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Ich stolperte kürzlich über folgenden Satz:

Ich sinnierte über eine Idee

Ist das korrektes Deutsch? Muss es nicht heißen "über einer Idee"?

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    Gibt es einen Grund, an den Angaben der Wörterbücher zu zweifeln? dwds.de/wb/sinnieren de.m.wiktionary.org/wiki/sinnieren – David Vogt Sep 20 '19 at 8:39
  • förmlich korrekt wäre "sinnen", "Er besinnt sich". Dagegen scheint mir "sinnieren" wie eine Verbalhornung. – vectory Sep 21 '19 at 12:58
  • über meaning "concerning" always takes the accusative. This is quite independent of the verb. – Kilian Foth Sep 21 '19 at 14:24
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Das Verb sinnieren verlangt das Objekt, über das nachgedacht wird, im Akkusativ:

richtig: Ich sinniere über dich. (Akkusativ)

falsch: Ich sinniere über du. (Nominativ)
falsch: Ich sinniere über deiner. (Genitiv)
falsch: Ich sinniere über dir. (Dativ)

Man kann aber auch den Ort angeben, an dem man dieses Sinnieren praktiziert. Wenn sich dieser Ort oberhalb eines bestimmten Bezugspunkts befindet, kann man ebenfalls die Präposition über verwenden, muss dann aber den Bezugspunkt im Dativ nennen.

Else war auf die Spitze des höchstens Turms des Doms geklettert.
Sie sinnierte über der Stadt über das Leben.

Hier steht »der Stadt« im Dativ, weil es der Bezugspunkt der Ortsangabe ist, und »das Leben« steht im Akkusativ, weil es der Gegenstand des Sinnierens ist.

Nachdem Ideen keine Orte sind, kommen sie hier nur als Gegenstände des Sinnierens in Frage, müssen also im Akkusativ stehen:

richtig: Ich sinnierte über eine Idee.
falsch: Ich sinnierte über einer Idee.

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  • Ich gebe dir Recht, dass sinnieren über normalerweise mit dem Akkusativ einhergeht. Aber: An sich kann ich keine Vorschrift finden, die das genauso verlangt - Man kann sich durchaus vorstellen, dass in Sonderfällen, z.B. wenn die Gedanken grübelnd ins Stocken geraten und keine "Bewegung" mehr vorliegt, auch der Dativ angebracht sein kann. – tofro Sep 20 '19 at 14:55
  • @tofro: Zu Vorschriften (im Kontext der Benutzung von Sprachen): Die Sprecher einer Sprache scheren sich ohnehin einen Dreck um Vorschriften. Das was zählt ist wie andere Sprecher sprechen. Sprache funktioniert über Nachahmung dessen was man von anderen wahrnimmt. Wenn sich zwei Menschen, die dieselbe Muttersprache sprechen, miteinander unterhalten, wird keiner von beiden permanent das explizite amtliche Regelwerk dieser Sprache im Kopf durchgehen. Das tatsächlich benutzte "Regelwerk" liegt als implizites Wissen vor, das man sich durch Beobachtung und Gebrauch angeeignet hat. ... – Hubert Schölnast Sep 21 '19 at 6:04
  • ... Das explizite Regelwerk, das in Büchern steckt, ist der Versuch, dieses implizite Wissen zuerst einmal überhaupt explizit zu machen (d.h. auszuformulieren), und dann auch zu vereinheitlichen. Denn zwei verschiedene Sprecher müssen nicht unbedingt dieselben impliziten Regeln anwenden. Vor allem dann nicht, wenn sie aus unterschiedlichen Regionen oder sozialen Schichten kommen. Daher ist das, was man als Regeln niedergeschrieben findet, immer nur der Versuch, einen kleinsten gemeinsamen Nenner zu finden, und auf ewig dazu verdammt dem tatsächlichen Gebrauch hinterherzuhinken. – Hubert Schölnast Sep 21 '19 at 6:10
  • "Ich sinniere über dir", "ick liebe dir" funktioniert im richtigen Dialekt. Ich glaube eher, die Wörterbücher bzw die Verfasser und deren Vorbilder eilen dem Gebrauch vorraus. – vectory Sep 21 '19 at 12:39
  • @vectory: Im richtigen Dialekt funktioniert fast alles. In den hinteren Enden von Alpentälern oder auf kleinerem Ostseeinseln blühen in den Dialekten ja die wundersamsten sprachlichen Raritäten. Aber das hat in Regelwerken, die für den gesamten deutschen Sprachraum gelten sollen, nichts verloren. Man muss auch zwischen Wörterbüchern (in denen ja nur die Rechtschreibung abgebildet wird) und Grammatikbüchern (welche die Regeln der Sprache enthalten) unterscheiden. Ich habe von der Grammatik gesprochen, du offenbar von der Rechtschreibung. Die Autoren von Wörterbüchern listen nur Wörter auf, ... – Hubert Schölnast Sep 22 '19 at 6:36
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Der unbestimmte Artikel steht nur im Singular und hier im Akkusativ und nicht im Dativ. Idee ist als Substantiv ein Femininum. Es muss daher richtig heißen:

Ich sinnierte über eine Idee.

Vielleicht hilft eine alte Merkregel:

Über wen (Akkusativ) habe ich sinniert (nachgedacht)? => über eine Idee.

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  • Die Frage war aber nicht, wie der Akkusativ grammatikalisch korrekt gebildet wird, sondern ob sinnieren den Akkusativ oder eventuell nicht doch den Dativ erfordert. Deine Antwort geht somit an der Frage vorbei. – Volker Landgraf Sep 20 '19 at 14:58

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