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Als ich eine Antwort zu einer anderen Frage schrieb, habe ich dort behauptet, die Phrase »ein wenig« bestünde aus einem unbestimmten Artikel und einem Adjektiv. Ich bin mir aber bezüglich des Wortes »ein« nicht ganz sicher, ob das wirklich stimmt. (Im Gegenteil: Ich bezweifle es, weiß aber keine besser passende Wortart.)

Um das genauer zu analysieren, möchte ich folgende Beispiele betrachten:

  1. Deine Füße stinken ein wenig.
  2. Die Musik ist ein wenig zu laut.
  3. Ich habe noch ein wenig Milch.
  4. Mich friert ein wenig.

Das Wort »ein« kann laut Wiktionary zu einer dieser Wortarten gehören:

  • (unbestimmter) Artikel

    Beispiele:

    Ein Junge singt auf der Straße. (männlich, Nominativ)
    Am Ufer steht ein Haus. (sächlich, Nominativ)
    Die Wahl fällt auf ein Mädchen. (sächlich, Akkusativ)

    In canoo.net steht aber über Artikel:

    Der Artikel tritt immer zusammen mit einem Nomen auf.

    Wikipedia weiß etwas ähnliches:

    Ein Artikel [...] ist ein grammatisches Wort, das regelmäßig ein Substantiv (einschließlich Substantivierungen) begleitet.

    In den Beispielsätzen 1 bis 4 bezieht sich das Wort »ein« aber in keinem einzigen Fall auf ein Nomen, Substantiv oder eine Substantivierung. Daher glaube ich nicht, dass »ein« in diesen Fällen ein Artikel ist.

  • Numeral(e) (Zahlwort)

    Beispiele:

    Jeder bekommt nur ein Stück. (der Zahlwert 1)
    Ein Glas ist zerbrochen, alle anderen sind heil geblieben. (ein ausgewähltes Exemplar aus einer größeren Gruppe)

    Numerale haben gemeinsam, dass man sie durch andere Numerale ersetzen kann (wobei sich natürlich die Anzahl ändert, was eine Anpassung des Numerus erfordern kann, aber in jedem Fall entsteht dann ein halbwegs sinnvoller anderer Satz):

    Jeder bekommt zwei Stück; zwei Gläser sind zerbrochen.

    Aber »Deine Füße stinken zwei wenig; die Musik ist zwei wenig zu laut« usw. ist Unsinn.

    Das Wort »ein« in »ein wenig« ist also ganz sicher kein Zahlwort.

  • Indefinitpronomen

    Beispiele:

    Bis auf eine sind alle Schülerinnen da.
    Was für eines hätten Sie denn gern?
    Davon wird einem ja schlecht!
    Hier hilft einer dem anderen.

    Auffallend an der Beugungstabelle des Indefinitpronomens »ein« ist, dass das Grundwort (das ungebeugte, drei Buchstaben lange Wort »ein«) selbst gar nicht auftaucht. Nur »einer, eine, eines, einem, eine« und »eins« (als Variante von »eines« im sächlichen Akkusativ) kommen vor.

    Schon allein aus diesem Grund kann »ein« in »ein wenig« kein Indefinitpronomen sein.

  • Adverb

    Beispiele:

    Eduard tritt ins Zimmer ein.
    Er geht hier ein und aus.
    Werner wusste weder ein noch aus.

    Laut Wiktionary kommt »ein« als Adverb nur in festen Wendungen (ein und aus gehen, weder ein noch aus wissen) und als Teil von trennbaren Verben (eintreten, einbringen, ...) vor. (Der Duden wählt für letzteres anstelle von Adverb die - wie ich meine passendere - Bezeichnung Präfix.)

    Eine Verbindung mit einem Verb liegt im Fall von »ein wenig« nicht vor (weder als Wendung, noch als Teil des Verbs), daher scheint mir auch diese Wortart nicht die richtige zu sein.

