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Unabhängig davon, ob oder wie sehr es gesellschaftlich geächtet war, hat es in der Vergangenheit immer auch alleinstehende Mütter gegeben, die nicht verwitwet waren. Gab es für sie eine mglw. abschätzige oder regionale Bezeichnung?

Für Frauen, die außereheliche Beziehungen zu Männern hatten, gab es schließlich diverse Begriffe (Konkubine, Mätresse) und auch für die so gezeugten Kinder (Kegel).

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    Alte Jungfer trifft es jedenfalls nicht, weil die tendenziell kinderlos ist. – Crissov Mar 11 '18 at 12:12
  • aber oft nicht wirklich jungfräulich – Crissov Mar 11 '18 at 12:22
  • Ich frage mich, ob ein separater Begriff wirklich nötig war, oder ob die Zahl der unverheirateten Frauen, die es wagten ein Kind allein groß zu ziehen, einfach zu gering war. Vielleicht kann man mal bei History.SE nachfragen, ob es zur Anzahl/Rate der alleinerziehenden nicht-verwitweten gesicherte Daten gibt... Spannende Frage jedenfalls :) – Arsak Mar 13 '18 at 20:42
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Schandmutter war im Mittelalter und der frühen Neuzeit ein gängiger Begriff, der sich auch bei Google Books in alten Büchern finden lässt.

Für die unehelichen Kinder bitte den Bankert nicht vergessen

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  • Sind Schandmütter notwendigerweise alleinerziehend? Vgl. Rabenmutter. – Pollitzer Mar 11 '18 at 20:05
  • @Pollitzer Nicht absolut notwendigerweise, aber ziemlich notwendigerweise, weil sich keiner mehr mit ihnen eingelassen hat, weil er keinen Ärger mit seinem Pfarrer uns dessen oberstem Chef haben wollte.. – tofro Mar 11 '18 at 20:21
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Da müsste man in entsprechenden Romanen lesen. Mir fiele der Begriff 'gefallenes Mädchen' ein, ich weiß aber nicht, ob sich das nicht nur auf die 'verlorene Unschuld' (außereheliche und ruchbar gewordene Defloration) bezieht. Es gibt dazu auch Literatur, z.B.: Single Moms. Alleinstehende Mütter und ihre Lebenswelten. Ausstellungskatalog Band 1, hrsg. von Bettina Bab und Marianne Pitzen. Bonn, April 2014. ISBN Nr. 978-3-940482-74-7. Dieser Hinweis stammt von folgender Seite:

https://mama-arbeitet.de/familie/alleinerziehende-stigma-geschichte

Ganz interessant, was da zu lesen ist. Es scheint so zu sein, dass die Tatsache einer Mutterschaft ohne Ehe in früheren Zeiten automatisch mit einem liederlichen Lebenswandel der betroffenen Frau gleichgesetzt wurde, daher die vielen entsprechenden Vorschläge hierzugroup. Wer als Frau das Pech hatte, mit einem Kind sitzengelassen zu werden, war wohl ziemlich übel dran und konnte von Glück reden, wenn er nicht von Familie oder Dorfgemeinschaft verstoßen wurde. Für die Kinder galt Entsprechendes. Ist wohl noch nicht so ganz schrecklich lange her, dass in die Klassenbücher auch der Beruf des Vaters eingetragen wurde, da standen die Kinder ohne Väter ziemlich dumm da.

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  • "Gefallenes Mädchen" ist bombig und ergänzt das, was ich gechrieben habe in die jüngere Vergangenheit. Allerdings keine Referenz auf die Mutterschaft, sondern "nur" auf die bekannt gewordene uneheliche Beziehung. – tofro Mar 13 '18 at 15:56
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Gleich vorweg: Außer »ledige Mutter« kenne ich dafür keinen Begriff, aber ich kenne zwei Wörter, die etwas ähnliches bedeuten:


Dirn

Die Dirn war zumindest im Süden des deutschen Sprachraums ursprünglich nichts weiter als ein weibliches Kind oder eine unverheiratete junge Frau (mit oder ohne Nachwuchs), die allerdings aus einer der unteren gesellschaftlichen Schichten kam.

In dem Kinderlied »Spannenlanger Hansl« kommt die Dirn noch in dieser Bedeutung vor:

Spannenlanger Hansl, nudeldicke Dirn,
gemma* in den Garten, schütteln wir die Birn’.
Schüttel ich die großen, schüttelst du die kleinen,
wenn das Sackerl voll ist, gehn wir wieder heim.

