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Es gibt hier schon Fragen nach "hören" und "anhören", aber was ich verstehe nicht ist ob "anhören" immer mit "sich" benutzt wird?

In Duden, zwei Beispiele für anhören sind:

ein Konzert, eine Debatte, eine Rede anhören

heute Abend höre ich mir [im Radio] ein Hörspiel an

Dann, welche soll ich sagen: "Ich hörte eine Rede an." oder "Ich hörte mir eine Rede an."?

  • Der Unterschied ist subtil. Nach meinem Gefühl hat "Ich höre mir ein Lied an" mehr den Beiklang von Genuss und Entspannung. "Ich höre ein Lied an" könnte auch Arbeit sein. – Nick Feb 14 at 12:56
  • @Nick - wahrscheinlich, weil ein Satz mit "ich ... mir" mitklingen lässt, dass ich etwas für mich (selber) tue. – mic Feb 14 at 13:16
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Wenn ich mir etwas anhöre, dann mache ich das absichtlich und mit voller Aufmerksamkeit.
Beispiel: "Ich höre mir die Nachrichten im Radio an. Sei bitte still."

Wenn ich etwas anhöre, dann könnte das auch unbeabsichtigt, oder im Hintergrund sein.
Beispiel: "Ich höre die Charts im Radio nur dann an, wenn ich arbeite."
Siehe auch: mit anhören

Soweit ich weiss ist dies aber keine engültige Regel! Diese Sätze können auch vertauscht werden und Niemand wird sich beschweren.


PS: Es gibt noch eine weitere Bedeutung für "Sich anhören". Wenn durch ein Geräusch ein Eindruck vermittelt wird, dann "hört es sich an" nach etwas. Hier ist die Reflexive Verwendung notwendig.
Beispiel: "Du hörst dich an, als wärst du gerade eben aufgewacht."

Noch eine weitere Bedeutung von "anhören": Abstammend von der "Anhörung", kann "anhören" auch "befragen" bedeuten in einem Gerichtlichen Kontext. Hier ist die reflexive Verwendung nicht möglich.
Auf diese Bedeutung bezieht sich die Antwort von @user41324

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  • "nach etwas anhören" hat auf jeden Fall noch eine ganz eigene Bedeutung. – Nick Feb 14 at 16:43
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    @Nick Das sagt er doch. – πάντα ῥεῖ Feb 14 at 17:23
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"Anhören" kann reflexiv ("ich höre mir etwas an") und nicht-reflexiv ("ich höre jemanden an") sein.

Auch nach längerem Überlegen fällt mir für die nicht-reflexive Verwendung nur die Verwaltungs-/Justizsprache ein: - Gerichte müssen Kinder anhören zu Sorgerechtsfragen - Verwaltungen hören Verbände/Anlieger/Betroffene zu Planungen an

Als Faustregel kann wohl sagen: immer reflexiv ("ich höre mir etwas an") -- Ausnahme: sobald ein Amt/Gericht/Polizei in's Spiel kommt ("sie hören jemanden an"), ist es nicht-reflexiv.

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