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Ich möchte folgendes schreiben:

Ich glaube, du verwechselst Fleury und Fleurier. Dieser ist der Ort, jener ein Familienname, nicht umgekehrt.

Ich bin aber unsicher darüber, welche Genera bei den Pronomen zu verwenden sind. Im ersten Satz sind ja nur zwei Eigennamen genannt, deren Bedeutung ja irgendwie unbekannt sind, und daher auch das Geschlecht unbekannt ist. Hier sind aber sowohl Ort als auch Familienname männlich und bieten wohl keine Probleme.

Was passiert aber, wenn es nicht so wäre? Verwendet man dann trotzdem Maskulinum, weil es sich um Namen handelt, und Namen ja maskulin sind? Richten sich diese Pronomina bezüglich des Geschlechts zurück oder vorwärts?

Wäre dieser Satz richtig?

Ich glaube, du verwechselst Fleury und Fleurier. Dieser ist das Schwimmbad, jener eine Friseurin.

Oder eher:

Ich glaube, du verwechselst Fleury und Fleurier. Dieses ist das Schwimmbad, jene eine Friseurin.

  • Sehr wahrscheinlich würde man das in modernem Deutsch nicht mit flektierten Demonstrativpronomen ausdrücken, deine Sätze hören sich deshalb ein bißchen holprig an. Wahrscheinlich würde man stattdessen "Das eine ist ein Schwimmbad, das andere die Friseurin" sagen. – tofro Aug 5 '17 at 9:17
  • Es kann sich schlecht vorwärts richten, denn da kann eine Verneinung stehen: "Bauer und Frau - dieser ist keine Bratpfanne, jene kein Bandscheibenvorfall." Bedeutung und Geschlecht haben auch oft keine funktionale Abhängigkeit: Der Ort, das Dorf, die Stadt; der Laden, das Geschäft; der Wissenschaftler, das Kommissionsmitglied, die Koryphäe usw. - derartiges Wissen hilft also nur gelegentlich. – user unknown Aug 6 '17 at 18:22
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Die Flektion eines Demonstrativpronomens richtet sich nach dem Geschlecht dessen, worauf es sich bezieht.

In dem folgenden Beispiel ist der Hund maskulin und Jenny feminin. Da sich das Pronomen auf den Hund bezieht, muss es der heißen:

Ich habe einen Hund. Der nennt sich Jenny.

Geht es um zwei Dinge, dann nutzt man dieser und jener. In dem folgenden Beispiel ist der Hund nach wie vor maskulin, weshalb es dieser heißen muss, aber die Schildkröte ist feminin, weshalb es jene heißen muss:

Ich habe eine Schildkröte und einen Hund. Dieser nennt sich Jenny, jene heißt Felix.

  • Danke, es ist mir aber immernoch unklar, was denn passiert, wenn man Eigennamen im ersten Satz hat. Ist dies dann richtig: "Ich habe Jenny und Felix. Diese ist ein Hund und jener eine Schildkröte"? – Beta Aug 5 '17 at 8:18
  • Ja, denn diese bezieht sich auf die feminine Jenny und jener auf den maskulinen Felix. – Björn Friedrich Aug 5 '17 at 8:22
  • Ich sehe ich habe troztem falsch geschrieben, und die Ordnung vermischt, du hast es aber richtig verstanden. Es sollte also eher "Ich habe Felix und Jenny. Diese ist ein Hund und jener eine Schildkröte" heissen. Was passiert aber wenn wir Ortsnamen oder andere Namen haben? – Beta Aug 5 '17 at 8:30
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    Äh, ja, das fällt mir auch gerade auf. Aber ich denke, wir verstehen uns :-). Möchtest du mit der Nachfrage über Ortsnamen oder anderen Namen wissen, was bei Dingen geschieht, bei denen das Geschlecht unbekannt ist? Ich würde dann zur Flektion gemäß dem Neutrum tendieren, also dieses oder jenes, weiß aber nicht, ob es dafür eine Regel gibt. – Björn Friedrich Aug 5 '17 at 8:36
  • Ja genau das wollte ich wissen :) – Beta Aug 5 '17 at 9:04
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Ich möchte das anhand von andern Wörtern abhandeln, die jeder kennt, und bei denen das grammatische Geschlecht jedem bekannt ist:

Ich glaube, du verwechselst Baum und Saum.

Sowohl Baum als auch Saum sind männlich.

Muttersprachler würden hier nicht »dieser« und »jener« verwenden. Sie würden sagen:

Ich glaube, du verwechselst Baum und Saum. Das eine ist eine Pflanze, das andere ist ein genähter Rand eines Kleidungsstückes.

