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Auf dieser Affische aus 1949 sind die Wörter Schlußstrich, drunter, und Schluss geschrieben als ob es eine Makron über den Buchstabe u gibt:

Poster aus 1949 mit u.a. dem Text "Schlūßstrich drunter!*

Die kursiv geschriebene u-Buchstaben scheinen eine Makron zu haben: Schlūßstrich (*), Schlūss (*), und drūnter (*). Der ungeübte leser könnte diese mit Umläute tauschen. War oder sogar ist es im Kursiv gangbar der Buchstabe u so zu schreiben?

(Quelle für Affische)

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  • Related, in English: german.stackexchange.com/questions/52107/…
    – David Vogt
    Jun 2 '20 at 12:27
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    Es war/ist auf jeden Fall mal üblich gewesen, um es vom "n" abzugrenzen. Ob das hier der Fall ist weiß ich aber nicht. Jun 2 '20 at 12:27
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    Meine Mutter hat noch in den 50er/60er Jahren in der Schule gelernt, die handschriftlichen "u"s mit einem Strich drueber zu schreiben und schreibt es auch heute noch so, aus dem Grund, den infinitezero nennt. Fuer mich ist das absolut nichts Ungewoehnliches, auch wenn ich es nicht so gelernt habe.
    – Sebastian
    Jun 2 '20 at 12:30
  • I am still doing it when handwriting. Originally it came from the Sütterlin lettering to distinguish from e (@infinitezero).. Jun 2 '20 at 12:47
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    Hat nichts mit der Frage zu tun, aber es ist interessant, dass die (damalige) FDP in der Absicht, einen Schlussstrich unter die NS-Zeit zu ziehen, das Wort "Schluß" (nach alter Rechtsschreibung mit "ß" zu schreiben) zweimal mit "ss" schreibt. In meinen Augen ähnelt die Buchstabengruppe "ss" auf dem Plakat schon ein wenig den berüchtigten Runen.
    – Paul Frost
    Jun 2 '20 at 15:32
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Ein solches Häklein über dem u war in Handschriften jener Zeit gängige Praxis. Da die Kursive eine Art "angedeutete Handschrift" in der Druck-Typographie ist, hat der Schriftstecher hier das handschriftliche u-Häklein in seine Typen mit aufgenommmen.

Zur Genese des u-Strichs: Es dient zur Unterscheidung des u vom n, die in bestimmten Handschriftenformen sehr ähnlich aussehen können, und in der Sütterlinschrift auch zur Unterscheidung vom ansonsten gleichgeformten e.1

Hier das Sütterlin-Alphabet. Man vergleiche e, m, n und u.

enter image description here

Beachte auch, dass ein waagrechter, gerader Strich (im Gegensatz zum suppenschüsselförmigen u-Häkchen) zur Verdopplung eines Konsonanten dient.


1Ein krasses Beispiel der Ununterscheidbarkeit von Buchstaben in Handschrift, weil nur noch eine Auf-ab-Zackenlinie zu sehen ist, gibt der gegenwärtige (2020) amerikanische Präsident mit einer Unterschrift.

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  • Witzig ist auch, dass man daran sieht, wie sich der heutige Umlaut entwickelt hat. Er ist nämlich ein hochgestelltes "e" über dem jeweiligen Buchstaben.
    – Ledda
    Jun 3 '20 at 12:32
  • Noch zu meiner Schulzeit (um 1980 herum) haben einige Lehrer den u-Strich verwendet, obwohl er in der lateinischen Schreibschrift überflüssig ist.
    – RHa
    Jun 4 '20 at 11:46
  • Die Genese im Sinn eines Ursprung, und nicht eines Zwecks liegt in einem ursprünglichen UO, das mit hochgestelltem O als Ů geschrieben wurde. Die Schreibung Ů blieb erhalten, auch nachdem der Laut UO mit normalem U zusammengefallen war – genauso wie beim IE.
    – mach
    Jun 9 '20 at 22:05
  • Das Sütterlin-e unterscheidet sich in den zwei Punkten deutlich vom -n, dass der Querstrich in der Mitte statt unten ansetzt und es maximal etwa halb so breit ist wie letzteres (oft noch schmaler geschrieben, das n immer breit). Bei präziser Schreibweise besteht somit auch ohne Haken keinerlei Verwechslungsgefahr mit n oder u. Jun 23 '20 at 22:46

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