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Ein Ausschnitt aus dem Dialog von Ingmar Bergmans Film "Szenen einer Ehe":

Marianne: ... Willst du was zu trinken?

Johan: Ja, bitte, einen Whisky könnte ich gut vertragen. Pur und ohne Eis, wenn´s geht. Das wird meinem Magen guttun. Ich meine zum Beruhigen.

Marianne: Trinkst du neuerdings Whisky?

Johan: Ja, man denke.

Wie eigentlich soll man diesen Ausdruck "man denke" verstehen?

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  • 5
    "man stelle sich vor"?
    – tofro
    Aug 29 '17 at 20:42
  • I think, i think. see
    – EsmaeelE
    Aug 30 '17 at 2:40
  • Wie ist der Wortlaut in der originalen schwedischen Fassung? Aug 30 '17 at 9:01
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Die originale schwedische Wortlautung sollte

"[Ja,] tänka sig"

heißen, was ein sehr gewöhnlicher aber eher altmodischer Ausdruck ist, und genau das bedeutet, was schon von Chr. Geiselmann vorgeschlagen worden ist:

[Ja,] stell dir vor

Die konstruktion des Ausdrucks ist etwas komisch schon auf schwedisch, und heißt wörtlich "denken sich", was ja kaum grammatisch zu verstehen ist. Das Verb denken (tänka) ist hier in Infinitiv und man muss sich ein unausgesprochenes Hilfsverb vorstellen, etwa mögen, lassen oder vielleicht können, und auch ein Prädikat wie man, es oder das dürfte dazu. Also ist die Bedeutung genauer

Man stelle sich vor,
oder
Man mag sich denken
oder vielleicht auch
Das lässt sich denken

Warum sich und nicht dir oder Ihnen? Das hängt mit der alten Tendenz im Schwedischen, die direkte Anrede zu vermeiden zusammen. Wir sagten früher nicht gerne Sie, sondern schrieb das in dritter Person um. Herr/ Frau/ Kandidat/ Disponent/ xy usw wenn man mit einem höher in der Hierarchie redete, und nur er oder sie wenn herunter adressiert wurde. Andere Umschreibungen in Passivform die man fast nicht übersetzen kann, waren auch sehr beliebt.

die "Direktübersetzung" im Film ist wirklich nicht gelungen, und überhaupt nicht idiomatisch.

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It sounds very odd. I believe what was meant is something like "Yes. Imagine that." Still, nothing any native German speaker would say.

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Der Wortlaut ist in der Tat ein bisschen ungewöhnlich oder hölzern. Allerdings wäre zu bedenken:

1) Wie ist der schwedische Originalwortlaut? Wird dort auch ein ungewöhnlicher, hölzerner Ausdruck verwendet, vielleicht weil dies zur Person (Johan) gehört?

2) Könnte es sein, dass typischere deutsche Ausdrücke nicht gut zur Lippenbewegung des Sprechers passen, so dass die Ansprüche guter Synchronisierung zu der Wortwahl beitrugen?

Hier ein paar Ausdrücke, die im Deutschen typisch oder jedenfalls möglich wären:

Marianne: Trinkst du neuerdings Whisky?

Johan: Ja, denk mal.

Johan: Ja, stell dir vor.

Johan: Ja, da kuckst du, was?

Johan: Ja, kaum zu glauben, was?

Johan: Ja, es geschehen noch Zeichen und Wunder.

(Mit steigendem Sarkasmus)

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