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In einem Zeitungsartikel, lese ich:

Hier im hohen Norden erfreuen sich die langen, attraktiven Ostseestrände einer wachsenden Beliebheit.

Warum wird hier „Beliebheit“ im Genitiv benutzt ?

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    Das ist Genitiv, kein Dativ. – tofro Apr 27 '19 at 6:43
  • @tofro Dem Dativ sein Feind :-D – πάντα ῥεῖ Apr 27 '19 at 6:51
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Viele Verben im Deutschen regieren einen bestimmten Kasus - sich jemandes/einer Sache erfreuen fordert eben als eines der wenigen (und weniger werdenden) Verben den Genitiv.

Die Frage nach dem "warum" lässt sich über ein einfaches "das ist eben so" hinaus wohl schwer beantworten - Latein z.B. kennt einen genitivus criminalis, der sich ähnlich auch in der deutschen Sprache wiederfindet ("jemanden eines Verbrechens beschuldigen"). Im Mittelhochdeutschen waren Verben, die den Genitiv fordern, noch wesentlich verbreiteter. Im heutigen Deutsch hat sich deren Anzahl so stark verringert, dass man schon fast eine definitive Liste machen kann (es dürften, grob geschätzt, etwa 40 Verben sein, manche davon sind heute allerdings sehr ungebräuchlich).

  • Bei einigen Verben wird auch eine Präposition verwendet, hier "sich an einer Sache erfreuen", die dann den Fall bestimmt, hierbei immerhin beibehält. Wäre für die Frage relevant, welche Form ursprünglich ist? Einiges auf der Liste gilt nicht immer, sondern nur in bestimmten Idiomen. So ist "sich wachsender Beliebt erfreuen" nun eine stehende Wendung, in der "an" keinen Platz findet. Wieso eigentlich "einer", etwa auch "zweier"? Ohne Adjektiv und Artikel wird jedoch kein Schuh draus. Der Artikel ist nur nötig für den Reim auf einen Artikel in einem Relativsatz, "einer Beliebtheit, die ... ist". – vectory Apr 27 '19 at 21:33
  • @vectory: Die stehende Wendung erkenne ich nicht, erfreut sich großer Nachfrage/ wachsenden Zuspruchs, sind genau so gebildet. Einer ist hier ein unbestimmter Artikel, kein Zahlwort. Der Rest des Kommentars erschließt sich mir gar nicht, vielleicht solltest du ihn in eine etwas ausführlichere eigene Antwort umwandeln. – guidot Apr 27 '19 at 21:45
  • @vectory sich einer Sache erfreuen habe ich gewählt, damit man den Genitiv erkennt - sich etwas erfreuen hört sich erstens doof an und zweitens ist der Genitiv nicht mehr sichtbar. – tofro Apr 27 '19 at 21:47
  • @guidot das ist mir bewusst, danke für die Eingabe. Deine Beispiele gehören dennoch einem engen semantischen Feld an. Das soll "idiomatisch" im weitesten Sinne, in dem Fall.bedeuten. ein- ist zumeist auch ein Zahlwort, da unzählbare Objekte gewöhnlich keinen unbestimmten Artikel brauchen, bspw. "Ich habe _ Sand". Der Fall müsste gar nicht markiert werden, wenn das Verb eindeutig wäre, etwa wegen er- Die Bedeutung der Phrase ist scheinbar anders, wenn der Artikel fehlt, "sich beliebtheit erfreuen". Das wundert mich. "er-" kontrastiert mit reinem "freuen", klingt für mich nach Erzeugung o.ä. – vectory Apr 27 '19 at 21:59
  • @vectory das er- muss nicht sein: sich seines Lebens freuen – tofro Apr 27 '19 at 22:03

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