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Ich verstehe nicht, was an dem Satz Sei kein Kevin! lustig sein soll. Das erste Mal, das ich den hörte, schien er mir ein Insiderwitz zu sein. Neulich sah ich aber den Ausdruck auf einem Zettel und daher vermute, dass der von jedem zu verstehen sein könnte. Nachdem ich nochmals fragte, meinten meine Bekannten, dass der Name einen Jungen mit niedrigem Bildungsniveau darstellt. Falls das stimmt, warum ausgerechnet Kevin?

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Im Jahr 1990 kam der Film Kevin – Allein zu Haus in die Kinos, und tausende werdende Eltern fanden die Hauptfigur so süß, dass sie die eigenen Kinder danach benannten. Damit stieg der Anteil der Kevins in der Bevölkerung ab den 1990er-Jahren sprunghaft an. Auch die Beliebtheit des Schauspielers Kevin Kostner hat sehr zu diesem Trend beigetragen.

Allerdings war dieser Effekt nicht in allen Bevölkerungsgruppen gleichermaßen ausgeprägt. In gesellschaftlichen Schichten, die eher auf die Bewahrung traditioneller Werte bedacht sind, wurde Neugeborene kaum der name Kevin gegeben. Dort war und ist es üblich, Kinder nach nahen Verwandten zu benennen, oder Vornamen zu verwenden, die sonst in diesen Kreisen verbreitet sind (z.B. Alexander, Sebastian, Maximilian). Das sind aber auch genau die Schichten, in denen der Besuch einer höheren Schule und die Absolvierung einer universitären Ausbildung üblich sind (»Bildungsbürger«).

Somit tauchten die vielen jungen Kevins der 1990er-Jahre vor allem in Familien auf, in denen es nicht typisch ist, sich stark mit Bildung auseinanderzusetzen.

Das lässt folgenden Schluss zu, der zwar in der Verallgemeinerung gilt, dessen Anwendung auf Einzelpersonen aber höchst problematisch ist:

Wenn jemand den Vornamen Kevin trägt, gehört er eher einer bildungsfernen Bevölkerungsgruppe an, als einer bildungsnahen.

Wie schon gesagt: Das ist nur als statistische Aussage über die Gesamtbevölkerung haltbar, aber äußerst problematisch, wenn man ohne weitere Informationen bei Einzelpersonen vom Vornamen auf den Bildungsgrad schließen würde.

Was für Kevin gilt, gilt großteils eigentlich für alle Vornamen, die aufgrund einer Modeerscheinung vergeben wurden, z.B. Justin, Chantal, Jaqueline usw.

  • Also, auch in Österreich wirkt der Name so. Auch das mit Chantal habe ich gehört... – c.p. Dec 24 '17 at 12:37
  • Ich denke, Kevin Costner und Kevin allein zu Haus (beim Titel tut sich übrigens die Frage auf, ob der überhaupt richtig ist, aber das ist eine andere - richtig zitiert hast du ihn auf jeden Fall) haben mit dem Kevin aus der Frage nix zu tun, schliesslich sind das eher Idol und Held - Für den Rest allerdings +1 – tofro Dec 24 '17 at 12:39
  • @c.p.: Wie kommst du auf Österreich? Ich bezog mich in meiner Antwort auf keine bestimmte geographische oder politische Region, sondern auf die deutsche Sprache. Sie ist Amtssprache in der EU, in Deutschland, Österreich, der Schweiz, in Belgien, Luxemburg und Liechtenstein und in einem Teil Italiens (Südtirol). Außerdem ist sie Nationalsprache in Namibia und anerkannte Minderheitensprache ich einem guten Dutzend weiterer Staaten. – Hubert Schölnast Dec 24 '17 at 12:41
  • Diese Antwort ist falsch Hubert Schölnast. Das hat nichts mit kevin allein zu haus/in new York zu tun. Kevin, Chantal, Sandy, Sindy, Jaqueline sind halt so Beispielhafte Namen von Kindern deren Eltern nicht gerade zu den hellsten Kerzen auf der Torte gehören. Es ist ein Klischee !! – Squareoot Dec 24 '17 at 12:43
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    @c.p. Wer nicht die hellste Kerze auf der Torte ist, ist – etwas einfacher gesagt – nicht der Hellste, oder schlicht etwas begriffsstutzig, vielleicht dumm, usw. – Jan Dec 24 '17 at 16:03

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