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In meiner Familie (insbesondere jenem Teil, der nicht aus dem Gebiet ist, das mein Avatar nahelegt) wird öfters davon gesprochen, dass etwas auseinanderklamüsert werden müsste. Zum Beispiel:

Oh Gott, was ein Kabelsalat. Willst du den auseinanderklamüsern? (= entwirren)

Ich muss die farbigen Kügelchen auseinanderklamüsern (= nach Farben sortieren)

Versuch die Staubfänger mal auseinanderzuklamüsern, dass keiner mehr einen anderen berührt. Pass auf: Die ziehen sich gegenseitig magisch an. (= trennen)

Die Bedeutung ergibt sich aus diesen Beispielen: etwas voneinander trennen, entwirren, nach Arten sortieren, wobei eine gewisse Fieselarbeit vonnöten ist – die CD-Sammlung nach Interpreten zu sortieren würde nicht als auseinanderklamüsern durchgehen.


Mich interessiert aber nicht die Bedeutung sondern die Herkunft, zumal ich das Verb auf keine mir bekannte Wurzel zurückführen kann. Woher stammt der Ausdruck? Auf welche Wortwurzeln lässt er sich zurückführen?


Bonusfrage (da in meiner näheren bairischen Umgebung niemand sonst das Wort benutzt): In welchen Gebieten Deutschlands wird es verwendet? Dafür existiert diese Wiki-Antwort; bitte regionale Verbreitung in diese einfügen.

  • Ich kenne das Wort zwar, verwende es aber nicht und kenne auch niemanden, der es verwenden würde (Osten Österreichs). Hierzulande wird »auseinanderklauben« verwendet, wo in deinen Beispielen » auseinanderklamüsern« verwendet wird. Das Verb »klauben« hat aber die Bedeutung »aufheben, aufsammeln«. (Erdäpfel klauben = Kartoffel ernten, Äpfel/Birnen klauben = Fallobst vom Boden aufsammeln. Äpfel vom Baum pflücken wäre »Äpfel brocken«.) – Hubert Schölnast Dec 27 '16 at 10:27
  • @HubertSchölnast Und in meinem Teil Bayerns taucht klauben in der Regel als auf- oder zusammenklauben auf. Fürs Trennen würde ichs eher nicht verwenden. – Jan Dec 27 '16 at 12:28
  • Ich kenne zusammenklauben als Synonym für klauben und als Synonym für einsammeln (»Klaubt eure Sachen zusammen, wir brechen auf.«) – Hubert Schölnast Dec 27 '16 at 13:18
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Der Ausdruck ist norddeutsch. Er ist abgeleitet von den Kalmäusern. Daraus resultiert zuerst das Verb klamüsern (=grübeln) und davon abgeleitet sind ausklamüsern (=durch Probieren herausfinden) und eben auseinanderklamüsern.

Während laut Duden die Herkunft von Kalmäuser ungeklärt ist, ist DWDS dort schon etwas detaillierter.

klamüsern Vb. ‘grübeln, in der Stube hocken’, älter kalmäusern (16. Jh.). Zugrunde liegt Kalmüser, Klamüser ‘Sinnierer, Grübler, spitzfindiger Geselle’, das noch heute im Nd. gebräuchlich und seit dem 16. Jh. (auch obd.) in vielen Bedeutungsnuancen belegt ist (‘Schmarotzer, Geizhals, armer Schlucker, Knauser, Schulmeister, weltfremder Stubengelehrter’). Man kann ausgehen von rotw. Kammesierer ‘gelehrter Bettler’, zu jidd. komaz ‘nehmen (mit voller Hand)’, kamzon ‘Geizhals’, das wohl von lat. calamus ‘Rohr, Schreibrohr, Feder’ beeinflußt wird, so daß Kalmäuser, Klamäuser, Kalmüser oder Klamüser als der ‘unfruchtbare Gelehrte’ zu verstehen ist. Das Verb ist vom Substantiv abgeleitet, vgl. noch heute nd. kalmüsern, klamüsern ‘grübeln, umhersuchen’, nhd. ausklamüsern ‘austüfteln’ (19. Jh.).

Noch ausführlicher wird es im Grimmschen Wörterbuch.

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Gegenden, in denen auseinanderklamüsern in dieser Bedeutung bekannt ist und verwendet wird:

  • südliches Niedersachsen, Hannover, Braunschweig
  • nördliches Niedersachsen (klamüsern kommt außerdem im Plattdeutsch vor)
  • nördliches Sachsen-Anhalt
  • Köln, Düsseldorf, Aachen und Umgebung (Niederrhein, Bergisches Land, Nordeifel)
  • Berlin

Gegenden, in denen der Ausdruck nicht benutzt wird:

  • südwestliches Oberbayern.
  • östliches Österreich.

(ob er verstanden wird ist nebensächlich)

  • Ich kenne und verwende es auch. Region Stuttgart. Könnte allerdings Einfluss von Verwandtschaft im Saarland sein. – Iris Dec 27 '16 at 8:45
  • @Iris An sich ist klamüsern im Süden mMn nicht heimisch. Ich kenne es auch, verwende es aber sehr selten. – tofro Dec 27 '16 at 10:04

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