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In Gefahr bringen / in Gefahr geraten / sich in Gefahr begeben

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Ich finde die Frage gut, weil sie Anlaß gibt, über die Rolle von Funktionsverbgefügen nachzudenken.

  1. Der Chef brachte die Mitarbeiter in Gefahr.
  2. Die Mitarbeiter begaben sich in Gefahr.
  3. Die Mitarbeiter gerieten in Gefahr.

Es ist klar, daß es in allen drei Fällen um eine Gefährdung der Mitarbeiter geht. Das ist der Bedeutungsbeitrag der Präpositionalphrase in Gefahr.

Das Verb differenziert nach Aktionsart. Bringen ist kausativ: Es ist das Handeln des Chefs, daß für Gefahr für die Mitarbeiter sorgt. Sich begeben mit obligatorisch reflexivem Objekt besagt, daß die Mitarbeiter sich durch ihr Handeln selber gefährden und daß die Gefährdung irgendwie erwartbar ist. Bei geraten dagegen ist die Gefährdung nicht erwartbar oder passiert unabsichtlich.

Der Grund, warum die Frage vielen als redundant erscheint, ist wahrscheinlich, daß in diesem Fall die Bedeutung gut aus der Grundbedeutung der Verben ableitbar ist. In den folgenden Beispielen habe ich den metaphorischen Ort der Gefahr durch irgendwohin ersetzt:

  1. jemanden irgendwohin bringen = jemanden irgendwohin transportieren
  2. sich irgendwohin begeben = irgendwohin gehen
  3. irgendwohin geraten = unabsichtlich irgendwohin kommen
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