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Wieso dreht man Wäsche auf links, wenn man sie doch eigentlich von innen nach außen dreht?

Google hat mir leider dieses Mal leider, abgesehen von gutefrage.net nicht weiter geholfen, sondern hat mir nur viele Waschtipps ausgespuckt.

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  • 4
    Duden ignoriert diese Bedeutung (umgedrehtes Wäschestück) erstaunlicherweise vollkommen, das Grimmsche Wörterbuch kennt sie als verkehrt, gewendet.
    – tofro
    Commented Feb 6, 2017 at 18:20
  • 1
    @Loong nicht mal mit Erklärung - als ob "links" und "gewendet" dasselbe wäre. Ich finde, das hätte eine eigene Bedeutung verdient gehabt.
    – tofro
    Commented Feb 6, 2017 at 19:21
  • 5
    "Das kommt davon ,das früher viele Sachen gestrickt waren. und da gibt es beim Stricken immer rechte und Linke Maschen. Die äußere oder schönere Seite ist die rechte Seite (man sagt auch Warenseite dazu). Und somit ist etwas nach links drehen eben die innere Seite nach außen drehen." Gefunden bei cosmiq.de/qa/show/2050123/Auf-links-drehen - kann aber nicht sagen ob das stimmt :)
    – knut
    Commented Feb 6, 2017 at 22:12
  • 1
    @Knut: Ist aber eine alternative Wahrheit zur Erklärung Ingmars - vielleicht machst Du eine Antwort draus? Commented Feb 7, 2017 at 1:47
  • 4
    Ich glaube nicht, dass das vom Stricken kommt. Die viel ältere Form ist das Weben. Hier gibt es eine Webart, die Köperbindung, bei der unterschiedlich viele Kettfäden unter- oder überfahren werden. Bei jedem Schuss wird diese Grenze zwischen oben und unten nach rechts verschoben. Damit ist das "rechte Warenbild" die Seite, bei der der Weber nach rechts gearbeitet hat. Die andere Seite wird dann folgerichtig als linke Seite bezeichnet. Das rechte Warenbild wiederum ist die schönere Webseite, auf der das gewünschte Farbmuster am besten zu sehen ist.
    – IQV
    Commented Feb 7, 2017 at 10:08

2 Answers 2

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Ich glaube es besteht ein Zusammenhang mit "rechts = richtig", demgemäß wäre dann alles was links ist, falsch (vgl. "eine Linke" etc.) Demnach wäre die "rechte Seite" die richtige und die "linke Seite" die falsche, verkehrte.

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  • 2
    +1, vgl. auch "linkisch" und "jmd. linken", beides mit Konnotation "falsch"
    – tofro
    Commented Feb 6, 2017 at 18:20
  • 2
    Und auch schon im Lateinischen hat sinister die Nebenbedeutung von "fies", "Unglück bringend" oder "drohend", also eine negative Konnotation
    – tofro
    Commented Feb 6, 2017 at 18:27
  • 3
    Das ist aber nicht mehr als eine Vermutung, oder? Commented Feb 6, 2017 at 19:36
  • 2
    Das wäre auch meine Vermutung, aber stimmt sie?
    – Iris
    Commented Feb 6, 2017 at 21:30
  • 2
    @Iris: unter recht(s) sagen sie: recht, bei dingen die zu wenden sind, bezeichnet die gewöhnlich sichtbare oder obere seite (vgl. dazu link)
    – Takkat
    Commented Feb 8, 2017 at 11:31
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lenken Vb. ‘in eine bestimmte Richtung bewegen, steuern’, mhd. lenken ‘biegen, wenden, richten’ […] Die Bedeutung entwickelt sich von ‘biegen, in eine andere Richtung biegen’ zu ‘die Richtung bestimmen, steuern’. – ablenken Vb. ‘in eine andere Richtung lenken, abbiegen’ (um 1500), ‘fernhalten, abwenden, auf andere Gedanken bringen’ (Anfang 16. Jh.).

Damit zusammenhängend

Gelenk n. ‘bewegliche Verbindung von Knochen, von (Maschinen)bauteilen’, ahd. gi(h)lenki (11./12. Jh.), mhd. gelenke […] sind verwandt mit aengl. hlanc ‘schlank, dünn’, eigentlich ‘biegsam’, aengl. hlence, anord. hlekkr ‘Kette, Kettenglied’, hlykkr ‘Krümmung, Biegung’ und mit lat. clingere ‘umgürten, schließen’. –

„lenken“ und „Gelenk“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, https://www.dwds.de/wb/etymwb/Gelenk, abgerufen am 10.09.2023.

Wegen "schlank, dünn" ließe sich vermutlich ein vermutlich doch eher zufälliger Zusammenhang mit der Linken, schwachen Hand vermuten. Pfeifer (cf. links) stellt die übliche Herleitung ebenso in Frage, "Oder im Sinne von ‘gebogen, schief’ (im Gegensatz zu recht ‘gerade’, s. d.) verwandt mit lenken, Gelenk?" begründet es aber anders, um den Zusammenhang mit mittelhochdeutsch linc, lenk "link, linkisch, unwissend" zu retten.

Der weit verbreitete, nicht gänzlich unbegründete Gedanke, dass die linke Hand des Teufels sei, kann nur als gepflegte Volksetymologie begriffen werden.

Next to laevus and scaevus, the meaning 'left' for sinister must be a more recent development. […] WH connect the root *senh₂ 'to obtain' (Skt. sanóti), which would imply something like 'the more favourable (side)' for *senH-is-tero- > sinister.

