1

Also wie bei den englischen "fish", "sheep", "hair", usw.

Bitte antwortet auf Deutsch.

  • Ich war zunächst unentschieden, diese Frage als zu unspezifisch (too broad) zu schliessen. Aber es scheint bis zu einem gewissen Grad ein Muster zu geben. – πάντα ῥεῖ Mar 27 at 18:48
  • Das “Nomen” im Titel Deiner Frage wäre schon mal das erste Beispiel... ;-) – Stephie Mar 28 at 7:59
  • An sich ist nicht ganz klar, was du eigentlich fragst. Deine englischen Beispiele sind Abstrakta, die man im Deutschen eben einfach nicht in den Plural setzt, auch wenn man z.B. viele Fische meint - Auch an der Nordsee wird in Deutschland "viel Fisch" gefangen. – tofro Mar 28 at 8:41
4

Gibt es im Deutschen ein Nomen, das bei seiner Pluralsform sich nicht verändert?

Im Bereich Berufsbezeichnungen gibt es sehr viele Beispiele, wenn sie generell der maskulinen Form folgen, z.B. Der Techniker => Die Techniker, Der Bäcker => Die Bäcker, Der Schuster => Die Schuster, etc., etc.

Vgl. Die Floristin => Die Floristinnen, Die Erzieherin => Die Erzieherinnen.

Man könnte nun daraus herleiten, das jedes dieser Nomen jeweils eine maskuline und eine feminine Grundform haben, und sich die Pluralform endend auf -innen eben dementsprechend ändert.

Dies wird jedoch aktuell vor dem Hintergrund der Geschlechtergleichstellung, und ihrer Reflexion in "korrekter" Sprache zur Zeit sehr kontrovers diskutiert1. Im Plural sollten beide Geschlechter korrekt repräsentiert sein, im Gegensatz zu einer Repräsentation eines spezifischen Individuums.


Aber es gibt auch andere Nomen, die sich nicht auf Menschen beziehen und deren Schreibweise im Plural sich im Vergleich zu der Hauptform nicht ändert (und dementsprechend die oben erwähnte Argumentation einer normalisierten Pluralschreibweise keinen Sinn ergeben würde):

  • Der Felsen => Die Felsen
  • Der Kater => Die Kater
  • Der Bräter => Die Bräter2
  • Der Schraubenzieher => Die Schraubenzieher

Ich kann das jetzt nur empirisch belegen, aber es scheint so, dass all diese Nomen eine maskuline Grundform haben.


1)Siehe auch Geschlechtergerechte Sprache, Gendergap, Binnen-I.
2)Ein spezieller Kochtopf.

8

Ja, es gibt hunderte, wenn nicht sogar tausende solcher Wörter, z.B.

Schüler, Computer, Mädchen, Reifen, Kabel, Flügel

Alle Substantive mit dieser Eigenschaft gehören zur Deklinationsklasse S6. Darin gibt es männliche und sächliche Substantive, aber keine weiblichen.

Meiner Recherche zufolge enden alle Wörter in dieser Klasse auf -el, -er oder -en. Sonderfälle sind die Diminutive, die auf -lein oder -chen enden. Andere Endungen sind mir nicht untergekommen, ich habe aber keine handfesten Belege dafür gefunden, dass es nicht vielleicht doch auch Substantive mit anderen Endungen in S6 gibt.


Beispiele für männliche Substantive in der Klasse S6:

Singular → Plural
der Artikel → die Artikel
der Titel → die Titel
der Zweifel → die Zweifel
der Spiegel → die Spiegel
der Flügel → die Flügel

der Spieler → die Spieler
der Besucher → die Besucher
der Arbeiter → die Arbeiter
der Wiener → die Wiener
der Täter → die Täter
der Leiter → die Leiter (Vorgesetzter, Anführer)

der Rahmen → die Rahmen
der Rücken → die Rücken
der Kuchen → die Kuchen
der Brunnen → die Brunnen
der Orden → die Orden

Dazu gehören fast alle Berufsbezeichnungen, die auf -er enden:

Maurer, Bäcker, Schuster, Müller, Lackierer, Programmierer, ...

Aber auch viele Bezeichner von Bewohnern bestimmter geographischer Gebiete:

Engländer, Araber, Amerikaner, Saarländer, Londoner, Berliner, Hamburger, Römer, ...


sächliche Substantive in der Klasse S6:

Singular → Plural
das Mittel → die Mittel
das Drittel → die Drittel
das Kapitel → die Kapitel
das Rätsel → die Rätsel

das Opfer → die Opfer
das Theater → die Theater
das Wetter → die Wetter
das Fenster → die Fenster
das Feuer → die Feuer

das Leben → die Leben
das Unternehmen → die Unternehmen
das Zeichen → die Zeichen
das Verfahren → die Verfahren
das Rennen → die Rennen

das Mädchen → die Mädchen
das Säckchen → die Säckchen
das Kaninchen → die Kaninchen
das Kindlein → die Kindlein das Büchlein → die Büchlein

Dazu gehören alle Diminutive (Verkleinerungsformen) die auf -lein oder -chen enden


