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Lisa bietet auf eine Puppe im Internet.

vs

Lisa bietet für eine Puppe im Internet.

Ist "für" hier möglich bzw eventuell in manchen Gegenden gebräuchlich? Ich kenne nur die Version mit "auf" - "für" klingt hier für mich falsch.

Is "für" here valid or even commonly used in some areas? I only know the version with "auf" - "für" sounds wrong to me.


Lisa bietet 5 € für eine Puppe im Internet.

  • Hilfe für die Tags ist gern gesehen; sollen/dürfen/können Fragen hier komplett in Deutsch gestellt werden? – Daniel Jour Apr 27 at 10:04
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    Es ist erlaubt komplett auf Deutsch zu fragen. – infinitezero Apr 27 at 10:07
  • Die Sprache auf der du fragst bestimmt im Übrigen die Sprache der Antwort. Fragst du auf Deutsch, gibt's eine Antwort auf Deutsch. Fragst Du auf Englisch, gibt's eine auf Englisch. Das soll auch anderen Nutzern, die auf die Frage stoßen die Möglichkeit geben, die Antwort zu verstehen. – infinitezero Apr 27 at 15:02
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Auf etwas bieten tut man meist bei einer Auktion, bei der der Höchstbietende das zu Ersteigernde erhält.

Für etwas bieten, gibt es nicht. Es gibt stattdessen etwas für etwas bieten. Man bietet einen Austausch von zwei Objekten an, häufig auf Flohmärkten zu beobachten.

Ich biete Ihnen 10€ für das Bild.

Duden hat weitere Beispiele.

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bieten – für oder auf?

Es kommt darauf an. Das Verb bieten kann grob in zwei Bedeutungsgruppen eingeteilt werden, und für jede Gruppe werden üblicherweise andere Präpositionen verwendet.

Bedeutungsgruppe 1

Wenn bieten im Sinne von zusichern, geben, gewähren verwendet wird, dann steht üblicherweise vor dem Angebotenen die Präposition für und vor dem Gegenwert keine Präposition:

Lisa bietet fünf Euro für die Puppe im Internet.

Hier würde ich denken, dass im Internet eine Puppe verkauft wird und Lisa bereit ist, für diese Puppe fünf Euro zu bezahlen.

Bedeutungsgruppe 2

Wenn bieten im Sinne von ein Angebot bei einer Versteigerung machen verwendet wird, dann steht üblicherweise vor dem Angebotenen die Präposition auf (siehe z. B. Bedeutung 6 im DWDS):

Lisa bietet (für)* fünf Euro auf die Puppe im Internet.

* Ich persönlich würde vor dem Gegenwert die Präposition für setzen. Da dies andere Sprecher als unüblich empfinden, habe ich es in Klammern gesetzt.

Hier würde ich denken, dass die Puppe im Internet versteigert wird und Lisa bereit ist, (für) fünf Euro auf die Puppe mitzubieten.

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  • Hast du zufällig ein Beispiel, wo für etw. auf etw. bieten verwendet wird? Ich hätte eher etw. auf etw. bieten erwartet, ohne für. – amadeusamadeus Apr 27 at 21:34
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    @amadeusamadeus, hm, interessant ... Ich stimme zu, dass der Beispielsatz auch ohne für in meinen Ohren nicht schief klingt. Allerdings würde ich bei mitbieten das für vermissen: „Er will aufs Gemälde für 500 € mitbieten.“ Und genaugenommen ist mit bieten in einer Versteigerung ja mitbieten gemeint. – Björn Friedrich Apr 28 at 5:41
  • Tut mir leid, aber zum ersten mal musste ich hier downvoten. Den zweiten von Dir vorgestellten Beispielssatz halte ich für 'falsch' in dem Sinne, dass niemand ihn ohne das Gefühl sagen würde, sich möglicherweise nicht korrekt ausgedrückt zu haben. Wie @amadeusamadeus kenne ich 'bieten auf' ohne weiteres Präpositionalobjekt. Das Objekt von 'bieten für' im Kontext 'Versteigerung' (!) kann in meiner Grammatik nur der bebotene Gegenstand sein, nicht der gebotene Geldbetrag. Bei 'für Ihr Geld wird bei uns einiges geboten', einer werbetypischen Konstruktion, lägen die Dinge anders. – Ralf Joerres Apr 29 at 8:04
  • @RalfJoerres, die Antwort aus Geschmacksgründen abzuwerten, obwohl es so auch im Wörterbuch steht (und somit offenbar von einer genügend großen Anzahl von Sprechern verwendet wird), finde ich sehr grenzwertig! Schauen Sie mal Bedeutung 6 von dwds.de/wb/bieten an. Vielleicht überlegen Sie es sich nochmal und ändern Ihre Wahl? Nicht alles was einem persönlich missfällt, ist auch falsch und daher abzuwerten. – Björn Friedrich Apr 29 at 10:08
  • @BjörnFriedrich So, wie ich es verstanden habe, akzeptieren alle bieten auf + Ware, aber nicht mit für + Geldbetrag zusammen. Und letzteres erwähnt das Wörterbuch auch nicht. – David Vogt Apr 29 at 10:27
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Für die angefragten Sätze scheint es regionale, vielleicht auch nationale Gebrauchsvarianten zu geben. Ich kann nur für mich sprechen: Ich komme aus Westdeutschland, genauer aus dem Ruhrgebiet.

