15

What is the difference between Bedürfnis and Bedarf when meaning the need? I am confused when I want to say the need; I dont know which to use.

  • 2
    What did the dictionary say? – Robert Feb 10 '18 at 17:14
  • 4
    @Robert: most translations give, among some others, "requirement" or "need" for both, which is not very helpful, IMO. – Rudy Velthuis Feb 10 '18 at 19:47
  • 1
    @RudyVelthuis That's when you look at the translations that don't overlap. – Robert Feb 10 '18 at 20:43
  • 1
    @Robert how could I differentiate between words of Same meaning in your opinion!! – Hussien Chahin Feb 10 '18 at 21:05
  • 1
    @Robert: Most of them do overlap. As I said: not very useful. – Rudy Velthuis Feb 10 '18 at 22:48
27

I'd say that Bedürfnis is more a personal need or desire or even urge, while Bedarf is an objective necessity or demand:

Ich habe das Bedürfnis, ganz nah an der Stadt zu wohnen.
I have the desire to live close to the city.

Der Bedarf an neuen Glühbirnen war schwer zu decken.
The demand for new lightbulbs was hard to fulfill.

But both come from "bedürfen", AFAIK.

  • 2
    Very well explained, in just two lines! – Christian Geiselmann Feb 10 '18 at 14:58
  • 1
    @Christian: dankjewel! – Rudy Velthuis Feb 10 '18 at 15:29
  • 1
    @user: Gefühle sind keine Einbildung, aber sehr wohl subjektiv. Und wie Leute Kälte empfinden hängt nicht nur von korperlichen Dingen ab, sondern ist teilweise auch emotional bedingt. Objektiv kann man nur die Temperatur messen, und wenn notwendig, auch die innerkörperliche, und die Reaktion darauf. Mit anderen Worten, man kann objektiv die Reaktionen des Körpers messen, ausgelöst vom subjektiven Empfinden. Aber Gefühle sind und bleiben subjektiv. – Rudy Velthuis Feb 11 '18 at 11:53
  • 1
    Das Problem ist, dass Du mit den Attributen 'objektiv' und 'persönlich' die Begriffe zu erklären versuchst. Jetzt musst Du aber selbst zwischen objektivem und subjektivem Bedarf unterscheiden. Daraus folgt, dass die Objektivität eben nicht in den Begriff eingeschrieben ist, also nicht als Unterscheidungskriterium taugt. Schade für Dich, hast Du doch viele damit überzeugen können. Das ist aber GL-Rhetorik, nicht gutes Antworten, wie es sein sollte. – user unknown Feb 11 '18 at 12:46
  • 2
    @user: no. I don't discuss in chat. I like to see my replies under the answer or question, not somewhere neatly tucked away in a chat no one will see. – Rudy Velthuis Feb 11 '18 at 13:00
3

"Bedarf" - a need in the sense of something that is required or necessary. This is typically a physical thing or an activity. A "Bedarf" is something that can be acquired.

"Bedürfnis" - a need in the sense of a personal desire or want. Rarely a physical thing, typically an activity or an emotional thing. A "Bedürfnis" is something that can be satisfied.

"Ich habe Bedarf an ..." - I need ...

"Ich habe das Bedürfnis nach ..." - I want to ...

3

Side note, but worth knowing:

Especially when speaking to bureaucrats and social workers and the like in Germany (I don't know about other regions with German lingua prima) you will frequently hear or read

*Bedarfe [odd!]

as a plural form of Bedarf. This is so frequent (in that environment) that its occurrence in the working documents and communication of respective institutions is probably outweighing the use of actual Bedarf.

This use has become popular in those sectors of the world of work over, I would say the past 5-10 years (my personal observation, I have not done representative statistical research into it).

However, professional writers (newspaper editors, copywriters, book editors, etc.) despise this as an abomination. Originally and traditionally, and still today in good style, Bedarf does not have a plural form. It is simply one Bedarf (for what ever; may well be the Bedarf of multiple people for multipe things, and still one Bedarf), similar to Milch and Schnee which is always one and never multiple "Milche" or "Schneee".


