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Ich muss jemanden eine pdf-Datei schicken, die die Scans von zwei längeren Ausdrucken mit Unterschriften mit 9 und 61 Seiten enthält. Um dem Empfänger klar zu machen, dass in dem pdf-Dokument zwei Dokumente stecken, würde ich ihm im Begleit-E-Mail gerne Folgendes schreiben:

Bitte beachten Sie, dass das pdf-Dokument in Wahrheit zwei Dokumente ist.

Ich bin mir aber unsicher, ob das Verb sein hier richtig im Singular steht, oder ob es nicht »sind« heißen müsste:

Bitte beachten Sie, dass das pdf-Dokument in Wahrheit zwei Dokumente sind.

Ich bin mir unsicher, weil mir beide Versionen falsch vorkommen.

In einem Hauptsatz würde das ja so aussehen:

Das pdf-Dokument ist in Wahrheit zwei Dokumente.

Hier bin ich mir recht sicher, dass das falsch wäre:

Das pdf-Dokument sind in Wahrheit zwei Dokumente.

Hat hier die Platzierung in einem Nebensatz eine Auswirkung auf die Wahl des Numerus des Verbs?


Nachtrag (Reaktion auf Kommentare):

Ich habe mein Anliegen offenbar nicht klar genug zum Ausdruck gebracht:

Ich bin durchaus in der Lage, anstelle des genannten Satzes auch andere Formulierungen zu finden. Es geht mir hier in dieser Frage nicht darum, den geschilderten Sachverhalt möglichst elegant in Worte zu kleiden. Das kann ich durchaus auch ohne Unterstützung.

Es geht mir stattdessen um diese Frage: Muss in dem Satz, der im Titel der Frage steht, das letzte Wort im Singular oder im Plural stehen?


Nachtrag 2:

Daran wird vermutlich niemand etwas auszusetzen haben:

a) Zwei Liebende sind ein Paar.

Sowohl »zwei Liebende« als auch »ein Paar« liegen im Nominativ vor. Beide kommen daher als Subjekt in Frage. Die jeweils andere Wortgruppe ist dann ein Nominativobjekt, ein Gleichsetzungsnominativ, ein Prädikatsnomen oder ein Subjektsprädikativ (alle vier Namen bezeichnen denselben grammatischen Sachverhalt).

Im Deutschen darf man aber die Reihenfolge von Satzgliedern verändern (unter gewissen Voraussetzungen, die in Sätzen der Form »X Verb Y« aber immer erfüllt sind, solange das Verb in der Mitte bleibt):

Der Jäger erschießt den Hasen. ⟷ Den Hasen erschießt der Jäger.
Die Gemeinde gedenkt der Gefallenen. ⟷ Der Gefallenen gedenkt die Gemeinde.
Der Hut gehört dem Kellner. ⟷ Dem Kellner gehört der Hut.
Der Zug fährt schnell. ⟷ Schnell fährt der Zug.
Ein Buch liegt auf dem Tisch. ⟷ Auf dem Tisch liegt ein Buch.

Das geht auch mit den Liebenden:

b) Ein Paar sind zwei Liebende.

Allerdings kann man in diesem Fall auch »ein Paar« als Subjekt auffassen, was es notwendig macht, den Numerus des Verbs an dieses Subjekt anzupassen:

c) Ein Paar ist zwei Liebende.

Aber auch hier darf man vertauschen:

d) Zwei Liebende ist ein Paar.

Meine Frage lautet nun: Welche der vier Sätze (a, b, c und d) sind richtig? Welche sind falsch?

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    Unabhängig von der Ausgangsfrage: Warum nicht einfach "Bitte beachten Sie, dass die pdf-Datei zwei unterschiedliche Dokumente enthält."? – mtwde Mar 10 '18 at 18:18
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    Erstens: Warum sollten in einem Hauptsatz andere Regeln gelten als in einem Nebensatz? – Martin Rosenau Mar 10 '18 at 18:44
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    Ehrlich gesagt klingt es nicht nur sprachlich seltsam, es ergibt für mich auch inhaltlich nicht viel Sinn. Ich würde den Vorschlag von @mtwde unterstützen. (P.S.: "Ich bin zwei Öltanks"?) – Lykanion Mar 10 '18 at 19:30
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    Die doppelte Verwendung von Dokument würde ich vermeiden, etwa durch dass in der PDF-Datei 2 Dokumente stecken. oder dass das PDF zwei Dokumente enthält. – user unknown Mar 10 '18 at 20:18
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    @mtwde: Ich weiß schon, dass man das Problem vermeiden kann, indem man eine andere Formulierung wählt. Ich habe die Frage hier aber gestellt weil es dieses Problem gibt und ich es gerne lösen würde. – Hubert Schölnast Mar 10 '18 at 21:58
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Ganz davon abgesehen, dass die Formulierung wirklich sehr unglücklich ist und sich wie schon erwähnt sehr nach dem alten Werbespruch "Ich bin zwei Öltanks" anhört:

Ganz nach den Regeln: a ist ein b bedeutet, dass a das Subjekt des Satzes ist und b das Subjektsprädikativ, und zwar vollkomen unabhängig davon, ob es sich um einen Haupt- oder einen Nebensatz handelt - und da das Verb mit dem Subjekt kongruent sein muss, muss es wohl im Singular stehen, auch wenn a zwei b ist.

