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Ich war sehr verwundert, als ich gestern gelernt habe, dass „wenn schon, denn schon“ falsch ist und es richtig zusammengeschrieben wird: „wennschon, dennschon“ (Duden).

Meine Herleitung war

  1. Wenn ich jetzt schon da bin, dann feier ich schon auch mit!

  2. Wenn schon, dann schon!

  3. Wenn schon, denn schon!

Ist diese Herleitung richtig? Falls nein, woher kommt „wennschon, dennschon“? Und warum werden „wennschon“ und „dennschon“ zusammengeschrieben?

  • Gibt es da eine Verbindung? Ich habe gelernt, dass "wennschon" und "dennschon" Konjunktionen sind, die an sich nichts mit "wenn" und "schon" zu tun haben. Kann mich aber auch irren. – Kaj Torvald Grey Dec 2 '16 at 9:24
  • 1
    Wiktionary listet wenn schon, denn schon als alternative Schreibweise zu "wennschon, dennschon". Ich befürchte aber, dass das eher daher rührt, dass es die meisten Menschen so schreiben, es aber strikt genommen immer noch falsch ist. – Em1 Dec 2 '16 at 9:28
  • @Kaj Torvald Grey, ich habe keine Ahung, daher Frage ist. Die Bedeutung in wiktionary ist aber auch "wenn schon etwas (unter Umständen Bedenkliches) überhaupt getan wird, dann soll es aber auch ausgiebig und gründlich, ordentlich, richtig oder dergleichen getan werden". – Iris Dec 2 '16 at 9:36
  • Und wo ist der bedeutungsmäßige Unterschied zwischen dem vom Duden erläuternden umgangssprachlich: wenn man es schon tun will, dann aber auch gründlich – Thorsten Dittmar Dec 2 '16 at 10:37
  • 2
    Ich würde "wenn schon" nie im Leben zusammenschreiben, da kann der Duden vermelden, was er will. Ich glaube auch nicht, dass es für die meisten Hörer eine intransparente Bildung ohne Bezug zu "wenn" und "schon" ist. – Kilian Foth Dec 2 '16 at 13:42
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Zur Herkunft von wennschon habe ich sehr wenig bis nichts in den gängigen Quellen (DWDS, Wörterbuchnetz, canoo.net) gefunden. Jedoch findet man einiges zu verwandten Konjunktionen.

Wennschon ist eine konzessive Konjunktion (einräumend, entgegengesetzt), die synonym zu unter anderem wenngleich, obgleich, obschon, obwohl und wenn auch ist.
Mit Ausnahme von wenn auch werden heutzutage alle diese Konjunktionen als ein Wort geschrieben. Wie ich aus dem DWDS entnehmen konnte, wurden obschon, obgleich, obzwar und obwohl durchaus im 16. und 17. Jahrhundert getrennt geschrieben.

obwohl (17. Jh.), älter obwoln, ob wol (16. Jh.), ob(e) … wol(e) (15. Jh.); obgleich (16. Jh.), bis ins 18. Jh. daneben ob gleich, ob … gleich (16. Jh.); obschon (16. Jh.), bis ins 18. Jh. auch ob schon (16. Jh.), ob … schon (15. Jh.), mhd. (vereinzelt) obe schōne; obzwar (Ende 18. Jh.), zuvor ob zwar (17. Jh.), ob … zwar (16. Jh.)

Hieraus schließend denke ich, dass es für Wortverbindungen mit wenn gleiches gilt. Der Redensarten-Index stützt diese These, denn dort wird angedeutet, dass die Verbindungen von ob und wenn mit schon gleicherweise entstanden sind.

Bereits im 16. Jahrhundert festigt sich die Bindung zwischen "ob" bzw. "wenn" und "schon", die ein konzessives Verhältnis ausdrückt und sich somit auf eine Bedingung bezieht, deren erwartete Wirkung sich nicht erfüllt.

Was die Zusammenschreibweise angeht, stimmt das vermutlich auch für wiewohl, nachweislich hingegen auf jeden Fall für trotzdem.

trotzdem Konj. ‘dennoch’ (19. Jh.), aus trotz dem, daß …

Die getrennte Form wenn ... schon ist semantisch zu differenzieren, weil das schon in der Regel eine modale Bedeutungen hat, jedoch nicht teil der Konjunktion ist. Da wennschon aber ein recht hohen Seltenheitswert hat, wenn ... schon dagegen häufig vorkommt, liegt es nahe wennschon versehentlich als wenn schon zu schreiben.

Nichtsdestotrotz wird's aber auch in den Wendungen zusammengeschrieben. Während es in manchen Wendungen durchaus möglich erscheint, dass es auf das modale schon zurückgeführt werden könnte, ist dies nicht der Fall. Im Falle von wennschon, dennschon hat wennschon ebenfalls die konzessive Bedeutung. Es wird Bezug auf etwas genommen, was eigentlich eine Belastung ist und man nicht gerne machen möchte. Wennschon suggeriert also den Widerspruch dazu. Es impliziert also: "Wennschon es anstrengend ist, mache ich das. Dann aber wenigstens richtig." => Wennschon, dennschon.

Wenn nun wennschon zusammengeschrieben wird, so ist dennschon konsequenterweise natürlich auch zusammenzuschreiben.

Abschließend kann ich noch mal den Redensarten-Index zitieren und nehme hier Bezug auf "Na, und wennschon".

"Wennschon" hat sich zu der Bedeutung "na und?", "was macht das schon?", "das ist egal!" u.ä. entwickelt, die sich ebenfalls auf die Erwartungen von Sprecher und Hörer bezieht.

Kombiniert mit dem Auszug, den ich oben angeführt habe, heißt das also, dass das wennschon impliziert, dass etwas entgegen meiner Erwartung nicht eingetreten ist. Im Laufe der Jahre entwickelte sich hier die Bedeutung der Gleichgültigkeit. Sozusagen "Wennschon es nicht eingetreten ist, macht mir das nichts." => Und wennschon.

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