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Ein relativ häufig auftretendes Muster, bspw. in Zeitungsüberschriften, ist erst …, dann … In der Phrase steht selten ein Verb, höchstens das explizite erobern (wollen/werden/haben), das sonst nur (oft im übertragenen Sinne) impliziert ist. Gefühlt besonders häufig tritt als zweiter Teil dann die ganze Welt auf. Statt erst kann auch zuerst verwendet werden, welches auch nachgestellt sein kann: … zuerst, dann … Intuitiv übersetze und ergänze ich Trumps “America First!” so, obowohl ich weiß, dass first hier nicht als zeitliche Priorität gemeint ist.

Mir ist, als sei „Erst [Deutschland], dann die ganze Welt!“ im 19./20. Jahrhundert ein Schlachtruf verschiedener politischer Ideologien gewesen, konnte das aber noch nicht hinreichend bestätigen. Ist das tatsächlich der Ursprung dieser Floskel? Wird sie ggf. daher als problematisch angesehen (und journalistisch trotzdem regelmäßig verwendet)?

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    Den Teil und das Ganze zu erwähnen, ist eine typische Rethorik-Figur. Urbi et Orbi, das der Papst verkündet, heisst ja im Prinzip dasselbe, und Ovid schrieb Romanae spatium est urbis et orbis idem. – tofro Jan 20 '17 at 8:09
  • Hmm, urbi et orbi ist laut dt. Wikipedia Paronomasie und Homöoteleuton, aber beides bezieht sich nur auf den Klang. Eine Klimax ist normalerweise dreiteilig und ein Bathos normalerweise extremer zugespitzt. Aber ja, eine rhetorische Figur ist es bestimmt, nur finde ich ihren exakten Namen nicht. – Crissov Jan 20 '17 at 15:17
  • man könnte sagen, es wäre pars cum toto. Aber das müsste man natürlich erst erfinden. – tofro Jan 20 '17 at 15:34
  • Aber ich glaube, der richtige Begriff ist (vielleicht) Synekdoche – tofro Jan 20 '17 at 15:40
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Das klingt nach einer Anspielung auf die Zeile

Heute da hört uns Deutschland, und morgen die ganze Welt

aus dem NS-Lied "Es zittern die morschen Knochen" (wobei umstritten ist, ob es im Originaltext "da hört" oder "gehört" heißt – beide Versionen wurden gesungen).

  • siehe auch "New York (...) if we can make it there, we make it everywhere" oder "first we take Manhatten, then we take Berlin", beides freilich deutlich jünger. Oder auch "Urbi et Orbi" - (In Rom und außerhalb). – user unknown Jan 20 '17 at 10:31
  • @userunknown Es geht speziell um die Formulierung "... die ganze Welt". – Uwe Jan 20 '17 at 11:08
  • @Uwe orbi ist diese Formulierung. – tofro Jan 20 '17 at 14:42
  • Ahja, ich kann heute …, morgen … mit erst …, dann … durcheinandergebracht haben. Kein Wunder, dass ich es so nicht gefunden habe. – Crissov Jan 20 '17 at 14:44
  • @tofro Bei "urbi et orbi" fehlt aber sowohl das implizierte Erobern als auch die zeitliche Abfolge, – Uwe Jan 20 '17 at 15:40

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