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Medienkompetenz scheint Stand heute also auch weiterhin ein Thema zu sein, um das sich Eltern zusammen mit engagierten Lehrkräften und Pädagogen eigenverantwortlich kümmern müssen.

Heute bin ich über den Ausdruck "Stand heute" gestolpert. Da es in einem Artikel erschienen ist, gehe ich davon aus, dass es zur Hochsprache gehört. Laut Openthesaurus ist er jedoch ein jargonhafter Ausdruck.

Kann ich also den Ausdruck in schriftlichen Texten verwenden ode nur in der gesprochenen Sprache?

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    Meiner Beobachtung nach trifft man diesen Ausdruck nur in geschriebenen Texten. Der Grund: Viele Leute wollen, wenn sie etwas schreiben, besonders klug wirken, und machen sich viel mehr Gedanken über die Formulierung. Dabei fällt ihnen dann ein, dass sie Floskeln wie »Stand heute« schon mal wo gelesen (aber selbst nicht so recht verstanden) haben, und weil sie das für gehobene Sprache halten, packen sie es dann in ihre Texte, häufig noch mit vielen Fremdwörtern. Leute, die so schreiben, würden so einen Quatsch nie in gesprochener Sprache absondern. – Hubert Schölnast Nov 12 '17 at 10:00
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Für mein Sprachempfinden ist Stand heute Bürokratenjargon. Man tut seinen Lesern einen Gefallen, wenn man solche Ausdrücke vermeidet.

Wenn man Stand heute überhaupt verwenden will in schriftlichen Äußerungen, sollte man es aber jedenfalls als Einschub behandeln, also z.B. durch Kommas abtrennen wie im ersten Beispiel in Min-Soo Pipefeets Antwort.

Es gibt, Stand heute, schon 1,5 Millionen aktive "e-Sportler"

Auch Separierung durch Gedankenstriche oder Klammern würde gehen.

Es gibt - Stand heute - schon 1,5 Millionen Hobbyjodler.

Es gibt (Stand heute) schon 1,5 Millionen organisierte Klöppelfreunde.

Guter Stil ist es aber so oder so nicht.

Es gibt - Stand heute wie Stand gestern - jede Menge Alternativen. Bei Ihrer Auswahl kommt es natürlich auf den Kontext an. Ist es wichtig, mitzuteilen, dass hier von einer sich täglich ändernden Zahl gesprochen wird (etwa Anmeldungen zu einer Konferenz), oder geht es eher darum, sich abzusichern im Sinne von "so viel man heute weiß", also als Hinweis darauf, dass man sich bewusst ist, dass der Erkenntnisprozess vielleicht noch andauert?

Hinweis auf sich laufend änderende Zahlen:

Es gibt bereits 1,5 Millionen xyz (Zahlen vom 10.11.2017)

Es gibt heute bereits 1,5 Millionen...

Nach jüngsten Untersuchungen gibt es derzeit...

Der letzte Stand der Anmeldungen (Stichtag 10.11.2017) war...

Zum Stichtag 10.11.2017 gab es...

Distanzierung von der Behauptung durch Verweis auf fortdauernden Erkenntnisprozess:

Es gibt nach heutigem Kenntnisstand...

Es gibt nach heutigem Stand des Wissens...

Es gibt nach heutigem Stand...

Es gibt nach heutigem Wissen

Heute glaubt man, dass...

Im Beispiel in der Eingangsfrage

*Medienkompetenz scheint Stand heute also auch weiterhin ein Thema zu sein

ist "Stand heute" aber in der schlechsten denkbaren Form eingesetzt. Hier geht es ja gar nicht um einen Zählerstand, der sich täglich ändern kann, so dass ein solcher präzisierender Einschub sinnvoll wäre. Vermutlich hat der Autor gemeint:

Medienkompetenz ist nach heutiger Kenntnis also auch weiterhin ein Thema.

Jedoch ist das eigentlich ebenfalls Wortgebimmel. "Nach heutiger Kenntnis" kann man schadlos weglassen, denn nach welcher Kenntnis, wenn nicht der heutigen, sollte man denn sonst beurteilen, was weiterhin ein Thema ist? Den Kenntnisstand von morgen hat man ja noch nicht, und der von gestern ist für eine Aussage zum Heute irrelevant. Man kann somit ohne irgend einen Verlust an Präzision sagen:

Medienkompetenz ist also weiterhin ein Thema.

Oder, wenn man sich nicht traut, eine solche Behauptung unverblümt im Indikativ aufzustellen, kann man sich etwas zurücknehmen und sagen:

Medienkompetenz scheint also auch weiterhin ein Thema zu sein.

(Dass dies "Stand heute" - nämlich zur Stunde da der Autor die Worte niederschrieb - so gesehen wird, versteht sich hier von selbst.)


Nebenbei: Der Satz

*Medienkompetenz scheint Stand heute also auch weiterhin ein Thema zu sein.

ist noch aus einem anderen Grund unglücklich formuliert. Fügt man eine Einschränkung wie "Stand heute" oder "nach heutiger Kenntnis" ein, so sind weitere Marker der Distanzierung von der Behauptung ("scheint zu sein") überflüssig da doppeltgemoppelt.

Herrje. Ein einziger Satz und so viel Unfug drin!

Sprachkompetenz und Stilistik sind definitiv auch heute noch Themen, denen man sich widmen sollte.

  • "Bürokratenjargon": ja, klingt aber vor allem nach militärischem Statistiker, oder RTL-BWLer im Controlling. Blähwort? – LаngLаngС Nov 11 '17 at 16:53
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Meinem Sprachempfinden nach ist der Ausdruck "Stand heute" zwar recht unförmlich, aber dennoch für die Schriftsprache tauglich. Allerdings findet er, glaube ich, erst in den letzten Jahren Eingang in die Schriftsprache.

Meine Recherche bei Google Books scheint dieses Sprachempfinden zu bestätigen. Ich habe mehrere Treffer gefunden, ausschließlich neueren Datums (ab 2000):

Einer der Autoren benutzt den Ausdruck gleich drei(!) Mal in einem Absatz:
"Dieses Buch haben wir im Jahre 2016 geschrieben, Stand heute ist es dank der sich stets weiterentwickelnden Medien leichter denn je, alternative Jobangebote zu finden... "
Diese extreme Anhäufung fällt bei mir unter schlechter Stil.

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