen treffen sich im blauen Salon.

Auch hier gilt: Dame durch Frau zu ersetzen wäre mindestens seltsam – wahrscheinlich würde es aber als Diskriminierung angesehen (denn man würde für den Herrn einen Ehrentitel verwenden, für die Dame ein Allerweltswort).

Da Anreden in aller Regel besonders höflich sein sollen, ist es keine Frage, dass sie Damen und Herren verwenden, anstatt Frauen und Männer.


Hinweis: Alle Beispiele in dieser Antwort dienen nur dazu, ein Gegensatzpaar zu verdeutlichen. Sprich, wenn im einen Satz X gesagt wird, müsste im nächsten Y statt B folgen. Außer dem wörtlichen Genesiszitat kann in fast allen Fällen Mann durch Herr und Frau durch Dame (und umgekehrt) ersetzt werden, solange dies parallel geschieht.

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    Was unterscheidet dann die Umkleide vom Rad? Und seit wann gilt ausgerechnet die Bibel als diskriminationsfrei? – user unknown Oct 18 '16 at 2:42
  • "Die Herrenumkleide ist vorne rechts" ist doch ein üblicher Satz? Genauso wie die Damentoilette, die Damenumkleide etc. Generell stimme ich dir zu und finde die Antwort sehr gelungen, aber das Beispiel ist vielleicht etwas unglücklich? – Andreas Heese Oct 18 '16 at 6:58
  • @AndreasHeese Ich habe mit den Beispielen eigentlich ausdrücken wollen, dass wenn ich für das eine Herren- nehme, ich für das andere Damen- nehmen muss/sollte und nicht Frauen-. – Jan Oct 19 '16 at 8:52
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    @userunknown Weil Mann und Dame nicht dem gleichen Bedeutungsregister angehören. – Jan Oct 19 '16 at 9:37
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    Wenn ich den heutigen Gebrauch eines Wortes belegen wollte, würde ich einen ganz großen Bogen um jede Bibelübersetzung machen. – Hubert Schölnast Oct 19 '16 at 13:50

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