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Gegeben sei folgender Satz:

Diese Funktion nennen wir Transferfunktion und ist definiert wie in (1).

Offensichtlich ist dies eine Satzreihe aus zwei Sätzen:

Diese Funktion nennen wir Transferfunktion.

und

Diese Funktion ist definiert wie in (1).

Nun ist Diese Funktion im einen Satz aber Objekt und im anderen Subjekt. Nichtsdestotrotz wird sie im zweiten Satz ausgelassen. Ist dies zulässig?

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    "Diese Funktion nennen wir Transferfunktion und sie ist definiert wie in (1)." ist m.E. richtig, aber da ich keine Regel dazu benennen kann, nur ein Kommentar. "Diese Funktionen nennen wir TF und sind abgebildet auf Seite 3" - da würde ich auf Seite 3 ein Foto der Autoren erwarten. :) – user unknown Mar 14 '17 at 14:01
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    @userunknown Ich erwarte dagegen ein Foto der Funktionen. Anders, wenn der Satz "Wir nennen diese Funktionen TF..." lauten würde. – Em1 Mar 14 '17 at 14:44
  • Gleichzeitig Subjekt und Objekt geht auf keinen Fall. Es ist höchstens so, dass eine Wiederholung auch weggelassen werden kann, wenn der grammatische Fall zwar nicht identisch, die Form jedoch identisch ist. Der Hörer/Leser wird es sicherlich verstehen, und ob es guter Stil ist, ist sowieso immer Ansichtsfrage. Meinem Sprachgefühl nach muss ein "sie" stehen. – dirkt Mar 14 '17 at 14:56
  • Meiner Ansicht nach ist die Funktion das passive Subjekt des Satzes (vgl. Englisch subject i.S.v. Unterrichtsstoff): "Diese funktion heißt TF und (ist) definiert ...". Damit sprechen wir wenigstens nicht mehr so viel ueber uns, obwohl der Bezug zu uns sowieso implizit klar ist. Ist das vielleicht eine Frage der Aufmerksamkeit, den Gegenüber mit Personalpronom anzusprechen? – vectorious Mar 14 '17 at 15:14
  • @vectorious Die Frage war nicht, wie der Satz umformuliert werden könnte. Grammatikalisch ist das wir eindeutig das Subjekt im ersten Teilsatz. – flyx Mar 14 '17 at 15:37
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Ich denke, hier handelt es sich um eine (eher unfreiwillige oder unbeabsichtigte) Form eines Zeugma im Sinne des berühmten Zitats

Ich heiße nicht nur Heinz Erhardt, sondern Sie auch herzlich willkommen!

oder

Ich fror vor mich hin, denn nicht nur meine Mutter, auch der Ofen war ausgegangen

D.h. die Wiederverwendung eines Satzteiles in u.U. widersprüchlichem Sinn bzw. nicht übereinstimmender Form.

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    Zeugma musste ich nachschlagen, aber das scheint sich ja eher auf die Auslassung von Verben zu beziehen – sei es nun im ernsten oder im gewollt widersprüchlichen Sinn. Es fällt mir schwer, hier die Gemeinsamkeit zu erkennen – das Zeugma zielt auf unterschiedliche Bedeutungen eines Wortes ab, während hier die Bedeutung dieselbe bleibt, nur der Kasus wechselt. – flyx Mar 14 '17 at 14:39
  • @flyx Im engeren Sinn stimmt das mit der "Wiederverwendung des Prädikats". Im heute gebrauchten weiteren Sinn wird der Begriff des Zeugmas aber auch auf alle anderen (evtl. "mißbräuchlich") wiederverwendeten Satzkomponenten angewendet. – tofro Mar 16 '17 at 14:43
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Solche Sätze kommen in Schriftstücken wie Briefen, besonders auch Geschäftskorrespondenz sowie Behördendokumenten aus älterer Zeit (Ende 19./Anfang 20. Jahrhundert) recht häufig vor. Sie sind aber schon früh als gruselig schlechter Stil kritisiert worden. Siehe z.B. Ludwig Reiners' "Stilfibel" von 1951 Danach wurden sie seltener.

Gutes Deutsch wäre:

Diese Funktion nennen wir Transferfunktion. Sie ist definiert wie in (1).

Lesetip:

Ludwig Reiners: Stilfibel. Der sichere Weg zum guten Deutsch. München 1951, dtv. - Mit vielen amüsanten Übungen, bei denen man miserable Sätze aus dem Kanzleideutsch oder aus schwülstiger Prosa in etwas Vernünftiges, Leichtfüßiges umwandeln soll.

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