Hier passiert etwas, das sonst im deutschen unüblich ist: Alle unbelebten Dinge werden behandelt, als wären sie sächlich. Bei Personen ist das nicht der Fall:

Ich glaube, du verwechselst Walter mit Hans. Der eine hat dichtes Haar, der andere hat eine Glatze.

Ich glaube, du verwechselst Ilse mit Eva. Die eine ist ein Kind, die andere ist erwachsen.

Das macht es auch einfach, wenn es um unbelebte Dinge geht, deren grammatisches Geschlecht man nicht kennt (alle Substantive im folgenden Beispiel sind frei erfundene Wärter ohne Bedeutung):

Ich glaube, du verwechselst Traket und Molb. Das eine ist ein Dram, das andere ist eine Uluse.

Bei Dram kann man aufgrund des Artikels auf ein männliches oder sächliches Wort schließen, Uluse muss offensichtlich weiblich sein. Aber Traket und Molb könnten jedes beliebige Geschlecht haben.


Wenn es unbedingt dieser und jener sein soll, muss das grammatische Geschlecht aber übereinstimmen:

Ich glaube, du verwechselst Baum und Saum. Dieser ist eine Pflanze, jener ist ein genähter Rand eines Kleidungsstückes.

Nachdem das Pronomen dieser auf den Baum verweist, muss dieser dasselbe Geschlecht wie Baum haben, also männlich sein. Womit dieser Baum dann in der Gleichsetzung verglichen wird, ist irrelevant. In einer Gleichsetzung spielen die Geschlechter keine Rolle:

Der Baum ist eine Pflanze.

Sowohl Baum als auch Pflanze haben jeweils ihr eigenes unveränderbares Geschlecht, und die beiden Geschlechter sind verschieden. Ersetz man eines dieser Wörter durch ein Pronomen, muss das Pronomen, das ja als Platzhalter fungiert, genau das Geschlecht jenes Wortes haben, an dessen Platz es steht. Dabei ist auch egal, ob das referenzierte Substantiv davor oder dahinter steht.

Steht das Ziel der Referenz vor dem Pronomen, nennt man das eine Anapher:

Prinz Philip ging in Pension. Er war 70 Jahre lang im Amt.

Steht es dahinter, spricht man von einer Katapher:

(Einmoderation eines Fernsehsprechers in einer Nachrichtensendung:)
»Er war 70 Jahre lang im Amt, ist jetzt 96 Jahre alt, und ging gestern in Pension. Die Rede ist von Prinz Philip, dem Duke of Edinburgh.«

  • Danke Hubert für die Antwort. Ich bin darüber bewusst, dass man "dieser und jener" beim Sprechen gewöhnlich nicht verwendet, und habe daher in meiner Frage das Wort "sagen" weggenommen. Ich kenne auch die Verwendung von "das eine und das andere", und bin eigentlich nur in "dieser-jener" interessiert. Ich habe nicht richtig begriffen welche von meinen Sätzen dann richtig wäre. Weiter glaube ich, dass du im Satz mit Baum und Saum die Pronomina verwechselt hast. "Dieser" sollte sich wohl auf "Saum" beziehen, und "jener" auf "Baum", oder? – Beta Aug 5 '17 at 8:08
  • @Beta: Warum glaubst du, "dieser" sollte sich auf "Saum" beziehen, und "jener" auf "Baum"? – Hubert Schölnast Aug 5 '17 at 9:19
  • 1
    Weil Saum das nähere Wort ist und Baum ferner weg steht. So habe ich es gelernt, ist das also falsch? – Beta Aug 5 '17 at 10:26
  • @Beta: Man kann auch sagen "Dieser Baum ist eine Eiche und jener (Baum) ist eine Buche", obwohl viele Leute, die ich kenne, eher sagen würden: "Der Baum hier ist eine Eiche und der (Baum) da ist eine Buche". "Dieser" und "jener" werden in täglichen Sprachgebrauch selten benutzt. Sie klingen m.E. etwas "geschwollen". – Rudy Velthuis Aug 5 '17 at 11:00
  • @Beta: Ich habe das nicht so gelernt, jedenfalls nicht in Bezug auf die Entfernung der Wörter im Satz. Ich habe gelernt, dass die Entfernung der Gegenstände im Raum, also der räumliche Abstand zum Sprecher entscheidend ist. Wenn sich der Sprecher gerade an den Baum lehnt, der Saum sich aber am Kleid einer Frau in Japan befindet, dann verweist »dieser« auf den Baum, und »jener« auf den Saum. ... – Hubert Schölnast Aug 5 '17 at 11:43

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