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Mir fallen die Worte schwer, die keine häufige Endung haben, die mit einem gewissen Genus verbunden ist, wie -ung, -mus, sondern welche, die nicht ahnen lassen, welches Genus für sie richtig ist.

Zum Beispiel, Nomen die mich immer verwirren sind: Lied, Film (ich zweifle immer, ob es der or das Lied/Film ist).

Gibt es vielleicht einen Tipp für mich, um endlich das das mit Lied zu ver­knüp­fen?

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Das Geschlecht von Nomen zu lernen, bei denen es nicht aufgrund der Endung vorhersagbar ist, wird immer schwierig sein.

Es geht aber nicht nur darum, den bestimmten Artikel und das Nomen zu verknüpfen. Das Geschlecht benötigt man z.B. auch bei der anaphorischen Kongruenz.

Vielleicht könnte darin eine Lernstrategie liegen: Bei den Nomen, deren Geschlecht man sich nicht merken kann, bastelt man sich Beispielsätze, in denen das Geschlecht mehrmals zum Ausdruck kommt.

Ein trauriges Lied, das mich berührt. Ich höre es gerne.

Ein exzellenter Film, der mich fasziniert. Ich habe ihn schon dreimal gesehen.

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Der einzige Tipp, den ich dir geben kann, ist dieser: Mach es wie die Muttersprachler und lerne separat für jedes Substantiv einzeln welches Geschlecht es hat.

Das Geschlecht lässt sich leicht anhand des bestimmten Artikels im Nominativ Singular erkennen. Ich empfehle daher, die Substantive nicht so zu lernen:

knife = Messer
fork = Gabel
spoon = Löffel

sondern immer so:

knife = das Messer
fork = die Gabel
spoon = der Löffel

Warum das die einzige sinnvolle Methode ist, ist auch leicht erklärt: Es gibt ganz einfach keine Regel, die einem erlaubt, vom Substantiv selbst auf dessen Geschlecht zu schließen. Daher gibt es auch eine Vielzahl von Wörtern, die in unterschiedlichen Regionen des deutschen Sprachraums unterschiedliche Geschlechter haben:

Cola:
in der Schweiz, in Österreich und in Süddeutschland: das Cola
im Rest Deutschlands: die Cola

Ausschank:
in der Schweiz und Deutschland: der Ausschank
in fast ganz Österreich: die Ausschank

Joghurt:
in Österreich: das Joghurt
in Deutschland: der Joghurt
(welches Geschlecht dieses Wort in der Schweiz hat, weiß ich leider nicht, ich bitte um Hinweise)

Und von diesen Wörtern mit regional wechselndem Geschlecht gibt es eine ganze Menge (Gummi, Teller, Monat, Radio, Keks, Spray, Service, ...)

Dann gibt es auch homonyme Substantive, die mehrere verschiedene Bedeutungen haben, und das Geschlecht mit der Bedeutung ändern:

das Schild: Plakette, Hinweistafel
der Schild: passive Verteidigungswaffe

der Band: einzelnes Buch, das zu einem umfangreichen Werk gehört
das Band: Stoffstreifen

Auch beide Variationsarten in nur einem Wort gibt es:

das Kiefer: Teil des Schädels, in Österreich und im Süden Deutschland
der Kiefer: Teil des Schädels, im Rest Deutschlands
die Kiefer: Nadelbaum

Eine (leider noch immer unvollständige) Liste mit Substativen, die in mehreren Geschlechtern verwendet werden, gibt es hier: Liste deutscher Substantive mit mehreren Genera


Ich möchte auch darauf hinweisen, dass die wenigen Regeln, die es für Geschlechter von Substantiven gibt, auch viele Ausnahmen haben. So sind beispielsweise nicht alle Wörter, die auf -ung enden, weiblich:

der Dung, der Schwung, der Sprung

Ebenso ist nicht jedes Wort, das auf -chen endet, sächlich:

der Knochen, der Kuchen, der Rachen


Auch hinlänglich bekannt sein dürfte, dass nicht alle Bezeichnungen von Personen ein grammatisches Geschlecht haben, das mit dem biologischen Geschlecht der Person übereinstimmt:

das Mädchen: weibliches Kind, weibliche Jugendliche
das Weib: Ursprung des Adjektivs weiblich, früher wertneutrales Synonym für »Frau«, heute meist mit abwertender Bedeutung verwendet.
die Tunte: Mann, der eine betont weibliche Erscheinung pflegt (dragqueen)

