2

Ich lerne die deutsche Sprache und wollte wissen, ob es ein solches Wort in der deutschen Sprache gibt?

  • Wörter dafür gibt es sicher, einen Begriff dafür eher nicht, weil Gehälter i.A. nicht in irgendeiner Form nach oben begrenzt werden. – tofro Mar 14 '17 at 11:10
  • 1
    @tofo: Gehaltsobergrenzen gibt es durchaus (für bestimmte Berufsgruppen) und eine Begrenzung für andere wird mittlerweile auch diskutiert. – user1583209 Mar 14 '17 at 11:38
  • @user1583209 Für meins gibt's keine. Ich wäre auch mit mehr zufrieden. Du weißt schon, was "i.A." heißt? – tofro Mar 14 '17 at 12:18
  • @tofo: Ich weiß schon, was "i.A." heißt. Meine Anmerkung bezog sich aber auf: "einen Begriff dafür eher nicht". – user1583209 Mar 14 '17 at 12:39
  • "Was ist das Gegenteil von Lampe?" – vectorious Mar 14 '17 at 13:35
3

Es gibt verschiedene Auffassungen vom Begriff 'Gegenteil' (vgl. de:wikipedia Gegenteil). Da nicht klar ist, worauf Du hinauswillst, versuche ich, alle Möglichkeiten, die hier denkbar sind, abzudecken.

Konträres Gegenteil

Da ist zum einen das sogenannte konträre Gegenteil:

Das Gegenteil einer Sache oder einer Eigenschaft ist umgangssprachlich meistens eine Sache oder eine Eigenschaft, die von der erstgenannten eine Art Spiegelung eines gedachten Mittelpunktes darstellt. [wikipedia]

Im Fall von "Mindestlohn" gibt es nun auch gleich zwei Möglichkeiten, ein konträres Gegenteil zu erhalten:

Man kann den Bestandteil "Mindest-" in "Mindestlohn" umkehren, und kommt zu Begriffen wie Maximallohn, Höchstlohn, etc.

Fokussiert man nicht auf das "Mindest-" in "Mindestlohn", sondern auf den Bestanteil "-lohn", dann ist Mindeststrafe ein konträres Gegenteil von "Mindestlohn".

Kontradiktorisches Gegenteil

Es gibt aber auch die Vorstellung, das Gegenteil sei ein Komplement des ursprünglichen Wortes. Das wären in diesem Fall die Art von Lohn, die kein Mindestlohn ist (sogenanntes kontradiktorisches Gegenteil):

Wenn man den Mindestlohn konzeptuell auffasst, als staatlichen Eingriff in die Privautonomie und Vertragsfreiheit versteht, dann könnte man Martklohn, also den auf einem freien Markt entstehenden Lohn als 'Gegenteil' von "Mindestlohn" auffassen. (Gebräuchlich ist das meines Wissens aber nicht.)

Wenn man den Mindestlohn konkret auffasst, also als den Lohn, den eine konkrete Person erhält, dann erhielte man einen Begriff, der mehr als Mindestlohn bedeutet, aber einen solchen Begriff kenne ich nicht.

  • 1
    +1 für die Mindesstrafe. Der letzte Absatz aber verrennt sich, m.M. nach. Für einen Kaffeepreis von 1,80 gibt es kein Gegenteil und so ist auch nicht ein Lohn, der nicht der Mindestlohn ist, das Gegenteil von Mindestlohn. – user unknown Mar 14 '17 at 13:22
  • @userunknown Naja, das ist halt die Frage, was man unter Gegenteil versteht. Das ist kontextabhängig. Wenn man Mindestlohn als "den gerade so die gesetzlichen Bestimmungen erfüllenden Lohn" konzeptualisiert, dann ist "ein Lohn, der nicht (nur) gerade so die gesetzlichen Bestimmungen erfüllt" eben eine Art Gegenteil. – jonathan.scholbach Mar 14 '17 at 13:35
  • Nein. Nicht jeder Satz, den man syntaktisch bilden kann, ist sinnvoll. Ich kann auch fragen was das Gegenteil von Grün ist. Das Gegenteil von heiß ist nicht einfach nicht heiß, das ist eine einfache Verneinung. Lauwarm ist nicht heiß, aber das Gegenteil von heiß ist kalt. – user unknown Mar 14 '17 at 13:53
  • @userunknown Lies dir bitte den verlinkten Wikipedia-Artikel durch. – jonathan.scholbach Mar 14 '17 at 14:13
  • @userunknown: Wenn es um Verbennungsgefahr wegen Hitze geht, ist die Kälte natürlich in Lauwärme inbegriffen. Ist das Glas halb leer oder voll? Das ist halt kontextabhängig. Eigentlich kann man garnicht von Gegenteil reden, da die Temperatur kein Teil ist und nicht dem Schluessel-Schloss-Prinzip entspricht. – vectorious Mar 14 '17 at 14:42
2

