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Ich habe gerade den 3. Aufzug von Friedrich Schillers Drama "Wilhelm Tell" gelesen. In Vers 2068 wird Tell gebunden. Was bedeutet dies (und warum)?

Quelle: https://de.wikisource.org/wiki/Wilhelm_Tell/Dritter_Aufzug (bei/nach [149])

closed as off-topic by Robert, Eller, πάντα ῥεῖ, Björn Friedrich, sgf May 28 at 9:29

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  • 6
    Bitte erkläre, warum ein Blick ins Wörterbuch nicht geholfen hat. Was ist der Kontext? Welche Bedeutungen kommen infrage? – Carsten S May 27 at 14:58
  • 1
    Ebenso hülfe die Lektüre von ein oder zwei Karl-May-Romanen. Auch dort werden Leute fortwährend gebunden, meistens Bösewichter, wenn der Held sie endlich erwischt hat, manchmal aber auch Gutewichter, die der Held dann unter behendem Anschleichen befreit. – Christian Geiselmann May 27 at 14:59
  • 4
    @ErnestBredar, genau aus diesem Grund wäre mehr Kontext, wie zum Beispiel die betreffende Textstelle, hilfreich. – Björn Friedrich May 27 at 17:12
  • 3
    Da vielleicht nicht jeder den Tell griffbereit hat und sich dann auch nicht unbedingt die Mühe des Raussuchens machen möchte: Ja, es wäre gut, die entsprechende Textpassage direkt in die Frage zu schreiben. (Üblicherweise mit einem > vorne dran, zur Markierung.) – Stephie May 27 at 17:46
  • 1
    @ErnestBredar Dein Kommentar oben steht etwas verloren herum. Ich vermute, er bezieht sich auf einen früheren von mir, in dem ich riet, binden als fesseln zu verstehen, weil jemanden binden das ganze 19. Jahrhundert über ein gebräuchlicher Ausdruck für jemanden fesseln war. Warum der Kommentar jetzt weg ist, verstehe ich nicht recht, aber so ist es halt. - Karl May verwendet jemanden binden in praktisch jedem seiner Reiseromane in nämlicher Weise. – Christian Geiselmann May 29 at 10:16
3

Die Stelle lautet im Kontext:

Geßler (zeigt auf den Knaben):

Man bind ihn an die Linde dort!

Walther Tell

Mich binden!

Nein, ich will nicht gebunden seyn. Ich will

Still halten, wie ein Lamm und auch nicht athmen.

Wenn ihr mich bindet, nein, so kann ichs nicht,

So werd’ ich toben gegen meine Bande.

weiter unten heißt es:

Geßler

Wohl, Tell! Des Lebens hab ich dich gesichert,

Ich gab mein Ritterwort, das will ich halten –

Doch weil ich deinen bösen Sinn erkannt,

Will ich dich führen lassen und verwahren,

Wo weder Mond noch Sonne dich bescheint,

Damit ich sicher sei vor deinen Pfeilen.

Ergreift ihn, Knechte! Bindet ihn!

(Tell wird gebunden)

An allen Stellen hat das Verb binden die Bedeutung fesseln. Bande heißt hier Fessel, Fesselung.

  • Du hast nicht weit genug nach unten gescrollt. Links von dem von dir kopierten Text steht "[140]". Ich meinte aber zwischen [149] und [150]. – Ernest Bredar May 27 at 18:09
  • 1
    @ErnestBredar OK. Aber auch dort hat binden die gleiche Bedeutung. – jonathan.scholbach May 27 at 18:15
  • Und warum ist das dann ein Problem (das gebunden sein, meine ich)? – Ernest Bredar May 27 at 18:17
  • 1
    Ein Hauptthema in Wilhelm Tell ist die Freiheit. Gebunden sein ist für Wilhelm Tell ein unerträglicher Zustand. Auch die Replik von Walther geht in die gleiche Richtung. – jonathan.scholbach May 27 at 18:26
  • 1
    @ErnestBredar Da musst du Herrn Schiller fragen. Es ist jedenfalls keine Frage zur Deutschen Sprache mehr :-) – jonathan.scholbach May 27 at 18:47

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