Afterthoughts

A note on how occurrence of Bedarf and Bedarfe is reported in Ngram (as @tofro mentioned this in the comments): notably Ngram shows a very low rate of Bedarfe as compared to Bedarf for German documents, with an interesting peak, however, in 1880-1900. The latter is, I would suppose, most probably for Bedarfe as the old-school dative form of (singular) Bedarf --> dem Bedarfe. Regarding the very low count of Bedarfe in general: supposed that Google Ngram uses a more or less representative selection of documents (and this back into the reported decades [which I doubt until proof of the opposite]), still this would reflect frequencies in overall language. My observation about the inflationary use of plural Bedarfe relates, however, to specific vocational (and bureaucratic) environments.

  • 2
    Um's mit Obelix zu sagen: "Die spinnen, die deutschen Bürokraten!". Aber was ist ODD? "Optical Disk Drive"? Oder nur "odd"? – Rudy Velthuis Feb 10 '18 at 15:26
  • 1
    No. I cannot find any trace whatsoever that "Bedarf" is (or ever was) singular only. Care to have a look at ngrams? That's just wrong. – tofro Feb 10 '18 at 17:45
  • 2
    @tofro: Officially, it may not be the case, but "Bedarfe" sounds extremely weird to me too. And well, ngrams only reflect what people use, not if they are correct. And it seems there is a huge discrepancy between "Bedarf" and "Bedarfe". Probably the few books using "Bedarfe" were written by bureaucrats. <g> – Rudy Velthuis Feb 10 '18 at 19:55
  • 5
    @tofro: Duden says that "Bedarfe" is "Fachsprache". That makes sense. To me, "Bedarf" is just as singular as, say, "Hunger" or "Durst". – Rudy Velthuis Feb 10 '18 at 19:58
  • 1
    Die stärksten Kritiker der Milche waren früher selber Knilche. – user unknown Feb 10 '18 at 22:08
2

One (if not the main) difference is that »Bedürfnis« refers to creatures wheras »Bedarf« is used universally.

Auch Tiere haben Bedürfnisse.
(Even animals have needs.)

Die Familie hat einen Platzbedarf von 80 Quadratmetern.
(The family has a footprint of 80 square meters.)

Meine Baufirma hat einen wöchentlichen Betonbedarf von über 15 Tonnen.
(My construction company has a weekly concrete requirement of over 15 tons.)

Prostituierte: »Brauchst du Sex?« (Prostitute: »Do you need sex?«
Pfarrer: »Kein Bedarf.« (Pastor: »No need.«)

  • Der Pfarrer ist also nach dieser Logik keine Kreatur? – user unknown Feb 11 '18 at 15:17
  • @userunknown It seems Bedürfnis refers to personal desire, emotion, etc. whereas Bedarf is technical, factual, non-personal. Hence the priest on purpose choses Bedarf in order to not even give room to the thought that he could have personal Bedürfnisse (desire!) related to sex. – Christian Geiselmann Feb 11 '18 at 20:21
  • @userunknown: Meine Aussage ist, dass sich »Bedürfnis« auf Lebewesen bezieht, »Bedarf« kann sich auch auf anderes beziehen. Einen Pfarrer, ja, wahrhaftig, selbst ich zähle einen Pfarrer zu den Kreaturen. – Pollitzer Feb 11 '18 at 20:49
  • Gut. 2. Frage: Für Lebewesen, kann man da die Wörter Bedürfnis und Bedarf wahlweise benutzen, austauschen? Was ist mit der Familie als Struktur von Lebewesen - kann eine Familie Bedürfnisse haben? – user unknown Feb 11 '18 at 21:33
  • Ich würde sagen: Bedürfnisse sind tendenziell eher gefühlt und schwer messbar, Bedarf ist tendenziell eher unpersönlich und messbar. Insofern kann eine Familie sowohl Bedürfnisse als auch Formen von Bedarf (im Pädagogendeutsch: Bedarfe) haben. Es kommt halt auf den Kontext an. – Christian Geiselmann Feb 12 '18 at 1:01
2

Bedarf hat man an etwas, das ein Bedürfnis befriedigt.