Aber:

der Vogel → die Vögel
der Apfel → die Äpfel
das Hotel → die Hotels

der Bruder → die Brüder
die Leiter → die Leitern (Aufstiegshilfe mit Sprossen)

der Boden → die Böden

Diminutive, die auf -erl enden, gehören in den meisten Fällen auch nicht zu S6:

das Schmankerl → die Schmankerln
das Kipferl → die Kipferln
das Sackerl → die Sackerln

(Die meisten dieser Wörter werden nur im österreichischen Hochdeutsch verwendet)

  • 2
    Interessanterweise würde ich als in Deutschland lebender Deutschsprachiger den Plural zu den österreichischen Diminutiven durchaus ohne das n bilden; die Pluralform wäre also wieder identisch mit der Singularform (vgl. z.B. "Die Kipferl mit dem Backpapier vom Blech ziehen (...) die heißen Kipferl (...)"; für "Schmankerl" zählt der Duden auch beide Pluralformen auf). – O. R. Mapper Mar 27 at 22:14
  • @O.R.Mapper - In der Tat. Der richtige Plural von Kipferl ist Kipferl. (Jetzt ducke ich mich, denn ich erwarte eine zornig in meine Richtung geworfene Sachertorte.) – Christian Geiselmann Mar 27 at 23:02
  • Wiktionary kennt kein Kipferl (anderswo als Croissant bekannt), wohl aber das Vanillekipferl und nennt dafür beide hier diskutierten Pluralformen: de.wiktionary.org/wiki/Vanillekipferl Ich weiß nicht, wie weit nach Norden das Gebiet geht, in dem das Wort Kipferl verwendet wird, aber ich vermute, dass es innerhalb dieses Verbreitungsgebiet regionale Unterschiede in der Pluralbildung gibt. – Hubert Schölnast Mar 28 at 6:07
5

Die größte Gruppe von Nomina mit Nullplural sind Maskulina und Neutra, die auf -el, -en, -er enden.

der Nebel, Spiegel, Zweifel – das Kabel, Mittel, Viertel
der Brunnen, Knochen, Streifen – das Eisen, Wesen, Zeichen
der Bürger, Koffer, Treffer – das Fenster, Lager, Zimmer

Hinzu kommen die Neutra der Form Ge- -e wie Gebäude sowie Diminutiva mit -chen und -lein. Feminina ohne Pluralendung sind nur Mutter, Tochter (beide mit Umlaut).

Einzelgänger: das Knie (für die Sprecher, die im Plural [kni:] sagen); der Käse.

  • Gute Klassifikation. – πάντα ῥεῖ Mar 27 at 19:14
  • Ich halte es für fragwürdig, "Mutter" und "Tochter" hier aufzuführen. Zwar merkst du richtig an, dass im Plural ein Umlaut hinzukommt. Einerseits war jedoch, selbst wenn dieser Umlaut in der Definition des Nullplurals enthalten sein sollte (der verlinkte Artikel lässt das Gegenteil vermuten), explizit nach Pluralformen gefragt, die überhaupt keine Änderungen im Vergleich zum Singular aufweisen. Andererseits könnten die Beispiele bei (hier durchaus möglichen) fremdsprachigen Besuchern den Irrglauben bestärken, Umlautpunkte seien "nur" Aussprachehinweise wie Akzentzeichen, die man einfach ... – O. R. Mapper Mar 27 at 22:08
  • ... ignorieren und stattdessen den zugrundeliegenden Vokal verwenden kann. – O. R. Mapper Mar 27 at 22:08
  • Ich bin kein Fan der Unterscheidung von Nullplural und Umlautplural. Ich sehe den endunglosen Plural analog zum e-Plural: die Maskulina und Neutra haben in beiden Fällen lexikalischen Umlaut (d.h. sie können Umlaut haben oder auch nicht, das muß man lernen). Ich sehe aber das Problem und habe die Formulierung angepaßt. – David Vogt Mar 27 at 22:51
2

There are many: usually they are nominalised verbs. Formula:

remove the last n in the verb in infinitve, replace it by r

Example: machen -> der Macher (pl. die Macher).

Probably you will find some exceptions, but you'll also find many.

  • Ja, richtig. Ich habe von solchen vergessen. Gibt es aber auch manche, die sich nicht auf Menschen beziehen? – user30446 Mar 27 at 18:09
  • 1
    @sermonionx "Gibt es aber auch manche, die sich nicht auf Menschen beziehen?" Ja, z.B. Der Felsen => Die Felsen – πάντα ῥεῖ Mar 27 at 18:10
  • 1
    @c.p "There are many: usually they are nominalised verbs. Formula:" OP: "Bitte antwortet auf Deutsch" – πάντα ῥεῖ Mar 27 at 18:44
  • @πάνταῥεῖ wer unbedingt die Antwort auf Deutsch will, der soll die Sprache von vornherein festlegen. Verwirrend war hier, dass der OP englische Worte verwendet hat. Ich habe gar nicht die Sprache der Frage gemerkt. – c.p. Mar 27 at 21:30

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