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Der Duden behauptet, dass das Wort Release mit jedem Geschlechtswort benutzt werden kann.
Wow! Wie kann das sein? Warum ist es so?

Heißt das eigentlich, dass ich das Wort wie ich will sagen kann? z.B.

Das Release des Albums | Ich habe ihm einen Release dieser Software besorgt

oder im Genitiv:

Eine Version der Release | Der Produzent des Releases

Ich habe gedacht, dass das Wort weiblich ist, da 90% der Wörter mit "e" am Ende weiblich sind. Aber im Deutschen muss man immer aufpassen und die Hypothesen vielmal überprüfen. :)

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    Als Österreicher würde ich klar das bevorzugen, aber der Release klingt zumindest akzeptabel. Das weibliche Geschlecht ist für mich die schlechteste Alternative. – Ingmar Jul 31 '17 at 12:40
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    Die Hypothese mit dem "e" ist bei Lehnwörtern so glaube ich nicht haltbar - vor allem da das "e" in Release auch im Deutschen stumm ist ;). – Annatar Jul 31 '17 at 12:48
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    Ich bin da ganz und gar mit dem Duden einig - Mein Sprachgefühl kann je nach Kontext mit allen drei Genus leben. Für ein Software-Release würde ich allerdings vorzugsweise Neutrum annehmen, weil ich das so gewohnt bin, für eine Schallplatte aus irgendeinem Grund Femininum, und für eine Veranstaltung, die im Rahmen einer Veröffentlichung statfindet und Release heißt, aus irgendeinem anderen für mich im Moment nicht greifbaren Grund Maskulinum. – tofro Jul 31 '17 at 12:55
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    Nein, leider ist das überhaupt keine Erklärung - Ich würde nämlich selbst gerne verstehen, warum mir mein Gefühl diese Einordnung nahelegt. – tofro Jul 31 '17 at 13:06
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Ich plädiere für "der Release".

Das Maskulinum ist das "Standardgenus", das neue Fremdwörter außer unter bestimmten Umständen erhalten. Man werfe einen Blick auf diese Zusammenstellung von teils neuen, teils älteren Anglizismen, die das nahelegen:

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Ausnahmen sind z. B. Wörter, die mit einer konkreten Handlung verknüpft werden ("ing-Wörter") oder wenn man aus vermeintlicher Weltgewandtheit meint, das Genus (oder im Englischen nicht-Genus) aus der Quellsprache übernehmen zu müssen. Weiblich sind die Wörter vorallem dann, wenn es eine Abstraktion einer Handlung ist: die Tour ("das Fahren als Gesamtes"), die Connection ("das, was beim Verbindung herauskommt").

Das Foto stammt aus "Denksport Deutsch" von Daniel Scholten, in dem das Thema der Genusbildung im deutschen in tiefgründiger und erfrischend einleuchtender Weise bis zu den urindogermanischen Ursprüngen unserer Sprache aufgerollt und behandelt wird.

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Der Duden(-Verlag) legt dies aufgrund seines Expertenstatus fest, und diesen hat er anerkanntermaßen durch Beobachtung der Praxis der deutschen Sprache. Er ist aber keine hoheitliche Sprachinstanz, und andere Beobachter haben andere Blickwinkel auf das geschriebene und gesprochene deutsche Wort.

Dies zur Frage, wie es sein kann.

Ich kenne Release nur als Neutrum und würde in Reviews andere Geschlechter hinterfragen. Tatsache ist, dass das Wort unverändert aus der englischen Sprache übernommen wurde, die keine Geschlechter kennt, so dass es also kaum mehr als ein "Gewohnheitsrecht" für das sächliche Geschlecht gibt.

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    a) Das englische kennt "he, she, it". b) Das "it" entspricht aber nicht dem sächlichen Geschlecht im Deutschen. c) Es gibt keine Regel, aus der Ursprungssprache das Geschlecht eines Wortes dieser Sprache zu übernehmen (Le Tour de France/Die Tour de France). d) Was bedeutet "Gewohnheitsrecht" - in Anführungsstrichen und überhaupt für das Geschlecht eines Wortes. Die Gewohnheit muss doch auch erst begründet werden. – user unknown Jul 31 '17 at 13:37
  • Dem ersten Absatz stimme ich zu, dem letzen mitnichten. Wie @userunknown bereits ausgeführt hat, kennt das Englische sehr wohl grammatische Geschlechter. Dessen ungeachtet gibt es keine Regel, wonach das grammatische Geschlecht eines Wortes aus einer Sprache ins Deutsche übertragen würde. Also selbst wenn release im Englischen weiblich wäre, müsste es im Deutschen noch lange nicht die Release heißen. – Björn Friedrich Jul 31 '17 at 14:05
  • Die letztlich autoritative Instanz zu allen Fragen bzgl. einer Sprache ist der Sprachgebrauch. Wenn die Sprecher einer Sprache die Sprache in einer bestimmten Weise verwenden, dann ist das einfach so. Dann hat es auch keinen großen Sinn, nach dem Warum zu fragen. – RHa Jul 31 '17 at 16:28
  • @user unknown: he, she, it referenzieren Geschlechter von Lebewesen, jedoch wäre es mir neu, dass Dinge im Englischen ein Geschlecht aufweisen. – Stephan Geue Jul 31 '17 at 17:44
  • Mag sein, dass irgendwo "tief drinnen" die englischen Wörter noch Hinweise auf ein grammatisches Geschlecht liefern. Praktisch gesehen haben sie aber einfach kein Geschlecht. Also weder maskulin, noch feminin noch neutral. "Frische" Fremdwörter werden im Deutschen, sofern bestimmte Bedingungen nicht erfüllt sind (und das sind sie meistens nicht), zunächst immer dem männl. gramm. Geschlecht zugeordnet. Der Grund dafür liegt weit in der Vergangenheit und hat mit der Entstehung des Genus in unseren Sprachen zu tun (das im übrigen so gut wie nichts mit dem biologischen Geschlecht zu tun hat) – wegendem Jul 31 '17 at 18:50
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Wie kann das sein? Warum ist es so?

Diese Frage ist eng mit der Frage verwandt, wie Fremdwörter zu ihrem Genus kommen.

Mehrere Seiten im Internet besagen, dass die Sprecher zunächst dasjenige Genus verwenden, das sie für richtig halten.

Erst mit der Zeit bildet sich dann ein "richtiges" heraus, indem immer mehr Sprecher zu einem der drei Genera tendieren und immer weniger zu den beiden anderen.

Offensichtlich ist das Wort "Release" noch nicht lange genug im Deutschen vorhanden, so dass dieser Vorgang noch nicht "abgeschlossen" ist.

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