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Manchmal sehe ein Perfekt + Das Verb bekommen.

  • Ich habe das zugeschickt bekommen.
  • Mir wurde das geschickt.

Gibt es einen Unterschied zwischen den beiden Sätzen?
Wird so eine Konstruktion oft gebraucht?

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    In Variante 1 ist ziemlich sicher, dass man es schon bekommt hat (wegen des Perfekts), das ist bei Variante 2 nicht garantiert.
    – guidot
    Aug 1 '18 at 13:34
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    @guidot Stimmt, in Variante 2 ist es zumindest möglich, dass das Versendete noch nicht angekommen ist. In Variante 1 dagegen wird man davon ausgehen, dass es angekommen ist. Das liegt m.E. aber nicht am Perfekt, sondern an der Verwendung von "bekommen" - auch bei "Ich bekam das zugeschickt" würde ich davon ausgehen, dass es angekommen ist.
    – RHa
    Aug 1 '18 at 14:01
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Ein offensichtlicher Unterschied ist jedenfalls, dass Sie unterschiedliche Verben (schicken/zuschicken) verwenden, was bei einer solchen Frage eher suboptimal ist, da Sie so gewissermaßen zwei Variablen verändern. Davon abgesehen:

Die Konstruktion mit bekommen ist weit verbreitet; viele sprechen auch von einem eigenständigen bekommen-Passiv (in Abgrenzung zum werden-Passiv; umstritten). Allerdings sehen viele Sprecher diese Konstruktion als zumindest umgangssprachlich oder stilistisch markiert an (Eisenberg, Grundriss der deutschen Grammatik, Bd. 2, 4. Aufl. 2013, S. 127). Das sollte man bei ihrer Verwendung im Hinterkopf behalten.

Im Allgemeinen ist die Bedeutung der bekommen-Konstruktion nicht wesentlich anders als die des werden-Passivs. Es ist aber dokumentiert, dass in Verbindung mit manchen Verben des Besitzwechsels (auch: zuschicken) eine stärkere Betonung des Empfangs bewirkt wird (Leirbukt, Untersuchungen zum "bekommen"-Passiv im heutigen Deutsch, 1997, S. 190 ff.). So wird auch in der Literatur beispielsweise die Beobachtung gemacht, dass auf die Beschwerde, eine Ware nicht erhalten zu haben, zwar mit Wir haben Ihnen die Ware gestern geschickt geantwortet werden kann, nicht aber mit Sie haben gestern die Ware geschickt bekommen. Das gilt allerdings ganz offenbar nur für ganz bestimmte Verben:

Die endphasenbezogene Darstellung scheint auf solche Verben beschränkt zu sein, die einen "positiven" Besitzwechsel von einiger Dauer bezeichnen: zustellen, schicken, Komposita mit -schicken und -senden (nachschicken, nachsenden, übersenden, zuschicken, zusenden, zurückschicken, zurücksenden) u.ä. [...] Der Beginn der Transaktion und der aus ihr resultierende Zustand des Besitzens liegen zeitlich etwas auseinander [...] Hinzu kommt u.U. eine lokale Differenzierung.

Es handelt sich mithin um kein allgemeines Merkmal der bekommen-Konstruktion.

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Ich halte die erste Variante für die normale. Die zweite würde ich am ehesten verwenden, wenn ich meine Ahnungslosigkeit, von wem mir das zugeschickt wurde, betonen wollte. Aber grundsätzlich ist beides möglich, der Unterschied ist nicht sehr groß.

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