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Lanz präsentiert Sarah Willis als

...eine der besten Hornistinnen der Welt

Ich glaube, er meint sie sei „eine der Besten, unter allen Hornisten“ (auch männlich). Nach meinem Gefühl klingt nicht so wirklich neutral, sondern als ob er nur beim Vergleich Hornisten ausschließen würde. Dabei hätte er wohl deutlicher den Vergleichspunkt wählen können.

Was meint der Satz wirklich? Wäre es falsch „Hornistinnen“ durch „Hornisten“ zu ersetzen?

(Wenn ein Hornist und 99 Hornistinnen spielen, nutzt man in meiner Muttersprache für die 100 Spielenden die männliche Form. Daher ist wohl manchem der Ursprung dieser Frage unklar.)

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    – Takkat
    Oct 23 '20 at 17:59
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Die grammatische Analyse ist klar: da ist die Rede von einer Gruppe der "besten Hornistinnen der Welt", und davon sei Frau Willis "eine".

Da es kein generisches Femininum gibt, kann die Gruppe der "besten Hornistinnen der Welt" nur Frauen umfassen. Wenn Lanz alle Hornisten und Hornistinnen meinte, hat er es also falsch formuliert.

Die Frage, wie man es formulieren müsste, wenn man sie mit allen Hornisten und Hornistinnen vergleichen wollte, führt zu der Frage, wie man zum in der überlieferten Sprache vorhandenen generischen Maskulinum steht, das in den letzten Jahrzehnten ausgehend von der Frauenbewegung von vielen als diskriminierend abgelehnt, aber auch von vielen als sprachlich eleganter verteidigt wird.

Generisches Maskulinum wäre:

Sie ist einer der besten Hornisten der Welt

oder

Sie ist eine der besten Hornisten der Welt

(Die Meinungen dazu, was von beiden stimmt, scheinen hier im Forum geteilt zu sein, und ich habe keine Quelle gefunden, die das klärt.)

Mit einer der neueren Formen (modifiziertes Femininum mit Binnen-I oder Stern):

Sie ist eine der besten HornistInnen der Welt
Sie ist eine der besten Hornist*innen der Welt

Üblich sind auch Umformulierungen, die das Problem zu vermeiden versuchen:

Sie gehört zum Kreis der besten Hornistinnen und Hornisten der Welt
Sie ist Hornistin und gehört in ihrem Fach zu den Besten der Welt.

Ob in diesem Beruf eine Partizip-Präsens-Fassung genutzt wird ("Hornspielende" o.ä.), wie es für manch andere Bezeichnungen üblich geworden ist, weiß ich nicht.

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  • 3
    Selbstverständlich gibt es das generische Femininum, es ist allerdings bislang zugegeben ziemlich selten in "offizieller", bzw "geschriebener" Sprache. Man sollte auch beachten, dass Lanz sich hier in einem Gespräch befindet und in seiner Sendung auf Sprachökonomie achtet. Er also eben doch (unbewusst) das generische Femininum nutzte, da andere Formulierungen holprig wirken können.
    – mtwde
    Oct 19 '20 at 21:14
  • 2
    Irgendwie war ja klar, dass man bei diesem Thema mit nicht mit Kommentar begründeten Downvotes, sachlich zweifelhaften Edits ohne Begründung und ideologischen Kommentaren rechnen musste. Wenn jemand der Meinung ist, dass "Hornistinnen" in der deutschen Schriftsprache für eine Gruppe von Hornisten verschiedener Geschlechter stehen kann, möge dafür doch bitte eine glaubhafte sprachwissenschaftliche Quelle (außerhalb des feministischen Aktivismus) nennen.
    – HalvarF
    Oct 20 '20 at 12:59
  • 1
    Beispiel hierfür: Wenn jemand der Meinung ist, dass "Hornistinnen" in der deutschen Schriftsprache für eine Gruppe von Hornisten verschiedener Geschlechter stehen kann. Von normalem Sprachgebrauch war da nie die Rede. Desweiteren ist Sprache kein statisches Konstrukt und es gibt keine Gesetze die etwas festlegen. Grammatikalische Richtlinen, Rechtschreibung und der gleichen sind nicht in Stein gemeißelt sonder unterliegen einem Wandel. Daher halte ich auch den Schluss "Lanz halt falsch formuliert" für ... falsch. Der Kontext und die heutige Sensibilisierung für Genderthemen fehlt hier. Oct 20 '20 at 13:39
  • 1
    @infinitezero: Sprache ist nichts anderes als eine Gesamtheit von Konventionen. Sonst bräuchten wir diese ganze Website hier nicht. Wenn du sagst, das Wort Tisch könne im Deutschen auch für Stühle stehen, kannst du als Beispiel dafür nicht sinnvoll den Satz "Mit dem Wort Tisch bezeichnen wir in diesem Text Möbel mit vier Beinen aller Art" anführen. Die Spekulation, dass ausgerechnet ein Markus Lanz hier ein generisches Femininum gemeint haben könnte und nicht einfach nur etwas schlampig formuliert hat, halte ich für sehr weit hergeholt.
    – HalvarF
    Oct 20 '20 at 14:05
  • 1
    Es gibt Wörterbücher, Grammatikbücher, Linguisten etc., die die Sprache ständig beobachten und beschreiben. Nicht die Sprache, die sich Aktivisten manchmal wünschen oder zu der hin sie aus gut gemeinten politischen Erwägungen den Diskurs verschieben wollen, sondern die Sprache, die benutzt und verstanden wird, mit der man einen Sprachtest besteht, die man als Sprachlehrer lehren soll, etc. In dieser Sprache bezeichnet im Jahr 2020 das Wort "Hornistinnen" eine Gruppe von Frauen.
    – HalvarF
    Oct 20 '20 at 14:12

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