Und natürlich einige Bezeichnungen, die für Personen beiderlei Geschlechts gelten:

das Kind: Person, die noch nicht geschlechtsreif ist
das Genie: Person mit herausragenden geistigen Fähigkeiten
das Arschloch: Schimpfwort für eine widerwärtige Person
die Person: geschlechtsneutrale Bezeichnung für einen Menschen
der Mensch: geschlechtsneutrale Bezeichnung für eine Person
...


Und zu guter Letzt: Das grammatikalische Geschlecht ist eine Eigenschaft des Wortes, nicht der damit bezeichneten Sache. Eine rostige alte Limousine kann mit diesen Substantiven bezeichnet werden:

das Auto: allgemeine Bezeichnung für mehrspurige motorbetriebene Personenfahrzeuge

die Karre: Ursprünglich in der Form »der Karren« Bezeichnung für ein einfachen Gestell auf Rädern, das man schieben oder hinter sich herziehen konnte, um darauf kleinere Lasten zu transportieren. Heute auch abwertende Bezeichnung für ein Auto in sehr schlechtem Zustand.

der Wagen: Ursprünglich selbe Bedeutung wie der Karren. Heute auch Synonym für ein etwas größeres Auto oder auch für einen Wagon, der als Teil eines Zuges auf Schienen fährt.

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    ja, sehr ausführlich... Du hast aber "Die Band" vergessen: Eine Gruppe von Musikern ;). Und "Das Gummi" bzw. "Der Gummi" kenne ich beide im selben Sprachraum, aber halt mit unterschiedlichen Bedeutungen (Kondom vs. Material) Dec 16 '20 at 8:19
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    @TorstenLink: »Die Band« habe ich absichtlich nicht erwähnt, weil das ein Fremdwort ist, das anders ausgesprochen wird. Und beim Gummi hängt es wiederum vom Alters des Sprechers ab. Österreicher in meinem Alter (ich bin jetzt 55) sagen immer »der Gummi«, egal ob Kondom, Radiergummi oder Autoreifen. Jüngere Österreicher sagen »das Gummi« wenn sie ein Kondom meinen, und »der Gummi« wenn sie Reifen meinen. Und soweit mir das bekannt ist, sagen viele Deutsche in jedem Fall »das Gummi«. Ich wollte all das nicht in der Antwort erwähnen, weil es auch ohne diese Spezialfälle kompliziert genug ist. Dec 16 '20 at 11:04
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Lied ist ein gutes Stichwort. Hör viele Lieder, und präg Dir für die Wörter eine Zeile ein, etwa "Ein Lied kann eine Brücke sein" - das scheidet hier leider nur das Femininum aus, was offenbar nicht auf Deiner Liste stand.

Aber kurioserweise kann hier ein Film helfen "Spiel mir das Lied vom Tod". Bühnenstücke und Gedichte sowie Redewendungen können auch Gedankenstützen sein.

"Du hast den Farbfilm vergessen, ..." (Nina Hagen) wäre ein Lied, das den Film (m.) markiert.

Beim Finden kann die Googlesuche hilfreich sein, aber sie ist auch belastet mit einer Falle. Das Verfahren wäre, "Der Film" einzugeben, und zu sehen, ob etwas einprägsames, was Du schon kennst, auf das Du aber nicht kamst, auftaucht. Die Falle besteht darin, dass Du ja alle Geschlechter ausprobieren musst, auch "die Film", und Google liefert fleißig Treffer aufgrund von Deppenleerzeichen, also etwa "die film kritik" (richtig: Die Filmkritik) oder "das film fest" (das Filmfest). Stößt man die Suche aber auch an, dann sieht man überwiegend richtige Schreibung.

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