Wir können hier das Wortpaar mit der lateinischen Wurzel nutzen:

minimum <-> maximum bzw.
minimal <-> maximal

Also:
Minimallohn <-> Maximallohn

Oder auf Deutsch:
Mindestlohn <-> Höchstlohn

  • 1
    Rein sprachlich gesehen, ist das richtig. Aber wenn man die Definition betrachtet, ist es höchst fraglich. Dann wäre das Höchstlohn immerhin der Lohn, der "maximal rechtlich zulässig" ist. Grenzen nach oben hin fände ich zwar gut, aber das Konzept wäre mir doch neu. – Em1 Mar 14 '17 at 9:27
  • 2
    @Em1 Deckelung von Managergehältern? Auch rechtlich abgesichert für Unternehmer/Banken in öffentlicher Hand? Und die Grenzen müssen nicht durch Gesetzgeber bestimmt und kontrolliert werden, auch Betriebsvereinbarungen oder Tarifverträge u.ä. kommen in Frage. – Stephie Mar 14 '17 at 9:32
1

Kurze Antwort:

  • sprachlich: Maximallohn, Höchstlohn
  • bei klar abgegrenzten minimalen und maximalen Entgelte: Maximallohn, Höchstlohn
  • rechtlich: kein Gegenteil
  • im Sinne von "ausreichend": kein Gegenteil

Ausführliche Antwort:

Auf sprachlicher Ebene ist die Antwort einfach. Man würde vom Maximallohn oder Höchstlohn sprechen, so wie es in einer anderen Antwort bereits erwähnt wurde.

Unter Betrachtung der Definition von Mindestlohn ist dies aber inkorrekt. Der Mindestlohn ist definiert als der Lohn, der mindestens entrichtet werden muss. Rechtlich gesehen. Eine Obergrenze gibt es vom Gesetzgeber aber nicht. Insofern gibt es kein Gegenteil zum Mindestlohn.

Dann könnte natürlich auch ein Unternehmen einen Mindestlohn bestimmt haben, den sie mindestens an ihre Arbeiter auszahlen. Der müsste natürlich mindestens dem gesetzlichen Mindestlohn entsprechen.
Nun kann zu diesem Mindestlohn natürlich ein Gegenteil in der Praxis umgesetzt werden. Der maximale Lohn, den dieses Unternehmen an einen Arbeiter entrichtet, würde dann dem Begriff entsprechen, der auf sprachlicher Ebene korrekt ist: Maximallohn bzw. Höchstlohn.

Nächste Überlegung könnte sein, was denn nun ist, wenn man unter Mindestlohn den Lohn versteht, der notwendig ist, damit man überleben kann. Sprich, ausreichend Geld zur Bezahlung der Miete, des Essens und so weiter.
Ob es hier ein Gegenteil gibt, kann man stark diskutieren. Als Gegenteil könnte man den Gehalt betrachten, der nicht ausreicht, um über die Runden zu kommen. Aber auch ein Gehalt, dass einem jeglichen Luxus erlaubt, entspräche gewissermaßen dem Gegenteil. Aber strikt genommen, sind jene Extreme gegenteilig zueinander und der Mindestlohn ist nur ein fixer Wert irgendwo in der Mitte. Folglich kein Extrem und somit kein Gegenteil.
Und was wäre exakt das Gegenteil? Der in einer anderen Antwort genannte Hungerslohn? Warum nicht "gar kein Lohn"?
Und wo beginnt Luxus?

Das ganze kann man noch weiter spinnen, aber dann diskutiere ich das Thema morgen noch...

  • Also rein logisch betrachtet ist das Gegenteil von Mindestlohn - kein Mindestlohn – tofro Mar 14 '17 at 12:53
  • "Mindestlohn" ist aktuell in Deutschland ein eng verstandener Begriff, aber das Wort ist weder auf die Gegenwart, noch auf Deutschland begrenzt und auch nicht auf den Kontext gesetzlicher Initiativen. Der Geschäftsführer kann einen Maximallohn kalkulieren, zu dem er noch Gewinn macht und in der Diskussion ist auch schon, ob Managermaximallöhne als Faktoren des untersten, in der Firma gezahlten Lohns, festgelegt werden sollen (das 100 oder 1000fache). – user unknown Mar 14 '17 at 13:04
1

Zur Einrichtung Mindestlohn gibt es kein Gegenteil, aber ein Pendant/Gegenstück:

Obergrenze bzw. Lohnobergrenze

@user1583209 hat in seinem Kommentar schon davon gesprochen.

Inwiefern sich die Einrichtung Obergrenze in Deutschland findet, ist unerheblich, gefragt ist nach der deutschen Sprache, nicht nach dem deutschen Staat.