  • Mein Bedarf an Marzipanbroten ist noch lange nicht gedeckt.
  • Familie X hat einen monatlichen Bedarf an Lebensmitteln im Wert von Y Euro.
  • Mein Schlafbedürnis war so stark, dass ich aufs Zähneputzen verzichtete.
  • Das Liebesbedürfnis der jungen Teens ist quasi unstillbar.

Im Gegensatz zu einem Tier kann eine Maschine zwar einen Bedarf haben (Platzbedarf, Energie, Rohstoffe, ...) aber keine Bedürfnisse. Bei Pflanzen, etwa dem Wurzelwerk eines Baumes, spricht man auch von einem Bedarf, aber eigentlich nicht von Bedürfnissen. Letzteres würde ich aber für diskutierbar halten und es würde mich im Jargon professioneller Gruppen auch nicht sehr überraschen, wenn doch, immerhin kann man metaphorisch auch unbelebten Dingen Bedürfnisse zuordnen, etwa "Die Lawine hat das Bedürfnis abzugehen" und so kann auch eine Pilzkultur das Bedürfnis zeigen, sich auszudehnen.

Hunger ist ein Grundbedürfnis. Wäre er nicht messbar, würden wir uns ständig zu große oder zu kleine Portionen Essen aufladen. Wer sich Marzipanbrote kauft, um damit seinen Hunger zu stillen, der hat vielleicht seinen Bedarf gedeckt, aber solange er noch nicht angefangen hat zu essen, ist das Bedürfnis unverändert. Bedürfnis und Bedarf sind also kategorial unterschiedlich.

  • 2
    Dieser "Bedarf" an Marzipanbrot ist kein echter Bedarf, es gibt nur das subjektive (und ausgesprochene) Empfinden, dass es ein Bedarf sei. – Rudy Velthuis Feb 11 '18 at 12:59
  • 1
    @RudyVelthuis: Ein Bedürfnis nach Revanche spricht aus Deiner Antwort, und ich schätze es ist Dein echtes Bedürfnis. Was mein echter Bedarf ist und was nicht, das lass mal meine Sorge sein - Du bist nicht die obere Marzipanzuteilungsbehörde, die die Kompetenz hätte, über meinen Marzipanbedarf Spekulationen anzustellen. Du kannst zwar einen Kontext erfinden, in dem mein Bedarf nur ein Hirngespinst ist, aber ich kann ebensogut einen Kontext erfinden, in dem er das nicht ist. In beiden Kontexten kann man aber von Bedarf sprechen und tut das auch. – user unknown Feb 11 '18 at 15:11
  • 1
    "Ein Bedürfnis nach Revanche spricht aus Deiner Antwort". Nein, tut es nicht. Ich bin nur nicht deiner Meinung. Das kann passieren. – Rudy Velthuis Feb 11 '18 at 15:12
  • Dann nenne Argumente dafür oder dagegen. Rationalere Beispiele als Marzipan habe ich ja gebracht, Ruhebedürfnis, Kalorienbedarf, Vitaminbedarf, Platzbedarf einer Pflanze, ... - immer geht Bedarf mit Bedürfnissen einher und Bedürfnisse lösen einen Bedarf aus. Mit objektiv oder subjektiv hat das nichts zu tun, das ist ein Holzweg. – user unknown Feb 11 '18 at 15:14
  • Ihr habt beide recht. Das bei manchen Personen regelmäßig oder sporadisch auftretende persönliche, gefühlte Bedürfnis, Marzipan zu essen, führt in der marktökonomischen, in Zahlen messbaren Folge zu einem Anstieg des Bedarfs an Marzipan. – Christian Geiselmann Feb 12 '18 at 0:58

Your Answer

By clicking “Post Your Answer”, you agree to our terms of service, privacy policy and cookie policy

Not the answer you're looking for? Browse other questions tagged or ask your own question.