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Aus dem Englischen kennt man den Ausdruck serendipity für einen glücklichen Zufallsfund, den Horace Walpole von Serendip, einer alten Bezeichnung für das heutige Sri Lanka, abgeleitet hat. (Wikipedia)

Desweiteren vielleicht malaproprism nach der Figur der Mrs. Malaprop in einem Theaterstück von 1775 für die unabsichtliche unangemessene Verwendung insbesondere von schwierigen Wörtern. Dieses Beispiel ist etwas fragwürdig, da es sich bei Malaprop um einen sprechenden Namen, abgeleitet von frz. mal à propos "unangemessen" handelt. (Wikipedia)

In der Comedyserie Community gibt es to britta "vermasseln, verkorksen" als Gelegenheitsbildung. (Youtube)

Die Beispiele legen nahe, daß das Englische für solche Bildungen offen ist. Welche Beispiele für die Ableitung von Inhaltswörtern aus Eigennamen gibt es im Deutschen?

Das Verb merkeln mit der Bedeutung "wichtige Entscheidungen aufschieben", Kandidat für das Jugendwort des Jahres 2015, hat sich wohl nie richtig etabliert.

Ein Beispiel aus der Umgangssprache wäre die Verwendung von Horst als Pejorativ, was sogar Erwähnung in der Wikipedia findet.

  • Pejorativ verwendete Vornamen gibt es mehrere: Kevin, Chantal (Wikipedia: Kevinismus), Detlev, Hugo, Olaf, Egon – Hubert Schölnast Apr 27 '19 at 12:45
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    Ich biete noch Bernd für anonymous. – Janka Apr 27 '19 at 17:40
  • @Janka Also im Sinn von Niemand? – David Vogt Apr 27 '19 at 21:22
  • Ja. Bernd ist ein Name, den keiner mehr trägt. Oder jeder tragen könnte. Ein Allerweltsname von gestern. Das hat sich in deutschsprachigen <s>Image</s>Trollboards so eingebürgert. – Janka Apr 27 '19 at 21:26
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    May I add that the latest such word in English is maying - for asking several times to same thing. – Christian Geiselmann Apr 29 '19 at 11:35
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Auf die Schnelle fallen mir nur Begriffe ein, die international üblich sind, also nicht spezifisch nur für die deutsche Sprache:

Mir fallen nur zwei Begriffe ein, die meines Wissens nur im deutschsprachigen Raum verwendet werden:

Daneben gibt es dann natürlich noch Namen für Gegenstände, die aus der Verbindung eines Personennamens und eines anderen Bestandteils bestehen: Bowiemesser, Bunsenbrenner, Dieselmotor, Fischerdübel, Litfaßsäule, Martinshorn, Stalinorgel, Stanleymesser usw.

Viele chemische Elemente sind nach Personen benannt (z.B. Einsteinium, Curium, Bohrium, Fermium, Mendelevium, Nobelium)

Auch einige geographische Begriffe sind von Personennamen abgeleitet (z.B. Amerika, Karlsruhe, Philippinen)

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  • Das ist doch eine beeindruckend lange Liste. Sehr oft geht es wohl um Erfindungen oder technische Verfahren. Daran hatte ich beim Verfassen der Frage gar nicht gedacht. Verballhornen ist natürlich wunderbar. – David Vogt Apr 27 '19 at 14:58
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    "Röntgen" wird auch im Schwedischen genau so wie im Deutschen verwendet. Wir flektieren das Wort aber nach schwedischer Art: "röntga, röntgade, röntgat", – Beta Apr 27 '19 at 18:00
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    Aus dem Englischen: shanghaien – Janka Apr 27 '19 at 18:17
  • @Beta: Hast du »wallraffa« im Schwedischen schon mal gehört? Oder wird es gar heute noch verwendet? – Pollitzer Apr 27 '19 at 18:18
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    Trotzdem noch zur Ergänzung der (soeben kritisierten) Liste: Rittberger - eine Figur im Eiskunstlauf, benannt nach einem Eiskunstläufer. – Christian Geiselmann Apr 29 '19 at 11:47
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Hier noch ein paar Worte aus Röntgen – Verben aus Personennamen von Elke Donalies aus dem ids Sprachreport, wobei die letzten spezifisch deutsch sind:

  • fletscher ‘gründlich kauen’ (nach dem amerikanischen Laienmediziner Fletcher)
  • galvanisieren ‘durch Elektrolyse mit einer dünnen Metallschicht überziehen’ (nach dem italienischen Anatom Galvani)
  • lumbecken ‘ohne Fadenheftung als Buch binden’ (nach dem deutschen Erfinder Lumbeck)
  • lynchen (nach dem amerikanischen Richter Lynch)
  • mensendiecken ‘eine bestimmte Art von Gymnastik betreiben’ (nach der niederländisch-amerikanischen Gymnastiklehrerin Mensendieck)
  • merzerisieren ‘mit einem bestimmten Verfahren Baumwolle seidenglänzend machen’ (nach dem englischen Industriellen Mercer)
  • morsen (nach dem amerikanischen Erfinder Morse)
  • pasteurisieren (nach dem französischen Chemiker Pasteur)
  • aphrodisieren (nach der griechischen Liebesgöttin Aphrodite)
  • bezirzen (nach der griechisch-mythologischen Zauberin Cirze)
  • fuggern ‘Handel treiben’ (nach dem schwäbischen Kaufmannsgeschlecht)
  • fringsen (nach dem Kölner Kardinal Frings, der den Überlebensdiebstahl der Nachkriegszeit empathisch sah): „fringsen stand fortan für die abgesegnete, illegale Beschaffung von Lebensmitteln und Heizmaterial“ (Anderson 1997, S. 22)
  • kneippen ‘kuren, eine Kneippkur machen’ (nach dem heilkundigen Pfarrer Kneipp)
  • verballhornen (nach dem Lübecker Drucker Ballhorn)

Außerdem fällt mir noch ein:

  • riestern (für eine Riester-Rente sparen)
  • hartzen (von Hartz IV leben)
  • müllern (bezogen auf einen dänischen Gymnastik-Trainer oder auf verschiedene deutsche Fußballspieler)
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Zahlreiche physikalische Einheiten entstammen Eigennamen. Ich zähle ein paar auf:

  • Celsius, Kelvin, Fahrenheit, Rankine
  • Siemens, Ohm
  • Ampere, Volt, Coulomb, Franklin, Farad
  • Watt, Joule
  • Tesla, Gauß, Oerstedt
  • Weber, Maxwell, Henry, Gilbert
  • Hertz
  • Sievert, Röntgen, Gray
  • Curie, Becquerel
  • Ångström
  • Newton
  • Stokes
  • Pascal
  • ...
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  • Im Nachhinein merke ich, daß die Abgrenzung zwischen Eigennamen und Inhaltsworten gar nicht so einfach ist. Sind die genannten Begriffe nur Namen für Einheiten? Und sind Stunde, Mai von anderer Art oder nicht? Das geht dann wahrscheinlich in Richtung einer neuen Frage. – David Vogt Apr 27 '19 at 21:36
  • Die genannten Begriffe sind Namen für physikalische Einheiten. Auch »Stunde« ist eine physikalische Einheit, denn man kann Zeit auch in dieser Einheit messen. »Mai« ist aber etwas anderes. Das ist der Name eines ganz bestimmten Monats. Mit Mai kann man nichts messen. Richtig: Der Vorgang dauert 5 Stunden. Auch richtig: Die Reise dauert 7 Monate. Abr falsch: Die Reise dauert 7 Mai. – Hubert Schölnast Apr 28 '19 at 5:38
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Mein Synonymwörterbuch von 1997 gibt (nach Günter Wallraff)

wallraffen

als »in einer mit persönlicher Gefahr verbundenen Weise nachforschen« an. Dieses Wort habe ich zwar gekannt, es ist aber eher ein Exot, obwohl es offenbar sogar ins Ausland ging. Hier gibt es einen Artikel dazu.

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Inzwischen noch gefunden:

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    Das scheint wie bei merkeln zu sein: Ein Wort, das kurz Begeisterung auslöst, aber dann schnell wieder verschwindet. – David Vogt Apr 27 '19 at 14:49
  • @DavidVogt: Es sieht danach aus. Zumindest im Inland; ob es im Ausland noch lebendiger ist, kann ich nicht sagen. – Pollitzer Apr 27 '19 at 15:08
  • @DavidVogt: Dass nun ausgerechnet "merkeln" Begeisterung auslösen soll, glaube ich jetzt nicht, aber ich stimme dir zu und vermute, dass das Wort schon rein inhaltlich in absehbarer Zeit überholt sein wird (und dann vermutlich maximal noch zwei oder drei Legislaturperioden zu Vergleichszwecken verwendet wird). – O. R. Mapper Apr 27 '19 at 23:25
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Dass unserem Freund Hubert aus Österreich ausgerechnet das

Mosern

nicht eingefallen ist, verblüfft mich. So weit ich weiß, geht es zurück auf den Schauspieler Hans Moser (bürgerlich Johann Julier, 1880-1964) und seinen im Wiener Dialekt vorgetragenen Ausdruck allgemeiner oder auch anlassspezifischer Unzufriedenheit.

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  • Das Verb mosern scheint älter zu sein als der Schauspieler. Vermutlich also Volksetymologie. – David Vogt Apr 29 '19 at 13:32
  • @DavidVogt Hast du Genaueres zum Mosern als prähansmoserisches Verbum? – Christian Geiselmann Apr 29 '19 at 15:31
  • dwds.de/wb/mosern Pfeifer sagt 18. Jahrhundert. – David Vogt Apr 29 '19 at 16:43

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