[M. de Vaan, Etymological Dictionary of Latin; WH = Walde/Hofmann, Lateinisches etymologisches Wörterbuch]

Die ungelenke Herleitung aus der Anatomie überzeugt insoweit nicht wirklich, da außergermanische Anknüpfungspunkte nicht gesichert sind. Unterdessen vergleicht De Vaan tatsächlich altisländisch hlekkr 'chain, ring', usw. und rekonstruiert althochdeutsch lenk*, lenc* 'left', doch warnt hinsichtlich clingere, -ō: "The precarious transmission of this word in Latin renders its linguistic reality uncertain." Dessen baltoslavische Vergleiche unterstreichen nur die Unsicherheit.

Zu mhd. linc ~ linkes heißt es letztendlich auch nur "origin uncertain" (en.WT: links).


Zum Vergleich bietet sich maßgeblich an rücklinks / rücklings, mhd. rückelingen, althochdeutsch ruggilingūn ‘rückwärts, hinten’ (Pfeifer/dwds.de). Zur Endung:

Daß das l dieses Wortbildungselements erst sekundär angetreten ist (wohl analog zu Ableitungen, die zum Wortstamm gehörendes -l- enthalten, vgl. etwa ahd. hālingon, -un ‘heimlich’, ītalingūn ‘vergeblich’, zu Hehl bzw. eitel, s. d.), zeigen die in früher Zeit gleichermaßen nachweisbaren Adverbien auf ahd. -ingū̌n, -ingon [usw.]

„-lings“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993) [ibid.]

S.a. EWA: ahd. -iling, "wobei -il- die Dimi- nution, -ing die Zugehörigkeit ausdrückt.", was jedoch nicht ganz dasselbe ist.

Dies gereicht zum Schluss der Vermutung, die Polysemy von "links" habe einerseits zu dieser Entwicklung (s. rücklings) beitragen können, müsste in Ihrer Entstehung im Einzelfall (links) aber ganz anders begründet werden. Das ist an dieser Stelle nicht zu leisten.

Weil ein appelativer Wortstamm *auf-l- oder ähnliches nicht offensichtlich ist und die Analogie ansonsten beliebig ist, d.h. unbegründet, ist eine sekundäre Ableitung (s. -lings) im Fall von "auf links drehen" nicht unwahrscheinlich.


Denkbar wäre zwar mittelhochdeutsch afela), sofern dies neben mitteldeutsch äbich "das abstehende, zurückstehende, folglich verkehrte und linke" (DWB; "inside out", en.WT) unter niederdeutscher Vermittlungb) in mhd. afel, aver, ävern, äfern, äffic-lich o.ä. (s. Lexer, DWB) aufgegangen zu sein scheint

a) s. en.WT: *aflą "power, strength, might", jedoch ohne Definition für mhd.

b) s. en.WT: *abuhaz "turned the wrong way, inverted; wicked, bad"; EWA: ahd. abuh, vgl. mndl. āves, aefs "verkehrt", ae. afu(h)lic "perversus", me. awk(e), auk(e) "from the left, perverse, strange", aisl. ǫfugr "verkehrt, abgewandt" etc.


Eine andere Möglichkeit wird im Weben gesehen (s. die Kommentare, @knut), die Zusammenhänge sind jedoch ungewiss. Grimm bemerkte einst afner, das "eher zu weben selbst gehört, und dem altn. ofnir textor? ([…]) gleicht, dem bekannten webel, wefel panucla verwandt." (DWB: afner) Zweitens kann mit altnordisch hlekkr "Kettenglied" ein Rückschloss auf die angesprochene Richtung der Masche beim Stricken bzw. Weben verstanden werden: bei Läufern, Baumwollsocken usw. ist die Oberseite glatt, nur auf der Unterseite befinden sich viele feine Knoten.

Deswegen kommt unter der Annahme eines nordischen Lautwandels o < wo für das gesuchte Appelativum die Wortfamilie um weben in betracht, nämlich ... Waffel? "Die Bezeichnung für das alte niederländische Fasten- und Festgebäck, die von der wabenartigen Musterung ausgeht," (Pfeifer: Waffel). Siehe ferner im Niederländischen: "Ontwikkeld uit Proto-Germaans *wēb-ilō-, […] vernoemd naar haar geweven patroon, net zoals een honingraat" [Philippa et al., Etymologisch Woordenboek van het Nederlands, https://etymologiebank.nl/trefwoord/wafel)), "oorspr. = “weefsel”: germ. *wêƀlô-, ablautend met weven." (N. van Wijk (1936 [1912]), Franck's Etymologisch woordenboek der Nederlandsche taal [ibid.]) Zum Thema steht da natürlich nichts. Die Ähnlichkeit zu Oblate ist auch eher zufällig, dessen Herleitung aus offere, ob-fero, im Bezug auf urindogermanische Partikeln och viele Fragen offen lässt, insbesondere ob *wêƀ- zu einer solchen gehört wie auf- < *upó.

Obscura per obscurum.

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  • 3
    Was hat das mit der Frage zu tun? Commented Sep 13, 2023 at 23:43
  • @Kritiker, spezifiziere "das". Hat die Edith geholfen?
    – vectory
    Commented Sep 14, 2023 at 4:50
  • @userunknown dein Edit ist wieder mal nonsense. Dieses mal sogar inhaltlich, nicht nur auf meine eigenwillige Schreibe bezogen.
    – vectory
    Commented Sep 20, 2023 at 16:11
  • und die downvotes sind herkömmliches Scheuklappengehabe.
    – vectory
    Commented Sep 20, 2023 at 16:16
  • Wieso rollst Du sie dann nicht zurück? Und was heißt "wieder mal"? Bislang hast Du mir noch keine Nonsense-edits vorgeworfen - auch sonst erinnere ich mich an derartige Vorwürfe. Ganz billiges Framing! Commented Sep 20, 2023 at 19:15

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