  • Adjektiv

    Umgangssprachliches Synonym für eingeschaltet.
    Beispiel:

    Das Licht ist nicht aus, sondern ein.
    Der Schalter war doch gerade noch ein, jetzt ist er aus.

    In »ein wenig« fehlt jeder Zusammenhang mit eingeschaltet sein, daher ist auch diese Wortart auszuschließen.


Zusammenfassend komme ich also zu dem Schluss, dass das Wort »ein« in »ein wenig« zu keiner der oben genannten Wortarten gehören kann. Aber zu irgend einer Wortart muss es doch gehören. Zu welcher?

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Das Wort ist ursprünglich ein Artikel. Die Konstruktion ist vergleichbar mit dem Ausdruck «ein bisschen», der erkennbar sich herleitet aus «ein Bisschen» (ein kleiner Biss). Da sie erstarrt ist, wird man sie insgesamt eher als ein (zusammengesetztes) Indefinitpronomen analysieren («man nehme ein wenig Salz» wie «man nehme etwas Salz») denn als eine partitive Apposition («man nehme ein wenig Salz» wie «man nehme eine Messerspitze Salz»).

Zu deinen Ersetzungsproben lässt sich noch Folgendes hinzufügen:

  • Das Adverb «ein» würde sich durch «hin-» erweitern lassen («ein und aus» wird so zu «hinein und hinaus»). Dies geht offensichtlich nicht («man nehme hinein wenig Salz»).
  • Eine andere mögliche Wortart ist die Gradpartikel. Eine solche müsste jedoch betonbar sein («man nehme SEHR wenig Salz»), was aber hier nicht gegeben ist.
  • Bist du aus der Schweiz? Die Verwendung von «Guillemets», bei denen die Pfeile nach außen zeigen, ist nämlich eine Schweizerische Eigenheit. Im Rest des deutschen Sprachraums verwendet man »Chevrons«, das sind eigentlich dieselben Zeichen, nur werden sie so gesetzt, dass die Pfeile nach innen zeigen. Details stehen im Wikipedia-Artikel über Guillemets. – Hubert Schölnast Aug 29 '17 at 17:42
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    Mich wundert: Du hast die Frage nicht editiert, keinen Kommentar abgegeben um die Frage zu bemängeln und nicht vorgeschlagen sie zu schließen. Du beantwortest sie, musst sie also verstanden haben und einer Antwort wert befunden haben. Wieso wertest Du sie dann nicht hoch? – user unknown Aug 29 '17 at 19:03
  • Man schreibt «schweizerisch» klein, im Gegensatz zum Adjektiv «Schweizer». 😉 – mach Aug 29 '17 at 21:32
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Im Prinzip ist es ein Artikel. Der "Trick" ist aber, dass diese Phrasen (ein wenig, ein bisschen, ein paar, usw.) als feste Einheiten/Fügungen betrachtet werden. Im Satzbau ist also im Prinzip die ganze Phrase ein Artikelwort/Determinativ, Pronomen oder Adverb.

Artikelwort: [ {Ein bisschen} Bewegung ] tut gut.

Pronomen: Er hat [ein paar] getrunken.

Adverb/Gradadverb: Das war [ {ein wenig} doof ] von mir.

Das schließt aber nicht unbedingt aus, dass "ein" (oder "kein") flektiert wird. Grammatik kann man halt in der Pfeife rauchen...

  • Dass die ganze Phrase ein Synonym für die Gradpartikel etwas ist, habe ich in der verlinkten Frage ausführlich behandelt. Hier geht es aber ganz ausdrücklich nicht um die ganze Phrase, sondern um ein Wort innerhalb dieser Phrase. – Hubert Schölnast Aug 29 '17 at 17:24
  • Auch an Dich die Frage: Du hast die Frage nicht editiert, keinen Kommentar abgegeben um die Frage zu bemängeln und nicht vorgeschlagen sie zu schließen. Du beantwortest sie, musst sie also verstanden und einer Antwort wert befunden haben. Wieso wertest Du sie dann nicht hoch? – user unknown Aug 29 '17 at 19:04

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