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Beispiel:

"Mach doch mal das Fenster zu, hier zieht's ja wie Hechtsuppe!"

Alles, was ich zur Herkunft finden konnte war dieser Artikel im Abendblatt, wo es aber nur heißt:

So soll das jiddische "hech supha" die Bedeutung "starker Wind" haben, womit der Hecht aus dem Rennen wäre. Allerdings ist diese Herleitung äußerst strittig.

und alle vorgeschlagenen Erklärungsversuche werden im Prinzip mit "unwahrscheinlich" bewertet. Hat jemand eine bessere Erklärung, wie der Hecht in die Suppe kommt, und wieso diese eine solch starke Zugluft verursacht?

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Meines Wissens wird der Ausspruch oft im Zusammenhang mit Durchzug bei der Zimmerlüftung, am Wasser, auf Bahnhöfen, in Gassen oder Durchgängen benutzt.

Diese Redensart hat weder mit einem Hecht noch mit einer Suppe zu tun! Die "Hechtsuppe" stammt aus dem Hebräischen und heißt eigentlich hech supha. Übersetzt bedeutet das Sturmwind oder starker Wind.

Der hebräische Ausdruck wurde in den jiddischen Sprachgebrauch übernommen. Man sagte also, es zieht wie hech supha, wie ein Sturmwind oder starker Wind. Daraus entstand im Laufe der Zeit die Redensart "es zieht wie Hechtsuppe".

British English: “There’s a terrible draught.” American English: “There’s a terrible draft.”

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  • 2
    Im verlinkten Artikel wird diese Herleitung ebenfalls erwähnt, aber als "äußerst strittig" bezeichnet. Leider lässt sich das Abendblatt nicht darüber aus, WARUM das nun strittig ist. :( – waka Sep 22 '17 at 15:45
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    @Ich finde auch nur diese Erklärung, und sie leuchtet auch ein. Für eine "Strittigkeit" finde ich keinerlei Hinweise. Die hat sich das Abendblatt wohl selbst eingebrockt und muß sie jetzt auch auslöffeln (um im Bilde zu bleiben). – tofro Sep 22 '17 at 16:00
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    In der Tat. Die heksupa-(oder wie man es auch schreibt)-Erklärung ist befriedigend, passt ins Ahnenbild einer ganzen Reihe solcher Ausdrücke, die verballhorntes oder missverstandenes Hebräisch sind, und dass das "strittig" sein soll, ist strittig. Das Abendblatt ist ja wohl meschugge! So ein Tohuwabohu! – Christian Geiselmann Sep 22 '17 at 17:56
  • 3
    @tofro: Ergibt sich die Strittigkeit nicht schon allein aus der Tatsache, dass die wörtliche Bedeutung (Fischsuppe kann man "ziehen lassen") durchaus Sinn ergibt und man daher in Abwesenheit konkreterer Belege (die zumindest auch in dieser Antwort fehlen) davon ausgehen muss, dass es sich bei komplexen Herleitungen über andere Sprachen/Sprachvarianten möglicherweise um Volksethymologien handelt? – O. R. Mapper Jan 25 at 9:52
  • 2
    Die Ableitung aus dem Hebräischen ist zwar plausibel, man sollte sie aber nicht apodiktisch zur einzig möglichen Erklärung machen. Zitat aus dem Lexikon der Redensarten: Nach einer anderen Erklärung bezieht sich die Redensart darauf, dass Hechtsuppe mit Pfeffer und Meerrettich gewürzt wird und daher recht scharf, ja ein regelrechter „Rachenputzer“ ist. Ich persönlich finde das nicht wirklich überzeugend, das Ziehen einer Suppe hat wenig mit Zugluft zu tun. Aber Sprachen sind nicht logisch. – Paul Frost Jan 25 at 11:31
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Statt eines langen Kommentars (was auf german.stackexchange unerwünscht zu sein scheint) nun eine weitere Antwort.