Damit es nicht zu unübersichtlich wird, hier die Kurzversion:

  • '(einen Betrag) auf etwas bieten' ist die Standardformulierung bei Versteigerungen. Es ist 'Versteigerungsjargon' und abseits dessen nicht üblich.
  • 'jemandem einen Betrag (für etwas) bieten / anbieten' ist die Standardformulierung für Verkaufsverhandlungen.

Das heißt: Sobald bieten zusammen mit auf vorkommt, handelt es sich um eine Versteigerung. Wenn bieten mit einem Dativobjekt (jemandem) vorkommt, handelt es sich normalerweise nicht um eine Versteigerung.

Von den mehreren Objekten der Standardformulierungen sind einzelne oder mehrere in speziellen Kontexten weglassbar. Im Einzelnen:

  1. bieten (ohne Objekt) = ein Gebot abgeben: Hast du schon geboten?

  2. x (Euro) für etwas bieten: Ich habe 15 Euro für das Fahrrad geboten.

  3. x (Euro) bieten: Mein Limit war 20, aber ein anderer hat 25 geboten.

  4. jemandem x (Euro) für etwas bieten: Mir hat jemand 10 Euro für mein altes Handy geboten.

  5. |akkusativischer Mengenausdruck (+ Geld)| bieten: Ich habe nicht genug / zu wenig geboten.

  6. jemandem |akkusativisches Mengenausdruck (+ Geld)| bieten: Später habe ich ihm noch mehr geboten.

  7. (|Mengenausdruck|) auf etwas bieten: Ich habe es seit einer Woche bei Ebay eingestellt, aber bis jetzt hat keiner (etwas) darauf geboten.

  8. x (Euro) / auf etwas bieten: Da hat doch tatsächlich jemand noch 25 Euro auf die alte Gurke geboten!

  9. jemandem x Euro für etwas bieten: Er hat mir 40 Euro für mein altes Handy geboten.

Eher auf Versteigerungen beschränkt sind die Konstruktionen 1 + 2 (+ 3) (+ 5) + 7 + 8, ausschließlich bei Verkaufsverhandlungen kommen die Konstruktionen 4 und 9 vor. Möchte man eine ähnliche Bedeutung wie bei den Versteigerungssätzen bezogen auf eine Verkaufsverhandlung ausdrücken, muss man das mit dem Verb 'anbieten' tun:

2' Ich habe 15 Euro für das Fahrrad angeboten.

Noch 'natürlicher' wäre der Satz mit Empfänger-Dativobjekt:

2'' Ich habe ihm 15 Euro für das Fahrrad geboten / angeboten.

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  • Jetzt schauen Sie sich mal ihren Punkt 7 genauer an, wo es darum geht auf etwas zu bieten. Im Beispiel steht „... hat keiner etwas darauf geboten“. Das ist die gleiche Konstruktion wie „... hat fünf Euro auf die Puppe geboten“. Dennoch haben Sie meine Antwort wegen dieser Konstruktion abgewertet. – Björn Friedrich Apr 29 at 11:28
  • @Björn Friedrich: Das stimmt einerseits, andererseits sind diese '5 Euro' kein Mengenausdruck (Indefinitpronomen) sondern ein Preisgebot. Ich hatte mich in Ihrem Beispiel vor allem an dem 'für' gestört, das ich aus meiner regional geprägten Sprachkompetenz heraus ablehnen würde, zumal ich ein 'für-Objekt' immer dem angebotenen Gegenstand und nie dem Preis zuordnen würde. Könnte trotzdem sein, dass das anderswo so möglich ist Man sieht auch bei der Vielzahl der Varianten - es gibt wahrscheinlich noch mehr -, dass über richtig oder falsch hier nicht einfach zu entscheiden ist. – Ralf Joerres Apr 29 at 19:49
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Ich halte "auf" für falsch. Ich würde niemals sage, dass ich fünf Euro auf etwas biete. Ich biete fünf Euro für die Puppe.

Meiner Meinung nach ist daher nur diese Variante die einzig richtige:

richtig: Lisa bietet 5 € für eine Puppe im Internet.

Die von dir vorgeschlagene Variante habe ich noch nie gehört.

falsch: Lisa bietet 5 € auf eine Puppe im Internet.

Möglicherweise ist da aber wieder eines der unzähligen Beispiele für die Unterschiedlichkeiten der Varietäten der deutschen Sprache. (Ich lebe seit meiner Geburt im Osten Österreichs.)

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  • Würdest du dann auch "Lisa bietet für eine Puppe" (also ohne die "5 €") sagen? – Daniel Jour Apr 27 at 10:20
  • ("Lisa bietet 5 € auf eine Puppe" kenne ich aus dem Sprachgebrauch um mich herum - Nordbayern hauptsächlich - schon; allerdings eher "salopp gesprochen", weniger im "professionellem Bereich") – Daniel Jour Apr 27 at 10:23
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    Duden | bieten b) "sie hat auf das Bild [5 000 Euro] geboten". Im Auktionszusammenhang ist das vollkommen richtig und üblich, das so zu sagen. – infinitezero Apr 27 at 10:51
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    Ebay | Grundsatz zum Bieten nutzt als Online-Aktionshaus auch diese Formulierung. – infinitezero Apr 27 at 16:06
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    Interessant in diesem Zusammenhang vielleicht auch die Wörter aufbieten und Aufgebot – amadeusamadeus Apr 27 at 21:29

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