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"Liebe Närrinnen und Narrhallesen", ist eine der bekanntesten Begrüßungen bei Karnevalssitzungen. Narrhallesen sind die (männlichen) Bewohner des Landes Narhalla. Laut Wikipedia ist der Begriff ein Zusammenschluss aus Narr und Walhalla und steht passenderweise für das Land des ewigen Karnevals.

Da ich den Begriff nur im Zusammenhang mit dem bekannten Mainzer Narhallamarsch kenne und dieser anscheinend erst mit der Zeit zu diesem Namen kam, stellt sich mir die Frage wann das sagenumwobene Land Narhalla entdeckt wurde und wo es liegt. Alternativ wann und in welcher Karnevalsgegend der Begriff entstanden ist.

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Kurzantwort:

...wann das sagenumwobene Land Narhalla entdeckt wurde und wo es liegt. Alternativ wann und in welcher Karnevalsgegend der Begriff entstanden ist.

Aktueller Kenntnisstand:

  • Das sagenumwobene Land wurde spätestens 1843 (Nennung in der Literatur) entdeckt.
  • Das Gebäude, das irgendwann zwischen 1841 und 1843 die Narrhalla aufnahm, befindet sich in der Augustinerstraße 55, 55116 Mainz.
  • Es gab vielleicht auch vorher schon an einem anderen Ort ein Narrhalla, denn Fragensteller mtwde hat in einer Veröffentlichung namens Humoristischer Flaschenkeller (1853) einen Vortrag von 1837 entdeckt:

    Ein Kapitelchen über die Liebe und die Ehe

    Vortrag gehalten zur Fastnacht 1837 in der die Welt umstrahlenden Mainzer Narhalla, glorreichen Andenkens, abgedruckt in der Mainzer Narren-Zeitung

Langfassung:

Laut Google Ngram taucht der Begriff Narrhalla zuerst in den 1840er Jahren auf. Im ältesten gefundenen Dokument (von 1843) heißt es:

Unter den übrigen Mittheilungen, deren die mainzer Karnevals-Signale eine so volle und reiche Garbe bieten, zeichnen sich noch besonders aus: der Prolog von F. Laske, gesprochen bei der Eröffnung der Narrhalla, im fünften Jahre der Narrheit; das Gedicht zur Einweihung des Falck'schen Narhalla-Tempels, vom Professor Niklas Müller; der Rangstreit der Narrhalla-Geister, ...

Zu dieser Zeit war die Narrhalla also ein Versammlungsort der Mainzer Karnevalisten.

Weiter unten wird der Ort als großer, mit allegorischen Bildern und Verzierungen reich geschmückter Saal im Frankfurter Hof, einem noch heute existierenden Gebäude, identifiziert.

Bild des Frankfurter Hofs Im übrigen wurde bereits 1841, ebenfalls in Mainz, eine Narrhalla - Carnevalszeitung für die Saison 1841 herausgegeben.

  • +1 Erstmal danke für die ausführliche Antwort. An ngram hatte ich überhaupt nicht mehr gedacht. Allerdings habe ich darüber nun diesen Artikel gefunden. "Vortrag gehalten zur Fastnacht 1837 in der die Welt umstrahlenden Mainzer Narhalla". 4 Jahre vor der Eröffnung des Anbaus. Druck des Buches war jedoch erst 1853, evtl. passt das dann doch. – mtwde Mar 4 at 22:56
  • Wir erfahren daraus aber, wenn ich das nun richtig gelesen habe, dass gar kein Land gemeint ist, sondern ein Ort, und zwar wohl sogar ganz einfach ein Saal (in dem Fasnachtsveranstaltungen gehalten werden). Es liegt ja auch nahe, dass die Leute "Halla" als "Halle" lesen. - Ist die implizite Annahme in der Frage, es handle sich um ein Land also falsch? – Christian Geiselmann Mar 5 at 16:02
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    @ChristianGeiselmann: Zur Beantwortung der Frage sollte man sich wohl an die offiziellen Vertreter Narrhallas wenden. Ich denke, dass die Narren die Behauptung, dass ihr Land nicht mehr als ein schnöder Saal ist vielleicht mit Humor, aber nicht allzu erfreut, aufnehmen würden. In der UN ist Narrhalla jedenfalls noch nicht. – Frank from Frankfurt Mar 6 at 8:36
  • Möglicherweise war Narhalla erst ein Saal, aber auch dieser Ort kann im übertragenen bildlichen Sinne schon ein Land darstellen, so sich die Narren da heimisch fühlen. Wer es ersonnen hat und warum kann wohl nicht mehr geklärt werden, aber "in Mainz", "um 1841" und "Frankfurter Hof" sind mir ausreichende Fundstellen. – mtwde Mar 11 at 10:45

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