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Woher kommt diese Phrase bzw. das Wort Springinsfeld? Es bezeichnet jemanden, der sorglos ist oder sich unbedacht verhält.

Vgl. En. fling in the hay, roll in the hay, to roll in the hay.

  • @IQV, it's rare, I heared it, had to ask what it means, and got an anecdote to hear, that doesn't really matter, but was in line with sorglos. Or do you mean fling in the hay? I have trouble finding a definition, but found (only) three citations, at least one of which fits my association. Since fling can mean affair, and I have read fling in the hay in that sense before, I should note that it might mean a "Seitensprung". That theme would also fit an association of the needle in the haystack as a traitor or infiltrator, but only thematically. – vectory Feb 28 '19 at 18:09
  • Wenn man nach der genauen Herkunft fragt, muss klar sein, was denn die ungefähre Herkunft ist, was hier nicht der Fall ist. Ohne einen Maßstab kann man nicht urteilen, ob die Antwort genauer ist als ein unterstelltes Vorwissen. - Bezug zur Nadel im Heuhaufen besteht keiner, außer dass alte Sprichwörter natürlich oft dem bäuerlichen Raum entstammen, in dem vor 200 und mehr Jahren über 80% der Deutschen noch beschäftigt waren. Außer mit dem Feld wäre, wie von FfF bereits angedeutet, das Schlachtfeld gemeint, dann besteht auch von da kein Zusammenhang. – user unknown Feb 28 '19 at 22:22
  • @user-unkown eher als für "genau" [sic!] (nicht "genauer") zählt das Argument für einen Bezug zu einem anderen Sprichwort. Wenn die Herkunft von zwei Phrasen unklar ist, kann ein gemeinsamer Ursprung nicht ausgeschloasen werden. Im 16. JH gab es zumindest auch die Nadel in der Wiese ("meadow")--näher an Feld als "haystack". – vectory Mar 1 '19 at 6:10
  • Vgl. Woll-lust, lol. – vectory Mar 3 '19 at 22:51
  • Vgl. flink, schnelle Nummer. Backref en.SE / fling in the hay. – vectory Mar 3 '19 at 23:14
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Also laut Deutschem Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm handelt es sich bei Springinsfeld ursprünglich um den Namen eines Landsknechts. Dieser Eigenname geht auf die imperativische Phrase "Spring ins Feld!" im Sinne von 'eile ins Feld (also in den Krieg)!' zurück. Entsprechend finden sich auch Bildungen wie Renninsland oder Hüpfinsholz. Aber das wurde im Wesentlichen ja bereits von Hubert angesprochen.

In den literarischen Quellen erscheint dieser Name zuerst bei Hans Jakob Christoffel Grimmelshausen (um 1622 - 1676): "Springins-feld, der ein abgefäumter ertzvogel war und kein latein verstunde." (Hans Jakob Christoffel Grimmelshausen, Der abenteuerliche Simplicissimus, 17. Jh.) Später findet sich der Name dann als Beinamen von Personen und schließlich wurde er verallgemeinernd auf vor allem junge, fröhliche Menschen übertragen. Zum Beispiel bei Goethe: "sieh nur! ein paar artige knaben sitzen auf dem bocke, der eine springt herunter, die kutsche fährt langsam, er kommt auf's haus zu. das ist ein springinsfeld! da ist er schon." (Johann Wolfgang von Goethe, Was wir bringen, Dritter Auftritt, Anfang 19. Jh.)

Im Gegenwartsdeutschen ist dieses Wort bereits etwas veraltet und wird nur noch selten, meist scherzhaft, benutzt.

