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Wenn man die adjektivische Bezeichnungen für die Farbe Orange liest, findet man ganz verschiedene Bezeichnungen, die alle im Duden gelistet sind:

  • der orange Koffer.
  • der orangene Koffer.
  • der orangenfarbene Koffer.
  • der orangenfarbige Koffer.
  • der orangefarbene Koffer.
  • der orangefarbige Koffer.

Wie erklärt sich dieses Phänomen, das wir bei anderen Farben nicht so ausgeprägt sehen? Welche Variante ist die empfohlene?

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  • Man beachte diesbezüglich auch die Farbe "beige", die ähnliche, aber nicht ganz so ausgeprägte Probleme macht.
    – tofro
    Dec 24, 2018 at 11:18
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    Nicht zu vergessen: »Das Werkzeug ist im orange Koffer.«, was einige Präskriptivisten immer noch propagieren. (Siehe auch diese Frage von mir.)
    – Wrzlprmft
    Dec 24, 2018 at 11:37
  • Dass das Wort recht neu ist, ist bekannt, oder?
    – Carsten S
    Dec 24, 2018 at 11:51
  • @CarstenS: die Beugung oder Nicht-Beugung interessiert mich zwar nicht, aber die Antwort dort gibt mir auch eine hinreichende Antwort auf meine Frage, danke.
    – Takkat
    Dec 24, 2018 at 12:25
  • Ich erinnere mich nicht, ob ich das letztes Mal auch schon geschrieben habe, aber das hier ist vielleicht unterhaltsam, auch wenn es die Frage nicht beantwortet: slate.com/articles/podcasts/lexicon_valley/2014/09/…
    – Carsten S
    Dec 24, 2018 at 21:42

2 Answers 2

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Ich vermute, es hat damit zu tun, dass diese Farbbezeichnungen (orange, beige, rosa, mauve, cyan, magenta etc) nicht aus dem Deutschen kommen und nicht vollständig "eingedeutscht" sind, und da ist es kompliziert mit der Anwendung deutscher Grammatikregeln. Ähnliche Probleme gibt es ja auch mit aus dem Englischen übernommenen "technischen" Begriffen z.B. "mailen", "googeln" etc.

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Der Grund dürfte sein, dass bei einer Verwendung von "orange" als Adjektiv viele Formen beim Hören nicht vom Substantiv "Orange" zu unterscheiden sind.

Z.B. hört man bei "Sie trägt die orange Hose" erst einmal "Sie trägt die Orange", erst nach "Hose" löst es sich auf. Ähnlich bei Akkusativ Singular oder Dativ Plural "den orangen", was sich genauso anhört wie "den Orangen".

Zwar ergibt sich aus dem Kontext, was gemeint ist. Trotzdem wird kann man als Hörer leicht erst einmal stutzig werden. Das ist, wie ich vermute, der Grund, dass "orange" als Adjektiv vermieden wird.

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  • Ich bin ein bisschen skeptisch, ob das die Erklärung sein kann, weil lila oder rosa auch ohne Doppeldeutigkeit ganz ähnliche Wortbildungen haben.
    – guidot
    Dec 24, 2018 at 12:05
  • Bei lila und rosa ist der Grund offenbar ein anderer, nämlich dass ein deutsches Adjektiv normalerweise nicht auf -a enden kann. Allerdings werden lila und rosa als unflektierte Adjektive verwendet, nur in der Umgangssprache kann man manchmal anderes hören ("Das rosane T-Shirt")
    – RHa
    Dec 24, 2018 at 13:13
  • Orange kommt im Satz vor Hose, okay. Aber dass man den Satz zunächst bis orange hört, das als Orange interpretiert und den Satz so verarbeitet und die Hose erst hinterher hinzufügt und den Satz neu verarbeitet, das glaube ich nicht. Man kann die Lautfolge [oˈʁɑ̃ːʒə] (oder [oˈʁaŋʒə]) sowohl als Nomen als auch als Adjektiv im Kopf haben, ohne zunächst an das Nomen zu denken. Mit der Farbe habe ich definitiv häufiger zu tun. Man könnte prototypensemantisch untersuchen, ob Probanden diese Lautfolge eher als Frucht oder als Farbe sehen.
    – Philipp
    Dec 24, 2018 at 22:00

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