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Was bedeutet das Wort "holzseelig" und woher stammt es? Wird es heutzutage noch ab und zu verwendet?

Eine Google-Suche ergibt nur 5 Resultate, hier eines davon in einem alten Text:

»... daß sich das holzseelig Verslein nirgends finde, als in einer einzigen Bibel Lutheri, ...«

aus Keines von Beyden, Herr Weißlinger!
von Johann Caspar Malschen
Anno 1732

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Man kennt zwar noch heute eine "hölzerne Seele" als Ausdruck für eine gleichgültige, wenig empathische Person, ich denke aber in diesem und in weiteren wenigen Zitaten, die ich bei Google Books gefunden habe passt das nicht zum Kontext. Es wird gesprochen von

  • Mutterschaft, so schön, und holzseelig man sie mir immer vormahle...
  • von den Griechen Charis, das ist liebseelig das holzseelig Salz ...
  • als schönste Gesätzlein hat hören lassen, dermassen holzseelig singend,...

also immer von einer sehr postitiven, beseelten Eigenschaft.

Deshalb denke ich, dass es sich um eine etwas eigenartige Schreibweise von holdselig handelt, ein weitaus gebräuchlicheres Wort das offenbar gleich ausgesprochen wurde. Es gabe damals noch kein Duden und keine festen Rechtschreibregeln.

Die Bedeutungen von holdselig (liebreizend, anmutig) passen wunderbar zu den oben genannten Zitaten.

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    Das denke ich auch - Im Grimm finden sich Schreibweisen von holdseelig über *holtsälig" bis *holdtseelig", so dass das gut sein kann. Ein paar der Fundstellen in Google Books sind zumindestens nach einer groben Stichprobenuntersuchung nichtmal originale Schreibfehler, sondern möglicherweise Fehlinterpretationen der OCR-Software. – tofro Oct 6 '17 at 14:51
  • @mare Zu der guten Antwort noch die Ergänzung, dass auch holdselig in der heutigen Sprache nicht üblich ist. – Philipp Oct 6 '17 at 15:24
  • @Philipp: ganz richtig. Der Worthäufigkeitsplot im Link zu DWDS zeigt, dass die Benutzung seit dem 17. Jahrhundert stetig rückläufig ist. Es finden sich aber im Textkorpus immerhin auch noch neuere Fundstellen. Ganz weg ist holdselig also noch nicht. – Takkat Oct 6 '17 at 18:10
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Holdseelig sind die junge Maiden,
für die die Freier sich verleiden.
Holzseelig ist jedoch nur einer:
der seinem Handwerk zugetane Schreiner,
der liebevoll sein Brettchen sägt,
seit Gernhard diesen Vers geprägt:
"Schaut, wie flink und frettchenhaft
er an seinem Brettchen schafft."

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