Hier die Quelle (Online-Version des Deutschen Wörterbuchs):

http://www.woerterbuchnetz.de/DWB?lemma=springinsfeld

  • Du kannst den Link gerne als Quelle angeben, aber deine Antwort muss auch vollständig sein, ohne dass man dem Link folgt. Die verlinkte Seite könnte schon morgen einen anderen Inhalt haben, dann wäre deine Antwort wertlos. Deine Antwort wird aber hoffentlich auch in noch in einigen Jahrzehnten gelesen werden. Also editiere bitte deine Antwort und schreib hinein was deiner Ansicht nach die gestellte Frage beantwortet. – Hubert Schölnast Apr 6 '19 at 14:59
  • @Hubert: Danke für den Hinweis! Ich habe meine Antwort entsprechend angepasst. – Bernhard Apr 6 '19 at 17:56
  • Eine regelmäßige Verwendung des Wortes im Gegenwartsdeutsch findet sich in den deutschen Übersetzungen der Disney-Comics. Dort ist der Begriff relativ geläufig. – scienceponder Apr 6 '19 at 20:49
  • Bemerke, Grimm schreibt "ursprünglich wol name eines landsknechtes". Dabei lese ich "wohl" als wahrscheinlich, ziemlich sicher, könnte mich täuschen, nichts genaues weiß man nicht. Andere bisher vorgebrachte Quellen fußen sicherlich darauf, und fügen der ausführlichen Besprechung leider nicht die nötige Sicherheit hinzu. Daher kann ich soweit keine Antwort akzeptieren. Dass der Eigenname der Ursprung sein sollte ist auch eine völlig falsche Lesung der Quelle. Dort wird nur auf die Bildung der Wortform verwiesen, die hier aber zweitrangig ist. – vectory Apr 6 '19 at 22:58
  • Offensichtlich war der Name schon immer mehr oder weniger scherzhaft. Meiner Lesart nach handelt es sich um eine Bezeichnung, die durch die Landsknechte verbreitet wurde. Weiteres ist jedoch ungewiss. Die hier genannten Zitate sind 17. und 18.JH also weit später als die ersten Belege. Die Daten der Belege sind bei Grimm leider nicht direkt zu belegen. Eine Darstellung der Entstehung entnehme ich denen ohnehin nicht. – vectory Apr 6 '19 at 23:17
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Der Begriff »ein Springinsfeld« wurde im 16. Jahrhundert noch

ein springe ynt velt

geschrieben und ist aus dem Imperativ

spring ins Feld!

entstanden.

Damit bezeichnete man früher Soldaten und Landsknechte, die recht sorglos ins Kampfgebiet zogen. Später übertrug sich der Begriff auf alle umbekümmerten Menschen.

Heute wird der Begriff zwar seltener verwendet, aber wenn man ihn verwendet, meint man damit noch immer, dass die mit diesem Wort bezeichnete Person sich potentiellen Gefahren aussetzt, ohne vorher lange über diese Gefahren nachzudenken, oder komplexere Aktivitäten ausführen, ohne dafür einen detaillierten Plan zu haben.


Ich bin gebeten worden, meine Quellen nicht nur in den Kommentaren, sondern auch in der Antwort selbst zu nennen. Bitteschön: Wikipedia, DWDS und Duden.

Bei DWDS muss man den Etymologie-Block aufklappen, die gesuchten Informationen stehen ganz unten in diesem Block.

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    Dass der Begriff auf die Landsknechte zurückgeht ist unzweifelhaft. Allerdings denke ich nicht, dass dieser die heutige Bedeutung hat, weil diese sorglos/leichtsinnig in den Kampf zogen. Dafür galten sie als zu diszipliniert und kampfstark. – mtwde Mar 3 '19 at 21:25
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    Ob dies originär ist, wird nicht gesagt. Tatsächlich liegt gar keine Quelle vor, die irgendwas sagen könnte. Wie der Imperativ Verwendung gefunden haben sollte, erschließt sich mir ohne weiteres leider nicht. Ich denke dabei immernoch eher an einen "Sprung ins Feld", wie "Schuss in den Ofen". – vectory Mar 3 '19 at 22:55
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    Ich verbinde mit "Springinsfeld" nicht unbedingt jemanden der sich leichtsinnig in Gefahr begibt, sonder nur jemanden der leichtfüßig, sorglos ist. – Rudy Velthuis Mar 4 '19 at 23:54
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    @vectory: für mich nicht, aber das vielleicht nur, weil es in meiner Muttersprache nur positive Konnotationen hat: fröhlich, lebhaft, sorglos. – Rudy Velthuis Mar 5 '19 at 8:16
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    @Hubert: Klingt, als hättest Du dafür einen oder mehrere Belege. Hast Du? Welche? – user unknown Mar 6 '19 at 0:43

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