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Ist bei einem Satz nach Schema (hier Nominalstil)

Konflikt als Folge der Expansionspolitik und der Aufrüstung Chinas

das zweite "der" unwichtig oder grammatikalisch notwendig?

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  • Mein Eindruck ist, es hängt ein bisschen vom Kontext ab. Ist das die Schlagzeile einer Zeitungsnachricht? Ist es eine Kapitelüberschrift in einem Buch? Ist es Teil eines Fließtexts, vielleicht in einem politikwissenschaftlichen Aufsatz? - So oder so sind wir hier im Grenzbereich zwischen Grammatik und Stilistik. – Christian Geiselmann Jul 4 '18 at 10:29
  • @ChristianGeiselmann Ist in etwa ein Gliederungspunkt einer Seminararbeit. Also gibt es das keine grundlegende Regel? – some_user Jul 4 '18 at 10:51
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    Es gibt keine Grammatikvorschrift dafür. Es ist eine stilistische Frage. In einer Kapitelüberschrift würdest du das zweite der eher weglassen. Man strebt nach Kürze und erlaubt sich dabei diese klitzekleine Abweichung von der peniblen grammatischen Korrektheit. – Christian Geiselmann Jul 4 '18 at 11:25
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Das zweite »der« wird von der Grammatik nicht gefordert und ist (als Wortwiederholung auf engem Raum) auch stilistisch ungünstig. Ich würde es daher weglassen.

Konflikt als Folge der Expansionspolitik und Aufrüstung Chinas

Sollte sich die Expansionspolitik wider Erwarten nicht auf China beziehen, müsste man den Text umformulieren, um vom Leser nicht missverstanden zu werden.

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  • Ja, interessanter Gedanke. Wenn zuvor von der Expansionspolitik Russlands die Rede war, und man nun spricht von "Konflikt als Folge der Expansionspolitik [wir erinnern uns: Russlands] und der Aufrüstung Chinas", dann ist das der natürlich obligatorisch. – Christian Geiselmann Jul 4 '18 at 11:28
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Wenn in einer Aufzählung ein Determinativ mehrfach vorkommt, genügt es, dieses Wort nur einmal anzugeben, unter der Voraussetzung, dass die aufgezählten Begriffe eine Einheit bilden.

Beispiel 1:

  1. Ich fahre mit meinem Freund und meinem Arbeitskollegen Kurt nach München.
  2. Ich fahre mit meinem Freund und Arbeitskollegen Kurt nach München.

Hier ist Variante 2 der Vorzug zu geben, weil Freund und Arbeitskollege beide dieselbe Person (Kurt) bezeichnen. Kurt ist Freund und Arbeitskollege zugleich.

Beispiel 2:

  1. Ich fahre mit meinem Freund Werner und meinem Arbeitskollegen Kurt nach München.
  2. Ich fahre mit meinem Freund Werner und Arbeitskollegen Kurt nach München.

In dieser Aufzählung bilden Freund und Arbeitskollege keine Einheit. Sie bezeichnen zwei verschiedene Personen. Daher darf die zweite Instanz des Artikelworts meinem nicht weggelassen werden. Variante 1 ist richtig.


  1. Konflikt als Folge der Expansionspolitik und der Aufrüstung Chinas.
  2. Konflikt als Folge der Expansionspolitik und Aufrüstung Chinas.

Hier sind sowohl die Expansionspolitik als auch die Aufrüstung Attribute desselben Staates (China). Es liegt also dieselbe Situation wie im Beispiel 1 vor, das heißt: Das Determinativ muss nur einmal im Satz stehen. Richtig ist Variante 2

Gegenbeispiel:

  1. Konflikt als Folge der Expansionspolitik Russlands und der Aufrüstung Chinas.
  2. Konflikt als Folge der Expansionspolitik Russlands und Aufrüstung Chinas.

In diesem Satz ist Variante 1 richtig.

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    Wie ist es bei Aufzählungen, bei denen die einzelnen Wörter unterschiedliches Geschlecht haben? Z.B. "Konflikt als Folge der Expansionspolitik und des Auftretens Chinas.". Kann hier das "des" weggelassen werden? – Igor O. Jul 4 '18 at 14:12
  • @IgorO.: Nein. Denn das ist ja nicht dasselbe Wort. – Hubert Schölnast Jul 4 '18 at 14:56
  • Aber sowohl die Expansionspolitik, als auch das Auftreten beziehen sich auf dasselbe Staat (China) wie in Ihrem letzten Beispiel? Bzw. ich sehe keinen Unterschied, zu dem Beispiel aus der ursprünglichen Frage. Der einzige Unterschied ist ja nur, dass sich die Artikel unterscheiden? Oder verstehe ich es falsch? :) – Igor O. Jul 7 '18 at 16:25
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    Nocheinmal: »der« und »des« sind zwei verschiedene Wörter. Hier kommt kein Wort mehrfach vor. Und daher kann man auch nichts weglassen. Um es anders zu formulieren: Der Unterschied ist, dass sich die Artikel unterscheiden. Wenn sie sich unterscheiden, sind sie nicht identisch, daher kann man keinen der beiden Artikel weglassen. – Hubert Schölnast Jul 7 '18 at 16:34
  • Danke für Ihre Antwort! Ich habe zuerst gedacht, dass Sie mit "zwei unterschiedlichen Wörtern" nicht die Artikel meinen. – Igor O. Jul 7 '18 at 19:01

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