In den allermeisten solcher Zweifelsfälle steht laut Duden übrigens der Singular.

Hier liegt ein Gleichsetzungsnominativ vor, was zur Folge hat, dass nicht ganz klar sein kann, was tatsächlich das Subjekt ist. Einfaches Beispiel: Ich kann aus »Ein A ist ein B« durch vertauschen »Ein B ist ein A« machen. Das stimmt so im allgemeinen Fall, aber nicht in diesem - das spezifischere Substantiv wird automatisch als Subjekt, das unspezifischere als Subjektsprädikativ angenommen:

Aus

Mein Vater ist der Arzt der englischen Königin

kann man problemlos durch Vertauschen von Subjekt und Subjektsprädikativ

Der Arzt der englischen Königin ist mein Vater

machen (man beachte bestimmte und unbestimmte Artikel oder Nullartikel - Das ist das, was ich mit spezifisch und unspezifisch meine)

Aus

Mein Vater ist Arzt

aber nicht ganz so problemlos

Arzt ist mein Vater

machen (Arzt als Subjekt). Das funktioniert mit einem spezifischen Subjekt und einem unspezifischen Subjektsprädikativ zwar grammatisch (das ist immer noch ein grammatikalisch richtiger Satz), aber logisch nicht richtig. Man wird in beiden Formen "Mein Vater" als Subjekt betrachten). Dies gilt auch für dein Beispiel:

Das Dokument ist eigentlich zwei Dokumente

Die Logik sagt, das Ding mit dem bestimmten Artikel muss das Subjekt sein und regiert deswegen das Verb.

Anderes Beispiel:

Hans ist Maurer und Fliesenleger

ist sinnvoll und logisch richtig

Maurer und Fliesenleger sind Hans

ist zwar grammatikalisch korrekt, ergibt aber keinen rechten Sinn.

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    Die Frage lautet eben genau nicht »A ist ein. Dabei gibt es ja keine Unklarheiten. Die erste Frage lautet: Was ist richtig: »Das A ist zwei Bs« oder »Das A sind zwei Bs«. Und die zweite Frage lautet: Was ist richtig: »Es stimmt, dass das A zwei Bs ist« oder »Es stimmt, dass das A zwei Bs sind«. – Hubert Schölnast Mar 10 '18 at 22:11
  • @HubertSchölnast In "A ist zwei Bs" ist A immer noch das Subjekt und regiert damit das Verb. Da ist kein Unterschied. Stell dir *Hans ist Maurer und Fliesenleger" vor. – tofro Mar 10 '18 at 22:41
  • Hier liegt ein Gleichstellungsnominativ vor, was zur Folge hat, dass nicht ganz klar ist, was tatsächlich das Subjekt ist. Einfaches Beispiel: Ich kann aus »Ein A ist ein B« durch vertauschen »Ein B ist ein A machen« (so wie man auch aus »ich sehe dich« »dich sehe ich« machen kann). Nun gehe ich aber von »Ein A ist zwei Bs« aus. Durch Platztauschen wird daraus »Zwei Bs ist ein A«. Allerdings kann ich auch »zwei Bs« als Subjekt betrachten, dann muss es nach deinem Argument aber »Zwei Bs sind ein A« heißen. Wenn ich wieder zurücktausche wird daraus »Ein A sind zwei Bs«. – Hubert Schölnast Mar 11 '18 at 5:28
  • Der Gleichsetzungsnominativ (Das Subjektsprädikat) steht an Position 1, das Subjekt steht an Position 3, und dazwischen, auf Position 2 steht das Verb, das zum Subjekt kongruent ist, und daher im Plural stehen muss. Also »Ein A sind zwei Bs«. - Was spricht gegen diese Argumentation? – Hubert Schölnast Mar 11 '18 at 5:30
  • @HubertSchölnast Die Unterstellung, dass bei einem Gleichstellungsnominativ Subjekt und Subjektprädikativ immer vertauschbar sei, gilt nicht mehr, wenn man von bestimmten und unbestimmten Dingen redet. "Mein Vater ist Arzt" ist nicht tauschbar. "Mein Vater ist der Arzt des Bundeskanzlers" schon. "Das Dokument ist zwei Dokumente" ist nicht tauschbar, "Das Dokument ist/sind die zwei Dokumente, die ich ihnen versprochen habe" schon. Dein Problem hättest du nur bei der zweiten Formulierung. So eine hast du aber nicht. – tofro Mar 11 '18 at 11:46

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