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Welche der genannten Alternativen ist korrekt? Beim Googeln bin ich auf widersprüchliche Antworten auf diese Frage gestoßen.

Es freut mich, Sie kennengelernt haben zu dürfen
Es freut mich, Sie kennenlernen gedurft zu haben

  • ein historischer Vergleich mit Englisch "have to" (ought to, etc.) und subjunktiv "Ich habe X zu Y-en" wäre hier angebracht. – vectory Jun 18 '19 at 22:15
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    Beide Alternativen sind ungebräuchlich fast bis zur Unverständlichkeit. Üblicher wäre "Es freut mich, dass ich Sie kennenlernen durfte". – Kilian Foth Jun 19 '19 at 6:53
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Der zu-Infinitiv des Infinitivsatzes ersetzt das finite Verb des gleichwertigen Objektsatzes. Da der Infinitiv keine Zeitform hat, ist die Zeit gleich der des Hauptsatzes.

Es freut mich, Sie kennengelernt haben zu dürfen.

Es freut mich, dass ich Sie kennengelernt haben darf.

Diese Variante setzt das Dürfen in die Gegenwart und das Kennenlernen in die Vergangenheit. Das ist unlogisch.


Es freut mich, Sie kennenlernen gedurft zu haben.

Es freut mich, dass ich Sie habe kennenlernen dürfen.

Ein finites haben steht solchen Infinitivreihen immer voran. Andere Hilfsverben können voranstehen, müssen aber nicht.

Diese Objektsatz-Variante setzt den gesamten Vorgang des Kennenlernen-Dürfens eindeutig in die Vergangenheit. Diese Variante ist daher auch die gebräuchliche. Die zugehörige Infinitivsatz-Variante ist zwar logisch richtig, aber ungebräuchlich.

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  • Die Frage interessierte mich schon öfter, die Antwort hilft leider nicht. Satz 2 ist eine reine Behauptung, die ich zu bezweifeln wage (die ich bezweifeln zu wage???) – vectory Jun 18 '19 at 22:12
  • Da in Bsp. 2 das "es" den folgesatz bezeichnet, "es" in der Gegenwart ist, der Folgesatz aber in der Vergangenheit, ist jenes Bsp. immerhin unlogisch. Ist dürfen (relativ offensichtlich, viz ü, vgl mag / mögen) im Subjunktiv? – vectory Jun 18 '19 at 22:19
  • Auch ist Darf ich Sie bitte kennengelernt haben? für abwegige Lesungen der Verben nicht zwingend unlogisch, so etwa im Sinne der Antwort Nein, dieses Treffen hat nie statt gefunden (bzw. Werde ich ...?, Nein, dieses Treffen wird nie ..., aber da nie stativ ist, sollte das Verb es auch sein). – vectory Jun 18 '19 at 23:03
  • Ich glaube hingegen nicht, dass nach den vielen Bedeutungswandlungen des Verbs dürfen dessen althochdeutsche Eigenschaften noch irgendwo durchscheinen. Ich wüsste jedenfalls niemanden, der dürfen in einen natürlichen Zusammenhang mit der Vergangenheit bringt. – Janka Jun 19 '19 at 2:44
  • In Darf ich Sie bitte kennengelernt haben? ist die zeitliche Unlogik ein Stilmittel. Vergleiche: Musste ich gestern schon gemacht haben. gegen Muss ich gestern schon gemacht haben. – Janka Jun 19 '19 at 2:53
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dürfen "gehört zu den Präteritopräsentien", ist also formal bereits eine Vergangenheitsform, nämlich von darben.

Eine (wenn nicht die) korrekte Form lautet

Es hat mich gefreut, Sie kennenlernen zu dürfen.

Darüber hinaus gilt "Er hat dürfen", nicht "er hat gedurft", landläufig als korrekt. Demnach sind weitere standardsprachliche Ableitungen sinnfrei.

"zu haben dürfen" gehört der Erfahrung nach nicht zum Repertoir. Es macht zwar wenig Sinn, dürfen in den Kontext zu setzen, wenn einfach Sie kennen gelernt zu haben / gesehen zu haben viel direkter ist.

Falls dennoch besonderer Wert darauf gelegt wird, wäre der feine Unterschied entscheidend, ob die Freude vor, während oder nach dem Kennenlernen bestand. Eine Zeitform die plusquamperfekt das (subjunktive?) Erlauben vor das ebenfalls vergangene Lernen setzt, wobei kennenlernen auch noch progressiv ist, existiert wahrscheinlich einfach nicht. Wird der feine Unterschied unterschlagen, dann wird der Subjunktiv / Konjunktiv einfach als fortwährend angenommen, denn die Erlaubnis kann nicht wirklich rückwirkend entzogen werden.

PS: Demnach wäre allenfalls Konjunktiv II (irrealis) kontrastierend, dann aber im Hauptsatz, während der Bedingungssatz im Konjunktiv I bleiben kann -- oder Präsenz; das ist aber eine andere Frage, die hier schon sicherlich mehrfach und zuletzt ohne Ergebnis diskutiert wurde; Es wäre schon, genaueres zu erfahren!

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