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Meine Frau hat heute einen Zwischentest beim Sprachkurs gehabt und folgendes geschrieben:

Wenn ich Hunger habe, ich koche das Essen.

Die Lehrerin hat sie korrigiert:

Wenn ich Hunger habe, koche ich das Essen.

Uns wurde immer wiederholt, dass die Verben im Deutschen immer an der zweiten oder der letzten Stelle stehen müssen. Da fehlt das Adverb dann im Hauptsatz, somit schrieb meine Frau es richtig, oder?

Die Lehrerin begründete ihre Behauptung damit, dass das Adverb dann im Satz schon gemeint ist.

Und noch die Frage:

Wenn ich Hunger habe, ich koche das Essen.

Ist der Satz grammatikalisch inkorrekt, oder ist eine solche Schreibweise im Prinzip erlaubt? Ich meine, wenn man an einer Universität ist und so schreibt, wäre das ein klarer Fehler?

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Wenn ich Hunger habe, koche ich das Essen.

Das Verb kochen steht hier an zweiter Position.

[Wenn ich Hunger habe]1, [koche]2 ich das Essen.

Wenn die Aussage - wie hier - mit einem Nebensatz beginnt, gilt der gesamte Nebensatz als Position 1.

Nun könntest du sagen, dass im Falle von

Wenn ich Hunger habe, dann koche ich das Essen.

das Verb nicht mehr an zweiter Stelle steht. Aber Adverbien (dann), die nach Konditionalsätzen auftreten (wenn ...), stellen keine eigenen Satzglieder dar, sondern dienen als Korrelate für den vorausgegangenen Nebensatz1. Das kann man sich leicht merken, weil man dieses dann ja auch weglassen kann. Auch in diesem Fall steht also das Verb koche an zweiter Position.

Wenn ich Hunger habe, ich koche das Essen.

Ist der Satz grammatisch inkorrekt, oder ist eine solche Schreibweise im Prinzip erlaubt?

Das ist grammatisch nicht korrekt und diese Schreibweise daher auch im Prinzip nicht erlaubt.


1 nachzulesen in Habermann et al.: Fit für das Bachelorstudium, Grundwissen Grammatik. Dudenverlag, 2009.

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  • Das Argument, dass dann kein Satzglied sei, weil man es weglassen könne, verfängt nicht. Meines Erachtens wird das Satzgefüge durch das "dann" mit Zeigefunktion (und wohl auch in der Funktion eines sog. Korrelats) anakoluthisch aufgebrochen. – amadeusamadeus Sep 22 at 7:20
  • 1
    Dass man das dann weglassen kann, ist eine Merkhilfe dafür, es nicht als Satzglied mitzuzählen, keine sprachwissenschaftliche Begründung. – Olafant Sep 22 at 7:37
  • Die "Merkregel" spannt aber den Karren vor das Pferd: es war gerade die Frage des Originalposts, ob dann weggelassen werden kann, ohne dass sich die Wortstellung ändert (welche der Fragesteller für sich mit nein beantwortet hat). – amadeusamadeus Sep 22 at 8:35
  • Indem man dann nicht mitzählt, gelangt man, was die Erklärung angeht, insofern vom Regen der Begründung der Lehrerin (dann sei mitgemeint) in die Traufe (dann könne weggelassen werden). Die Antwort stellt ohne Zweifel gut dar, dass der Nebensatz das Vorfeld besetzt -- um die verbliebenen Zweifel auszuräumen, kommt man in meinen Augen jedoch nicht umhin zu erklären, warum das Satzglied dann an dieser Stelle eingefügt werden kann, das Satzglied ich an der gleichen Stelle aber falsch wäre. – amadeusamadeus Sep 22 at 8:39
  • @amadeusamadeus Ich interpretiere die Frage so, dass OP ich koche für richtig hielt, weil damit das Verb an Position 2 stehen würde. Das ist nicht der Fall. Dann ändert nach folgender Regel die Stellung des Verbs nicht: Adverbien nach Konditionalsätzen stellen keine eigenen Satzglieder dar, sondern fungieren als Korrelate für den vorausgegangenen Nebensatz. (Nachzulesen in Habermann et al.: Fit für das Bachelorstudium, Grundwissen Grammatik. Dudenverlag, 2009. ). – Olafant Sep 23 at 7:02

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