* (»gemma« = »gehen wir«)

Und auch im Märchen »Rotkäppchen« wird die Titelheldin gleich im ersten Satz als Dirn bezeichnet:

Es war einmal eine kleine süße Dirn, die hatte jedermann lieb.

Als Diminutiv »Dirndl« (kleine Dirn) wird dieses Wort auch heute noch in vielen ländlichen Gegenden Österreichs genau in dieser Bedeutung verwendet. Sowohl das »Dirndl« als auch das »Mädl« (kleine Maid = Mädchen) bezeichnen hier weibliche Personen im Kindesalter bis zum jungen Erwachsenenalter, wobei das Mädl eher Kinder und das Dirndl eher junge Frauen bezeichnet.
(Das, was man im gesamten deutschen Sprachraum sonst als »Dirndl« kennt, ist eigentlich das »Dirndlkleid«, also das Kleid eines Dirndls, wobei dieses Kleid auch von verheirateten Frauen getragen wird.)

Die Wörter »Dirn« und »Maid« hatten mal ziemlich dieselbe Bedeutung. Während aber die Maid zur Magd wurde und so erst die Bedeutung »weiblicher Knecht« annahm und dann ganz verschwand (und nur ihren Diminutiv Mädchen im deutschen Wortschatz zurückließ), wurde aus der »Dirn« die »Dirne«, die heute eigentlich nur noch als Synonym für »Prostituierte« verwendet wird.


Flietscherl, Flietschn

Das leichte Mädchen wird seit dem 19. Jahrhundert (wie ich vermute aber ebenfalls nur im Süden des deutschen Sprachraums) abwertend als »Flietscherl« bezeichnet, wobei damit aber meist gar nicht gemeint ist, dass die der Prostitution nachging, sondern nur, dass sie leicht zu haben war und häufig ihre Partner wechselte. Wer besonders gehässig sein wollte, verzichtete auf die Verniedlichungsform und sprach von einer »Flietschn«.

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    Das Flittchen ist auch im Hochdeutschen bekannt. – Janka Mar 11 '18 at 8:27
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    Stimmt, daran habe ich gar nicht gedacht. Flietscherl und Flittchen sind ja verwandt miteinander. Allerdings ist mir das Wort nur als Diminutiv bekannt, Von einer »Flitte« habe ich noch nie gehört. – Hubert Schölnast Mar 11 '18 at 8:35
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    Dirn oder Deern für 'Mädchen' gibt es auch in norddeutschen Dialekten immer noch, ebenso diverse Bezeichnungen für Huren und Flittchen, aber so eine richtige Antwort auf meine Frage ist das leider nicht. Natürlich ist "nein, gibt es nicht" schwieriger zu belegen als "js, und zwar: ...". – Crissov Mar 11 '18 at 9:11
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    Metze oder Mätze war ein ähnlicher Begriff wie Dirne, den es aber heute überhaupt nicht mehr gibt. – tofro Mar 11 '18 at 9:54
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    Auch bei dieser Antwort ist das Mutter sein kein Bestandteil der genannten Begriffe. – tofro Mar 12 '18 at 7:17
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Als abwertende Bezeichnung für eine Alleinerziehende fällt mir zumindest

die Verlassene

ein, vielleicht noch

die Verschmähte

Spezifisch alt sind diese Ausdrücke natürlich nicht, außerdem auch auf eine Kinderlose anwendbar. Frauen ohne Kinder waren früher allerdings selten, schon allein, weil nicht verhütet wurde.

Bild zur Antwort

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    Beide Begriffe implizieren in keinster Weise, dass da Nachwuchs im Spiel ist. – tofro Mar 11 '18 at 12:16
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    @tofro: Muss nicht, aber kann. – Pollitzer Mar 11 '18 at 12:39
  • Man könnte es erweitern um "verschmähte Mutter". Das klingt autentisch, jedoch fürchte ich, es war nicht wirklich in Gebrauch... oder jedenfalls müsste der Nachweis erst erbracht werden. – Christian Geiselmann Mar 11 '18 at 13:28
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    @ChristianGeiselmann Klingt für mich nicht authentisch - Nach den damaligen Moralvorstellungen waren Frauen, die sich vor der Ehe mit Männern eingelassen haben, Schlampen. Verschmäht klingt nicht sehr danach. – tofro Mar 11 '18 at 16:11

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