Ich glaube, dass sich die Herkunft nicht eindeutig klären lässt. Es gibt zwei Ansätze zur Erklärung:

  1. Hechtsuppe ist eine Verballhornung des hebräischen hech supha (= starker Wind). Das klingt plausibel, Wind passt zur Zugluft.
    Allerdings hört sich "Mach doch mal das Fenster zu, hier zieht's ja wie ein starker Wind" nicht völlig stimmig an: Ein Wind zieht nicht, er weht oder bläst.

  2. Mit Hechtsuppe ist tatsächlich eine Fischsuppe mit Hechtfleisch gemeint. Bei Tee und bei Suppen spricht man von "ziehen lassen", wobei die Bedeutung im Zusammenhang mit Tee eine leicht andere ist als bei Suppen (bei geringer Wärmezufuhr auf dem Herd stehen lassen, ohne dass die Suppe kocht). Das Ziehen einer Suppe hat allerdings nichts mit Zugluft zu tun, der Satz "Mach doch mal das Fenster zu, hier zieht's ja wie eine Suppe" klingt erst einmal unsinnig.
    Es gibt dennoch Gemeinsamkeiten: Zugluft ist kein starker Wind, sondern eine langandauernde schwache Luftbewegung im Zimmer; eine ziehende Suppe kocht nicht, sondern wird längere Zeit bei schwacher Hitze auf dem Herd gelassen. Zugluft fühlt sich unangenehm an, (die mir persönliche unbekannte) Hechtsuppe soll angeblich scharf gewürzt sein und kann daher auch für manche Menschen unangenehm sein. Diese Gemeinsamkeiten führen zwar nicht zur inhaltlichen Stimmigkeit des Bildes, doch idiomatische Redewendung sind oft nicht in sich stimmig und vergleichen manchmal sogar mit Absicht Äpfel und Birnen.
    Im konkreten Fall könnte es also durchaus ziehen wie etwas, das nichts mit Luftbewegung zu tun hat - das wäre dann ein Wortspiel mit den zwei völlig unterschiedlichen Bedeutungen von "ziehen".

Ich favorisiere die erste Erklärung - es ist m.E. unwahrscheinlich, dass in einem Wortspiel mit "ziehen" ausgerechnet der äußerst exotische Begriff "Hechtsuppe" anstelle von "Gemüsesuppe" o.ä. verwendet wird. Eine Verballhorung von "hech supha" ist da wesentlich plausibler.

Und doch bleibt alles spekulativ. Eine einleuchtende Erklärung braucht nicht die richtige zu sein. Schließlich kommen auch alternative Fakten manchmal sehr plausibel daher ...

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  • "Das Ziehen einer Suppe hat allerdings nichts mit Zugluft zu tun" - ich verstehe nicht, wieso diese Antwort, und auch andere Quellen, auf die man stößt, sich so auf diesen Einwand versteifen. Ich halte ihn für völlig unerheblich, sobald man in Betracht zieht, dass die Redewendung auch einfach auf einem Wortwitz basieren könnte, der eben gerade auf diesem Bedeutungsunterschied bei gleichem Wortlaut aufbaut. Das wäre dann in etwa vergleichbar mit "Sei vorsichtig, der Salat schießt gerade." – O. R. Mapper Jan 28 at 10:50
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    @O.R.Mapper Da sind wir uns völlig einig. Das Ziehen einer Suppe hat allerdings nichts mit Zugluft zu tun ist auch kein Einwand, die Feststellung weist nur auf die Diskrepanz der Bedeutungen hin, die den Spruch erst einmal unsinnig klingen lassen. Danach führe ich genau Deinen Gedanken aus: Im konkreten Fall könnte es also durchaus ziehen wie etwas, das nichts mit Luftbewegung zu tun hat. Vgl. Dein Salat-Beispiel. – Paul Frost Jan 28 at 11:11

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