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Beispielsatz:

Wie kontrovers die politische Ideologie ist, wird durch xy deutlich.

Gesuchtes Nomen:

Die " " der politischen Ideologie wird durch xy deutlich.

Mein erster Gedanke wäre die Kontroversität gewesen, was aber anscheinend eine völlig andere Baustelle ist. (Wikipedia)

Umstrittenheit wäre eine mögliche Option, die es laut Duden aber gar nicht gibt. Zudem suche ich ein eher bildungssprachliches Wort.

Hat jemand eine Idee, welche Wörter hier passen könnten?

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  • Ganz interessant: Bei einer Google-Suche nach Kontroversiellität gibt es tatsächlich ein Ergebnis - ein stenographisches Protokoll vom österreichischen Parlament.
    – some_user
    Sep 25 '18 at 17:45
  • So etwas wie Meinungsbandbreite?
    – guidot
    Sep 26 '18 at 6:45
  • 1
    Dein Originalsatz ist (leider) schon ziemlich sinnlos - Ideologien können nur kontrovers sein, wenn es mindestens zwei davon gibt - In deinem Satz kommt aber nur eine vor. kontrovers heisst entgegengewandt, und in deinem Satz ergibt sich automatisch die Frage "gegen was?"
    – tofro
    Sep 26 '18 at 7:31
  • 1
    @tofro kontrovers heißt mittlerweile auch 'umstritten' (s. etwa dwds.de/wb/kontrovers [2], auch wenn das nicht mit der wörtlichen lateinischen Bedeutung übereinstimmt, hat sich das Wort weiterentwickelt. Sep 26 '18 at 7:48
  • 1
    Wenn es unbedingt die neue Bedeutung von „kontrovers“ sein müsste, nähme ich „die kontroverse Natur“, also 2 Wörter.
    – Ludi
    Sep 26 '18 at 8:18
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Zunächst zu Alternativen

Dein Satz würde auch so gut klingen:

Die Strittigkeit der politischen Ideologie wird durch xy deutlich.

Bedeutung von Kontroversität

Was du da als Wikipedia-Fund anführst, ist eine sehr spezifische Verwendung von Kontroversität, wie sie offenbar an pädagogischen Hochschulen en vogue ist (geurteilt nach der Zahl der dazu im Internet kursierenden Publikationen).

In normaler, nicht einem spezifischen Hochschulfach entnommener Verwendung ist Kontroversität durchaus als das verständlich, was du darunter vermutetest: das Kontroverssein.

Spätestens die Kontroversität deiner eigenen Frage sollte dir den Hinweis geben, dass dieses Wort auch genau so verwendet werden kann.

Etwas Empirie

Selbst bei Tante Google findest du Stellen, wo in ordentlichen deutschen Texten das Wort Kontroversität im Sinne von Kontroverssein verwendet wird. Du musst dich allerdings durch die Schutthalde von Didaktikseminararbeiten hindurchwühlen, die mit ihrer Verwendung des Begriffes Kontroversität die Google-Suchergebnisse dominieren.

Hier sind Fundstellen "normaler" Kontroversität:

Kontroversität und Umstrittenheit im Wörterbuch

Zum Nichtaufgeführtsein von Wörtern in der von dir konsultierten Duden-Ausgabe: Dass ein Wort in einer Duden-Ausgabe nicht drinsteht, heißt ja nicht, dass man annehmen dürfte, dass es das Wort nicht gäbe. Erstens: Du hast garantiert nur einen Mini-Duden zur Hand. Zweitens: Selbst im größten Riesenduden steht nicht alles drin, was in der Welt verwendet wird.

Ich muss allerdings gestehen, dass zu meiner Überraschung auch in meinem mittelgroßen Duden Universalwörterbuch 8. Auflage auf 2132 Seiten weder Kontroversität noch Umstrittenheit aufgeführt sind.

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Interessanterweise lernen wir bei dieser Gelegenheit ein anderes Wort, das wir vorher garantiert nicht kannten: Kontumaz. An der Seltenheit kann es also nicht liegen. Vielleicht lassen Wörterbuchautoren Wortbildungen, die sich von selbst erklären, aus Sparsamkeit weg. Die Suffixe -heit und -tät sind so universell in der Verwendung, dass man sie praktisch an jedes Adjektiv anhängen kann (die einen an lateinisch, die andere an germanisch wurzelnde). Die daraus entstehenden Nomen alle in ein Wörterbuch aufzunehmen, wäre eine Heidenarbeit ohne wirklichen Mehrwert. Allerdings finde ich in meinem Mittelduden dann eben doch Verzagtheit und Gebrechlichkeit verzeichnet, jeweils direkt nach verzagt und gebrechlich. (Tja, die Hinfälligkeit von Theorien...)

Interessant sind übrigens die Fälle, wo aus Adjektiv + Suffix ein Nomen wird, das eine andere Bedeutung trägt als die Summe seiner Teile nahelegen würde. So heißt

Gelegenheit

das ja aus "gelegen" + -heit entstand, nicht mehr "Gelegensein" sondern hat durch vielfältigen Gebrauch eine andere Bedeutung angenommen. Sonst könnte man wohl sagen:

Die *Gelegenheit Wiens an der Donau bot der Stadt vielfältige Gelegenheit zum Handel.

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    Strittigkeit ist sehr gut. Umstrittenheit würde wohl auch ganz gut passen. Sep 26 '18 at 7:49
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Als bildungssprachliche Nomen im Bedeutungsraum von »kontrovers« würden mir folgende einfallen:

  • [die] Diskrepanz [zwischen den Ideologien]
  • [die] Dissonanz[en] [zwischen den Ideologien]
  • [die] Kakophonie [der Ideologien] (abwertend)

Verwandt wären aber auch schlichtere Ausdrücke wie

  • [der] Widerstreit [der Ideologien]
  • [die] Unverträglichkeit [der Ideologien]
  • [die] Konkurrenz [der Ideologien]
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  • Dan zweite Kasten scheint es mir besser zu treffen. Dass die Ideologien sich unterscheiden müssen, damit man darüber streitet, ist klar. Die reine Existenz verschiedener Ideologien löst nicht zwingend Streit aus.
    – guidot
    Sep 26 '18 at 12:37
  • @guidot: Stimmt, nicht zwingend, meines Wissens sage ich das aber auch nicht. Gemäß der Frageüberschrift liste ich Nomen für »kontrovers« auf, das mit der Ideologie ist nur ein Beispiel.
    – Pollitzer
    Sep 26 '18 at 12:51

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