  • So gut der Hinweis auf die Sprache ist, die a) auch in Österreich und der Schweiz gesprochen wird, b) in Vergangenheit und Zukunft benutzt wird und c) in fiktionalen Texten verwendet wird, so falsch ist die Antwort, denn "Man zahlt mir nur den Mindestlohn" findet seine Entsprechung nicht in "Man zahlt mir die Obergrenze". – user unknown Mar 14 '17 at 13:12
  • @user unknown: Da Obergrenze für einen Wert steht, ist »Man zahlt mir die Obergrenze« gültiges Deutsch in allen drei Ländern. – Pollitzer Mar 14 '17 at 13:45
  • Gut. Das Gegenteil von Obergrenze ist Untergrenze - stimmst Du mir zu? Also kann man auch sagen "Man zahlt mir nur Untergrenze". Hm. Die Untergrenze, bei der in freier Natur Wasser flüssig bleibt ist 0° Celsius. Richtig? Also: Das Wort "Untergrenze" transportiert nicht den Inhalt "Lohn". Spezifisch danach war aber gefragt. – user unknown Mar 14 '17 at 13:58
  • 1
    @user unknown: Auch das ist kein gültiger Einwand. In meiner Antwort steht »... bzw. Lohnobergrenze.« – Pollitzer Mar 14 '17 at 14:30
-1

Da "Mindestlohn" ein Extrem ist, kann man intuitiv nach dem Gegenteil suchen. Das Problem ist aber, dass ein Extrem, das das Ende einer offenen Skala definiert, normalerweise kein Gegenteil hat.

Bezüglich deiner Frage kann man im Prinzip sagen, dass das Gegenteil von "Mindestlohn" wohl "ausreichend Lohn" ist. Da das aber subjektiv ist, scheint es mir nicht passend als generelles Gegenteil.

Die beste Beschreibung wäre dann, zugegebenermaßen trivial, "mehr Lohn als Mindestlohn". Da das aber kein Wort, sondern ein Konzept ist, würde ich sagen, dass "Mindestlohn" kein sinnvolles Gegenteil besitzt.

  • Ich mag dein Antwort. Ich denke 'Mindestlohn' ist auch ein Konzept und genau deswegen habe ich für das Gegenteil gefragt!. – Ather Cheema Mar 14 '17 at 9:02
  • 1
    @Andreas Pardeike: Wenn Du zum Beispiel "groß-klein" als Gegenteilworte akzeptierst, sehe ich da keinen großen Unterschied zu "Mindestlohn-Maximallohn/Gehaltsobergrenze/Höchstlohn". In beiden Fällen beschreiben die Worte gesetzlich festgelegte Grenzen für den Lohn. – user1583209 Mar 14 '17 at 9:13
  • 1
    mindest impliziert ausreichend, das sind keine Gegensaetze, eher superlativ und komparativ der gleichen Idee. – vectorious Mar 14 '17 at 9:19
  • ich stimme @vectorious voll zu. Der Vergleich "klein" zu "mindestens" hinkt aber. – Andreas Pardeike Mar 14 '17 at 9:21
  • 1
    @vectorious: Wieso impliziert Mindestlohn ausreichender Lohn? Mindestlohn ist üblicherweise ein rechtlicher Term, der angibt, wie viel (oder eher: wie wenig) für eine Vollzeitstelle zu bezahlen ist. Ob das für jemanden ausreicht, ist eine ganz andere Frage. – PMF Mar 14 '17 at 9:33
-1

Neben Höchstlohn (danke Stephie) ist auch das Extrem unterhalb des Minimums vorstellbar: Lohn unter Existenzminimum wird z.B. Hungerlohn genannt, allerdings kann auch ein nomineller Mindestlohn tatsächlich ein Hungerlohn sein.

  • Wenn man unter dem Mindestlohn zahlt ist der Maßstab immer noch der Mindestlohn. Das Gegenteil der Höchstgeschwindigkeit ist nicht das Überschreiten der Höchstgeschwindigkeit. – user unknown Mar 14 '17 at 13:07
  • "Hat er sich an die Höchstgeschwindigkeit gehalten?". "Nein, im Gegenteil!" – vectorious Mar 14 '17 at 13:34
  • Und was soll das heißen? Im Unterschied zu "Nein, hat er nicht!". Dass er statt 80 nur 20 gefahren ist? – user unknown Mar 14 '17 at 13:49
  • Wer 20 in der 80er-Zone fährt, hält sich wohl an die obere Geschwindigkeitsbegrenzung. Das kann ich also nicht gemeint haben. – vectorious Mar 14 '17 at 14:52

Your Answer

By clicking “Post Your Answer”, you agree to our terms of service, privacy policy and cookie policy

Not the answer you're looking for? Browse other questions tagged or ask your own question.