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Ein paar Tage lang waren les gilets jaunes in den deutschen Medien die gilets jaunes, dann wurden daraus die Gelbwesten, nach dem gleichen Wortbildungsmuster wie Blauhelme, Blauhemden, Braunhemden oder Weißkittel beispielsweise.

Als die Polizeiuniformen noch grün waren, konnte man von den grünen Männchen sprechen - 'Grünmännchen', 'Grünmänner', 'Grünuniformen', 'Grünuniformierte' oder 'Grünuniformisten' gab es nicht, obwohl sich diese Wörter bilden lassen. Für die boys in blue gibt es auf Deutsch eine Reihe von Wörtern, aber keines, das mit blau- beginnt, obwohl die Polizeiuniformen inzwischen blau sind. Müllmänner sind die Männer in Orange, nicht die 'Orange-Männer'; der schwarze Block ist der schwarze Block, nicht der 'Schwarzblock'.

Erkennt jemand ein Distributionsmuster? Wenn ja, welches?

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    Ohne weiteren Kontext sind "grüne Männchen" für mich Marsbewohner - es muss da mal einen fantastischen Stoff gegeben haben, in dem das so war. Polizisten sind ja weder klein, noch werden sie oft als klein erlebt, so dass "Männchen" oft unangemessen ist. Zudem sind viele Uniformen der Bundeswehr ebenfalls grün, so dass der Begriff nicht zur Abgrenzung taugt. Blaumann ist schon in Gebrauch für die Handwerkeranzüge. – user unknown Dec 9 '18 at 14:21
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    Grüne Männchen: 1898 schrieb H. G. Wells den Science-Fiction Roman »The War of the Worlds«. 1907 veröffentlichte Wells dann im Cosmopolitan Magazine den Artikel »The Things that Live on Mars« und der Maler William Robinson Leigh wurde vom Verlag beauftragt, die Geschichte zu illustrieren. Dabei malte Leigh die Marsianer mit großen Köpfen aus denen Antennen wuchsen, und mit grüner Hautfarbe. Die Marsianer späterer Science-Fiction-Illustratoren waren alle von Leighs Vorlage beinflusst, und auch die Autoren von SF-Geschichten gingen danach dazu über, von grünen Männchen zu schreiben. – Hubert Schölnast Dec 9 '18 at 19:06
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    Blaumann: Ein Blaumann ist keine Person. Ein Blaumann ist ein Kleidungsstück, nämlich ein blauer Overall, der als Berufsbekleidung von Handwerkern getragen wird. – Hubert Schölnast Dec 9 '18 at 19:08
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    Als Deutscher, der gerade in Frankreich lebt, muss ich ja sagen, dass ich die Übersetzung "Die Gelben Westen" besser fände... – ixolius Dec 10 '18 at 0:36
  • @HubertSchölnast Ich habe kein tieferes Wissen hier, aber ich bin skeptisch gegenüber der Leigh-Geschichte; und zwar einfach dahingehend, dass ich vermuten würde, dass sich in der Literatur- und Illustrationsgeschichte durchaus früher schon grüne Monstermännchen finden lassen, die Leigh wieder beeinflusst haben werden. Was ist mit mittelalterlichen Handschriftenillumnationen? - Schneller Blick durch eine Sammlung zeigt, dass Grün zwar selten ist (vor allem Drachen werden grün gemalt), aber es gibt auch grüne Männchen und Teufelchen. - Kurz: Es gab schon eine Literatur vor den Amerikanern. – Christian Geiselmann Dec 10 '18 at 9:03
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Erkennt jemand ein Distributionsmuster? Wenn ja, welches?

Genau so wie bei der Frage, welches Genus ein neues Fremdwort in der deutschen Sprache bekommt, gehe ich davon aus, dass es hier keine echte Logik gibt.

Ich gehe davon aus, dass derartige Begriffe einfach von den Menschen (und den Medien) verwendet werden, und der meistverwerwendete Begriff sich durchsetzt.

Möglicherweise hat die "Hintertupfinger Tagespost" geschrieben, dass "die Gelben Westen" in Paris randaliert haben, und der "Kleinkleckersdorfer Anzeiger" hat von "den Westen in Gelb" berichtet.

Aber die Tagesschau hat gemeldet, dass es "die Gelbwesten" waren. Und die hat nun mal deutlich mehr Zuschauer als die beiden Zeitungen zusammengenommen jemals an Lesern haben werden. Deswegen hat sich der Begriff "die Gelbwesten" und nicht "die Gelben Westen" und auch nicht der Begriff "die Westen in Gelb" durchgesetzt.

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Es scheint nur dann eine Verkürzung zum Kompositum geben, wenn die Farbe echt (also z.B. nicht Orange) und das Hauptwort ein Kleidungsstück ist. Es gibt auch noch die "Rotröcke" und die "gelben Engel". "Uniform" scheint eine Ausnahme, weil das Wort sich im eigentlichen Sinn nicht auf ein Kleidungsstück bezieht, sondern die Tatsache bezieht, das alle (sichtbaren) Kleidungsstücke gleich sind.

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    Meinst Du mit echt in "wenn die Farbe echt [...] ist" die Grundfarben Rot, Gelb und Blau? – Arsak Dec 9 '18 at 12:04
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    @Janka das liegt daran, dass es keine gelben Meisen gibt - blaue und schwarze schon. Es gibt z.B. Gelbfüssler, das sind für die Schwaben die Badener, und meine Oma sprach von den Nazis hinter vorgehaltener Hand von *Gelhemader" – tofro Dec 9 '18 at 13:36
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    @tofro Kannst du gelhernader bitte erläutern? – Philipp Dec 9 '18 at 14:22
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    @Marzipanherz Mit echteb Farben meine ich die deklinierbaren Farbadjektive (rot, weiß, grün, ...). – Toscho Dec 10 '18 at 8:00
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    @ChristianGeiselmann Kanariengelb waren sie natürlich nicht. Ein heutiger Designer würde die Farbe wohl als "Sand" anpreisen. Das liegt daran, dass sich die SA bei ihrer Gründung von der Resterampe bediente und Uniformhemden kaufte, die ursprünglich für die Schutztruppe von Deutsch-Südwest gedacht und nach dessen Verlust wohl billig zu haben waren. Farbe also irgendwo zwischen "ockergelb" und "kälberdreckbraun" – tofro Dec 10 '18 at 10:14
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Weste, Helm, Hemd, Kittel sind alles kurze Wörter von 1-2 Silben, so dass Wortbildungen mit Farbnamen nicht unhandlich lang werden.

Uniformen dagegen hat schon 4 Silben, das könnte zu umständlich sein. Grün ist aber eben bei der Polizei nicht nur das Hemd gewesen, sondern auch die Hosen und Teile der Mütze.

Beim schwarzen Block ist meist die gesamte Kleidung schwarz, vom Schuh über die Socken bis zur Sturmmaske. Da die anderen Bildungen alle für einzelne Personen gelten (der Blauhelm, ein Weißkittel) oder gelten können müsste die Analogbildung beim schwarzen Block auch lauten Schwarzblöckler. Dafür haben sich aber die kürzeren Formen Autonomer bzw. Chaot schon eingebürgert.

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