Ich habe soeben völlig erstaunt festgestellt, dass eine bestimmte Wortgruppe, die meine Familie und ich seit jeher benutzen, in keinem Wörterbuch zu finden ist. Da wir aus dem norddeutschen Raum kommen (Mecklenburg-Vorpommern / Brandenburg), dachte ich erst, es handelte sich hierbei vielleicht nur um Wörter aus einem Dialekt (meine Großeltern sprachen Platt). Aber selbst Google findet dazu nichts – was mich wirklich verblüfft!

Kennt jemand die Möhle, möhlen oder möhlig?


Bedeutungen: (Zum Anzeigen bitte mit der Maus über das gelbe Feld fahren!)

die Möhle: die Unordnung, die Gesamtheit wahrlos daliegender Gegenstände
möhlen: Unordnung schaffen, zwischen Gegenständen wahrlos herumkramen
möhlig: unordentlich, verwüstet, mit wahllos herumliegenden Gegenständen übersäht

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    Ich kenne nichts davon. Ohne deine Erklärung hätte ich nicht einmal den Ansatz zu einer Herleitung, was es denn bedeuten könnte. – tofro Sep 17 '17 at 12:58
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    @BjörnFriedrich: Ja, aber Dein Kommentar legt nahe, dass Du auch die Schreibweise ohne h gesucht hast. Das ist hilfreich, denn es vermeidet, dass andere sich die Mühe erneut machen und macht Deine Frage ggf. leichter findbar. – Wrzlprmft Sep 17 '17 at 13:08
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    Bei uns (alemannischer Sprachraum) sagen wir nülen, nuelen, nuele in ähnlicher Bedeutung. Sie auch bei Grimm. – Takkat Sep 17 '17 at 13:34
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    Hier www.mundmische.de/bedeutung/6310-moehlig findet man was. Es handelt sich also um ein umganssprachliches Wort, welches für Ostdeutschland typisch ist. Interessanterweise taucht bei Google "Wirrwarr" auf wenn man "Möhle bedeutung" eingibt. – Dreikäsehoch Sep 17 '17 at 17:52
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    Ich kenne es als Unordentlich. Wenn zB eine Wohnung sehr unordentlich ist, dann ist es dort möhlig. Und sich zumöhlen bedeutet dann, dass man sehr unordentlich ist und Unordnung produziert. – Matthias Sep 18 '17 at 10:10
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Gemäss dem Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache handelt es sich um ein umgangssprachliches mecklenburgisches Wort mit der Bedeutung ‘kramen, wühlen, herumsuchen’, vgl. „mölen“, Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache.

  • "der mühlt sich da durch" sagt man etwas weiter südlich – äüö Sep 18 '17 at 12:23
  • @user unknown: Bzgl. Beispiele, nach denen sich ein ü in ein ö verwandeln kann: Ich kenne mich nicht aus, aber vgl. etwa de.wikipedia.org/wiki/… . – mach Sep 20 '17 at 21:56

möhlen oder auch wöhlen kommt aus dem Plattdeutschen und bedeutet so viel wie wühlen, steht hier: http://plattmakers.de/de/17407/möhlen

möhlen (/mœɪ̯ln̩/, Verb, Plattdeutsch) [1]Karte Bedeutung:

Plattdeutsch: wöhlen Deutsch: wühlen

Etymologie:

von Möhl:

Möhl (/ˈmœɪ̯l/, Substantiv, Plattdeutsch) Möhlen, f

Plattdeutsch: Mahlanlaag för Koorn Niederländisch: meulen gem Englisch: mill gem Deutsch: Mühle gem

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    @BjörnFriedrich In Deiner Frage stand aber auch, dass Du keine Informationen finden konntest, ob es sich um Wörter aus einem Dialekt handeln. Und Tina hat den Dialekt bestätigt und einen Wörterbucheintrag geliefert :) – Marzipanherz Sep 14 at 12:27
  • Wenn das von Mühle hergeleitet wird, wie kommt denn dann die Unordnung darein? – LangLangC Sep 15 at 15:41

Ich kenne das, möhlich -> unaufgeräumt, ein weggemöhlt -> nicht alle Tassen im Schrank, Möhlstahl -> Zimmer nicht aufgeräumt usw.

„Möhlig“ ist in anderen Regionen anscheinend genauso wenig bekannt, wie „dallern“. Wie oft haben früher unsere Lehrer geschimpft: „Hört auf rumzudallern und macht eure Möhle weg.“ Kaum zu glauben, dass beide Wörter nicht im Duden stehen.

Ich komme aus Wismar und natürlich ist möhlig mir ein Begriff :) Mein Freund kommt aus Bayern und hatte vor mir auch noch nie davon gehört. Komisch die Südländer :P

  • Ich als Berliner verwahre mich aufs Schärfste dagegen, mit den Südländern in einen Topf geworfen zu werden strenguck – Volker Landgraf Sep 18 at 13:45

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