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Hier (ganz unten) https://deutschegrammatik20.de/das-substantiv-nomen/n-deklination/ steht Folgendes:

Die n-Deklination ist eine absterbende Sprachform. Die Endungen im Singular werden heute in der gesprochenen Sprache meist weggelassen.

Liebe Muttersprachler, ist es wirklich so? Bedeutet das, dass jedes Mal wenn ich sagte ich kenne einen Briten oder ich danke Ihnen von Herzen, habe ich grammatikalisch (für die Umgangssprache) falsche Sätze gebildet?

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    Nö. War alles richtig. Die Behauptung, dass es ausstürbe, nehme ich mir nicht zu Herzen. Denn mein Gebrauch lebt noch, was nach mit kommt kommt nach mir. Würde ein fehlendes n wie auf der Seite notiert auch als "kann keine Fälle deklinieren" verstehen. – Shegit Brahm Jan 27 at 7:09
  • Ist eher umgekehrt: in den Dialekten gibt es die oft nicht aber die Dialekte sterben (in weiten Teilen von D) aus. Also netto Zuwachs. – Adam Bittlingmayer Jan 27 at 21:26
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Die n-Deklination ist eine absterbende Sprachform.

Ich halte das für ein Gerücht (nach dem Motto: früher war alles besser). Schon zu meiner Grundschulzeit vor fast 40 Jahren habe ich mich oft gewundert, warum manche Leute mit dem Wort jemand Schwierigkeiten haben. (Da fiel mir das besonders auf.) Und das ist bis heute so geblieben.

Bedeutet das, dass jedes Mal wenn ich sagte ich kenne einen Briten oder ich danke Ihnen von Herzen, habe ich grammatikalisch (für die Umgangssprache) falsche Sätze gebildet?

Nein. Das bedeutet es eben nicht. Die Sätze sind völlig korrekt. An dieser Frage sieht man sehr gut die Macht der selbsterfüllenden Prophezeihung. Wenn Seiten, die sich deutschegrammatik nennen, Fehler als moderne Entwicklung propagieren, halten die Leute solche Fehler vielleicht irgendwann tatsächlich für völlig normal.

Was sich tatsächlich geändert hat, ist die sprachliche Kompetenz der Journalisten. Man suche nur mal auf tagesschau.de nach einem fehlerfreien Artikel. Vielleicht ist es auch nur mangelnde Sorgfalt aus zeitlichem Druck. Außerdem werden dank Internet heute sehr viel mehr Texte unprofessioneller Autoren gelesen und gehõrt. Das größte Sendungsbewusstsein haben aber nicht unbedingt die Leute mit der größten sprachlichen Kompetenz. Das alles kann sich aber auch wieder ändern. Möglicherweise werten schon die Kinder der Millennials Facebook und Youtube als vollkommen veralteten Schwachsinn.

In der Metro in Tokio sieht man heute recht viele Leute aller Altersstufen Bücher lesen. Vielleicht werden Bücher in nicht allzu ferner Zukunft das neue Tamagotchi. ;)

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    Schade, dass ich nur einmal upvoten kann. Den vorletzten Absatz von Was sich tatsächlich geändert hat bis mit der größten sprachlichen Kompetenz. sollte sich jeder fett ausdrucken, einrahmen und an die Wand hängen! – Volker Landgraf Jan 27 at 13:42
  • Es wollten halt irgendwann alle was mit Medien machen. Auch die, die besser Taxifahrer geworden wären. Für viele wird auch das zur selbsterfüllenden Prophezeiung. – Janka Jan 27 at 19:58
  • Muttersprachler machen per Definition keine Fehlern. Du willst hier effektiv behaupten, andere Menschen würden die falsche Sprache sprechen. Natürlich wirst du erwidern, das sei Nonsens, würdest mir damit aber implizit recht geben. Also spar es dir. – vectory Feb 1 at 21:01
  • @vectory Ein Muttersprachler, der beispielsweise den Unterschied zwischen ich gehe ins Bett und ich gehe im Bett nicht versteht, beherrscht seine Muttersprache nicht. Er spricht dann nicht die falsche Sprache, er spricht nur die Sprache falsch. Dein erster Satz führt übrigens deine Behauptung ad absurdum. – Olafant Feb 1 at 23:12
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Es liegt im Wesen des Aussterbens, dass es langsam geschieht. Der Prozess ist eindeutig im Gang, aber ebenso eindeutig noch nicht einmal halb abgelaufen.

"Einen Briten" oder "einen Studenten" (wie verlinkt) kennt man auch heute noch. Akut bedroht sind dagegen Endungen wie "einem Eisbären begegnen" oder "den Präsidenten kritisieren". Ob die Veränderung auf alle Formen aller Worte der n-Deklination übergreifen wird, ist nicht sicher, aber möglich.

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    Meiner Meinung nach sind auch "einem Eisbären beim Aussterben zusehen" oder das mit "dem Präsidenten" noch absolut gängig - wohlgemerkt in der gesprochenen Umgangssprache. – Nick Jan 27 at 11:11

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